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12. Ausgabe 2019 (21. März 2019)

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12. Ausgabe 2019 (21. März

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr.12 Donnerstag, 21. März 2019 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 6 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 29–32 Aus dem Linthgebiet 55 Auflage 32 040 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Konsens statt Flucht Laufschuhe haben in der heutigen Zeit nicht umsonst einen sehr hohen Umsatz. Man zieht sie an und ist schnell weg. Wenn allerdings der Boden uneben und der Weg steil wird, sind Laufschuhe nicht mehr praktisch. Da braucht man gute Wanderschuhe mit Vibram-Sohle. Sie verleihen einem sicheren Stand. Mit ihnen kann man jeden Weg gehen, auch wenn es einmal streng wird. Wer die Laufschuhe anzieht, kann alles stehen und liegen lassen und den Problemen davonlaufen. Dieses Verhalten ist nicht nur sportlich verlockend, es wird vermehrt für jede Form von Flucht verwendet – für die Flucht aus dem Alltag, aus dem Arbeitsleben, aus der Beziehung und ganz allgemein für die Flucht vor jeder Form von Ver - antwortung. Mag Flucht bei realen Bedrohungen ja durchaus eine prüfenswerte Möglichkeit sein, so ist sie geradezu fatal, wenn sie aus purer Angst geschieht. Manchmal sind es nicht einmal mehr die realen Herausforderungen und Schwierigkeiten, die einen in die Flucht schlagen, sondern allein schon die Vorstellung, dass es zu Schwierigkeiten kommen könnte. Man macht in solchen Fällen die Gefahr grösser, als sie ist, malt zuerst den Teufel an die Wand und wirft dann die Flinte ins Korn, noch bevor man überhaupt versucht hat, sich der Herausforderung zu stellen. Mit den Wanderschuhen ist Davonlaufen nicht möglich – und das ist ihr Vorteil. Sie zwingen zum ruhigen und besonnenen Gehen, man spürt seinen eigenen Standpunkt und kommt zwar langsamer, dafür aber sicherer voran. Wanderschuhe sind ein Sinnbild für unsere politische Kultur. Auch bei guter Politik brauchen Entscheidungen etwas Zeit, dafür werden sie gemeinsam getroffen. Denn einen guten Konsens muss man erst einmal finden. Ausgehend von der eigenen Position sucht man das Gespräch und diskutiert – zusammen mit Gleichgesinnten und auch mit jenen, die anderer Meinung sind – das Problem aus. Im Laufe des Gesprächs lösen sich die erstarrten Meinungen auf, und es gelingt, lebendig zu werden, aufeinander zuzugehen und etwas zu bewegen. Das ist zwar zeitraubend, anstrengend und manchmal sogar schmerzlich, weil es dazu zwingt, die eigene Position auch einmal zu über - denken; aber die Lösungen, die man in den Wanderschuhen findet, haben länger Bestand und können zur wirksamen Basis einer gesunden Gesellschaft werden. Flucht dagegen belässt alles beim Alten und führt letztlich immer nur zum Anfangspunkt zurück. ● FJ Ausdauer trainieren – wie hier beim Stadtlauf in Glarus –, damit man nicht davonlaufen muss. Gesellschaft im Glarnerland Davonlaufen oder bewähren? (Foto: zim) Kirchen, Parteien, Vereine, ja sogar Lehrbetriebe stellen fest, dass die Bereitschaft, sich dauerhaft auf Tätigkeiten und Aufgaben festzulegen, in der Gesellschaft abnimmt. Warum das so ist? Der FRIDOLIN machte sich auf die Suche und fand teilweise Überraschendes heraus. Die politischen Parteien spüren ihn schon lange: den Wertewandel, der dazu führt, dass viele nicht mehr aus Pflicht und gesellschaftlicher Akzeptanz kommen, sondern weil sie sich selber entfalten wollen. Bisheriger Höhepunkt dieser Entwicklung ist der mit Trara inszenierte Parteienwechsel von Chantal Galladé, die vor Kurzem – von der Europapolitik ihrer eins - tigen Partei frustriert – unter Beifallklatschen aus dem Blätterwald die Fahnen wechselte. In der neuen Partei kann die «Influencerin» nun für Furore sorgen. Schwierig dagegen haben es viele kleinere Gemeinden, denen die Gemeinderäte ausgehen. Denn hier kann man sich nie so laut - stark profilieren. Ähnliches gilt für die meisten Vereine und inzwischen auch für die Landeskirchen. «Kirche der Willigen» Knapp 10 von 1000 Mitgliedern geben im Glarnerland Jahr für Jahr den Austritt aus ihrer Kirche – sowohl bei den Katholiken wie bei den Reformierten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Manche wenden sich ab, weil einzelne Kirchenvertreter Verfehlungen begangen haben. Doch nur weil das «Bodenpersonal» versagt, läuft man doch nicht dem lieben Gott davon. Bei vielen ist es auch die Kritik, die sie an der eigenen Religionsgemeinschaft und ihren Grundsätzen haben. Sie sind nicht einverstanden mit den öffentlichen Stellungnahmen ihrer Kirche. Doch anstatt ihre Ansichten einzubringen und etwas zu verändern, nehmen sie den Hut, nach dem Motto: «Wenn es nicht so läuft, wie ich das will, dann bin ich weg!» Pfarrer Ulrich Knoepfel, Präsident der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Glarus, bringt es auf den Punkt: «Wir werden kleiner, ärmer und älter – aber wir werden dafür bewusster.» Die Kirche könne nicht – wie noch in den Neunzigerjahren – auf jene zählen, welche einfach in die Kirche hineingeboren werden. «Heute braucht es dazu einen be - wussten Entscheid. So gesehen nähern wir uns dem Selbstverständnis einer Kirche der Willigen.» Selbsteinschätzung Etwas anders sieht die «Davonlaufproblematik» bei den Lehrverträgen aus. Patrick Geissmann, Hauptabteilungsleiter Höheres Schulwesen und Berufsbildung: «Auf jährlich zirka 410 Vertragsabschlüsse kommen jährlich zirka 105 Lehrvertragsauf - lösungen. Es wird also jeder vierte ab geschlossene Lehrvertrag irgendwann im Lauf der Ausbildung aufgelöst. Glarus sticht dabei weder positiv noch negativ heraus.» Allerdings – so Geissmann weiter – hat Glarus «einen sehr hohen Anteil von Jugendlichen, welche irgendwann einen Sek-II-Abschluss erreichen.» Oft liegen die Gründe für den Abbruch der Lehre in der Überschätzung – entweder in der Selbstüberschätzung oder bei der zu optimistischen Einschätzung durch den Betrieb. Bei manchen Menschen setzt sich das übersteigerte Selbstbild ein Leben lang fort. Sie entziehen sich den Bewährungsproben des Arbeitslebens und wechseln von Stelle zu Stelle. Fragt man sie nach den häu - figen Stellenwechseln, machen sie jeweils den Arbeitgeber oder die Umstände für ihr berufliches Versagen verantwortlich und lassen sich, wenn es denn gar nicht mehr geht, einfach krankschreiben, um einer drohenden Kündigung zuvor zukommen. Laufen statt davonlaufen Dabei könnte das Motto doch lauten: Durchhaltevermögen trainieren und laufen statt davonlaufen. So kann sich Patrick Hess, Präsident der Läufergruppe Glarus, über eine wachsende Zahl von Läuferinnen und Läufern freuen. «Die Entwicklung geht vom Spitzensport zum Breitensport. Ausgleichssport ist für mich fast ein Muss. Wenn ich keinen Sport machen kann, fühle ich mich unwohl. Der Gruppenzusammenhalt motiviert zum Laufen.» Motivation und Durchhalte - vermögen braucht es auch bei der Arbeitsmotivation und vermehrt wieder in der Politik und in der Religion – oder, wie Ulrich Knoepfel es ausdrückt: «Wir müssen die Hemmungen überwinden und wieder lernen, über Glaubensfragen zu reden. Auch am Stammtisch.» ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 23. März 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 24. März 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 23./24. März Dr.med. Ales Tilen Mittlere Bahnhofstrasse 8, Lachen Telefon 055 442 20 03 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 23./24. März Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Buchholz Buchholzstrasse 48, Glarus Telefon 055 640 26 40 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr.

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