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13. Ausgabe 2019 (28. März 2019)

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13. Ausgabe 2019 (28. März

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr.13 Donnerstag, 28. März 2019 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 4 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 19 – 24 Aus dem Linthgebiet 39 Auflage 32 040 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Professionell und menschlich Was hat man in den letzten sechs Jahren nicht alles über die KESB geschrieben? Seit am 1. Januar 2013 die KESB die Vormundschaftsbehörden ablöste, schiebt man den helfenden Kräften dieser Behörde den «Schwarzen Peter» zu für das, was in der Gesellschaft selbst falsch läuft. Aber die KESB hat sich nicht selber erfunden – nein, sie ist bitter nötig. Da ist es an der Zeit, für die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde eine Lanze zu brechen. Denn die KESB sucht sich ihre Fälle nicht selber. Im Gegenteil, sie kommt erst dann zum Einsatz, wenn das Wohl eines Menschen gefährdet ist, wenn sie von Aussenstehenden, Nachbarn, Schulleitungen oder Ärzten eine Meldung bekommt, dass wieder ein Mensch durch das soziale Netz fällt. Rund 800 Mal muss sie pro Jahr im Glarnerland Entscheide fällen, weil Angehörige überfordert sind. Das ist 800 Mal zuviel. Erziehungsberechtigte versäumen es im Dauerstreit mit ihren Partner/-innen, sich um ihre Kinder zu kümmern. Kinder aus verschiedenen Ehen werden in wildem Patch work zusammengewürfelt. Angehörige «vergessen» im Alltagsstress, ihren älteren Verwandten beizustehen. Wenn dann die Kinder in schmutziger Kleidung, verwahrlost und unregelmässig in der Schule erscheinen, wenn die häusliche Lage eskaliert, wenn man vereinsamte ältere Menschen abgemagert und verwirrt in ihren Wohnungen findet und ins Spital oder ins Heim bringt, weil sie über Jahre allein gelassen wurden, ist der Aufschrei gross. Doch nicht etwa deshalb, weil jene Angehörigen, die sich hätten kümmern sollen, sich in Grund und Boden schämen. Sondern weil eben diese sauberen Verwandten sofort mit dem ausgestreckten Finger auf die KESB zeigen und mit dem Gang vor Gericht zu drohen. Sie nehmen die Kinderzulage und die Unterstützung, sie schielen schon auf das Erbe, sind aber nicht bereit, selber etwas zu tun. Den eigenen Vater pflegen? Ums Himmels Willen nein! Für die Kinder kochen, mit ihnen Aufgaben machen, sie ins Bett bringen? Keine Zeit! Es wäre eine Aufgabe der Gesellschaft, das Wohl der Schwachen zu definieren, und die Aufgabe der Familien, sich um sie zu kümmern. Doch beides muss heute immer öfter die KESB übernehmen. Sie macht das professionell und gleichzeitig mit menschlichem Augenmass, sie nimmt jene in Schutz, die sich selbst noch nicht oder nicht mehr schützen können – und dies, obwohl sie dafür wenig Dank und Anerkennung, dafür viele Anfeindungen erntet. ● FJ Von grossem Interesse: Das Wo, Was und Wie beim Vorsorgeauftrag und bei allen anderen Aufgaben der KESB. KESB des Kantons Glarus Im Gespräch (Foto: FJ) Gleich dreimal stellten sich die Mitarbeitenden der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) unter dem Titel «Die KESB kommt» den Glarnerinnen und Glarnern vor – in Niederurnen, Schwanden und Ennenda. An diesen Anlässen konnte die Bevölkerung Fragen stellen. Der FRIDOLIN hörte zu. Wer definiert das Kindeswohl? Was ist eine Gefährdung? Wer prüft einen Vorsorgeauftrag auf seine Gültigkeit? Die Fragen, die KESB-Präsident Hansueli Brunner nach der Präsen - tation gestellt bekam, betrafen ganz verschiedene Aufgaben der Behörde. Brunner seinerseits wurde nicht müde, klar zustellen, dass die KESB nicht von sich aus aktiv wird, sondern erst, wenn bei ihr eine Gefährdungsmeldung eingeht. Bevor die Behörde dann entscheidet, sucht sie zuerst das Gespräch mit den Betroffenen und ihren Angehörigen und informiert sich über die Sachlage. Entscheide der KESB können vor dem Gericht an - gefochten werden. Konsensorientiert Von den etwa 800 Entscheiden, welche die KESB des Kantons Glarus jährlich fällt, und den 750 Fällen, welche sie führt, betreffen etwa zwei Drittel Erwachsene und ein Drittel Kinder. Der grösste Teil dieser Fälle, so Hansueli Brunner, ist konsens - orientiert. Das bedeutet, dass die Betroffenen und die Angehörigen froh sind, dass die KESB ihnen hilft. «Man kann Situationen regeln und klären, auch wenn die Umstände alles andere als perfekt sind», sagt Sozialarbeiter Brunner. Dafür arbeitet die KESB mit vorgelagerten Beratungsorgani - sationen wie Pro Senectute und Pro Infirmis zusammen, aber auch mit privaten Mandatsträgern, also mit Personen, die sich sozial engagieren und Betroffenen beistehen können. Nicht zuletzt setzt die KESB jene Empfehlungen um, welche die un - abhängige Anlaufstelle Kindes- und Erwachsenenschutz KESCHA zusammen mit der Universität Freiburg erarbeitet. Verbesserter Schutz Aber letztlich ist die KESB eine kantonale Behörde, wie sie der Gesetzgeber im 2013 in Kraft getretenen Kindes- und Erwachsenenschutzrecht (KESR) vorsieht – d. h. sie entscheidet auch über Schutzmassnahmen. Besonders anspruchsvoll, so Brunner, sind Situationen, wo getrennt lebende Eltern sich nicht über die Betreuung ihrer Kinder einigen können und wo die Kinder unter dieser Situation leiden. Und Situationen mit psychisch erkrankten Erwachsenen, die ihren Zustand oder ihre Urteilsunfähigkeit nicht erkennen. Hier wird es für die Beistände schwierig und solche Fälle benötigen Zeit und Ressourcen. «Es geht darum, die Betroffenen in unsere Perspektive einzuladen, das ist etwas vom wichtigsten: Augenhöhe herzustellen.» Und Augenhöhe macht sich bemerkbar in der Art, wie man seine Worte wählt, wie man kommuniziert. Die früheren Vormundschaftsbehörden waren traditionell mit Laien besetzt und auf Gemeindeebene organisiert – heute besteht die KESB im Kanton aus drei ständigen Mit - gliedern und vier Zusatzmitgliedern. Sie wird durch den Abklärungsdienst, ein Sekretariat und das Erbschaftsamt unterstützt. An der kommenden Landsgemeinde beantragen Landrat und Regierung eine Gesetzes - änderung, welche die Organisation der KESB vereinfacht und einen Familien rat einführt. Mit dem Familien rat bekommen Familien die Möglichkeit, im Rahmen entsprechender Vorgaben selber Lösungen zu finden, wenn es um das Wohlergehen ihrer Kinder und Jugendlichen geht. Ein Anfang ist gemacht Doch das vielleicht Spannendste an der Arbeit der Behörde sind die Fallschilderungen: Nicole Zweifel, Ludmila Schmidt, Tamara Mathys, Rahel Elmer, Priska Nold und Mario Hosang geben anhand von anonymisierten Fällen aus der Praxis einen Einblick in die so verschiedenen Aufgaben, die sie täglich zu lösen haben. Vom 13-jährigen Max, der unter der bevorstehenden Scheidung der Eltern leidet, über die bald volljährige Maria, deren Eltern ihr wegen ihrer physischen Beeinträchtigung weiter als Beistände zur Seite stehen bis hin zum demenziell erkrankten Herr Landolt und zu Vater Müller, der – falls er urteilsunfähig werden sollte – seinen Sohn mit dem Vorsorgeauftrag als Vertreter einsetzen will. Sie alle vertrauen auf eine KESB, die ihre An - liegen professionell behandelt. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 30. März 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 31. März 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 30./31. März Dr. med. Julia Kolodjaschna Roseneggweg 10, Ziegelbrücke Telefon 055 617 40 30 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 30./31. März Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr.

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