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14. Ausgabe 2019 (3. April 2019)

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14. Ausgabe 2019 (3. April

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr.14 Mittwoch, 3. April 2019 Verkehrsunfall- und Kriminalstatistik 4 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 23+24 Aus dem Linthgebiet 26 Auflage 32 040 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Wofür es sich zu kämpfen lohnt Wenn man heute eine Gedenkfeier begeht, so stehen Reden, Kränze und Kerzen im Mittelpunkt. Die Gedenkenden erinnern sich dann an jene Kämpferinnen und Kämpfer, die gestorben sind. Doch bei der Frage, wofür diese gekämpft haben und gestorben sind, muss das Gedenken kehrtmachen. Denn viele der Zustände, die damals zum Kampf führten, sind heute noch da. Damals drangen die Feinde durch die Letzimauer, stahlen das Vieh und drangsalierten die Bevölkerung. Doch die Bedrohung für die Verfassung und die Gesetze der Schweiz kommt nicht mehr von Viehdieben, sie kommt von Institutionen und anderen Staaten, von Ideologien und oft auch – ganz von innen her – aus der eigenen Gleichgültigkeit. Die nächste Abstimmung, welche aufs Tapet kommt, ist jene zum Waffengesetz. Heute muss sich die Schweiz mit EU-Richtlinien zum Waffengesetz auseinandersetzen. Ein institutionelles Rahmen - abkommen will die Schweiz stärker an die EU anbinden. Doch was bedeutet es für die Sicherheit der Löhne? Wo werden die Schieds - gerichte sitzen? Und wie werden die Freiheiten, die wir heute in der Schweiz geniessen, dadurch eingeschränkt? Beim Gedenken an die Gefallenen der Schlacht von Näfels lohnt es sich, einmal zu fragen: Wofür sie gekämpft haben, was sie damit erreicht haben und ob sich dafür heute zu kämpfen lohnt. Geht es um den Besitzstand? Kämpft man dafür, dass man die Konsumgüter möglichst billig weltweit einkaufen kann? Oder kämpft man für die Freiheit, sein Leben so gestalten zu dürfen, wie man es selber will? Geht es einem um Gerechtigkeit für alle Menschen weltweit? Geht es um lebenswerte Bedingungen für alle, um den Zugang zu Wasser und Nahrungsmitteln? Oder geht es darum, die Lebensbedingungen der Be völkerung im Kanton zu verbessern? Die Antwort auf diese Fragen wird – je nach Typ und Gesinnung – auch bei den Glarnerinnen und Glarnern eine andere sein. Aber unsere Vorfahren haben uns eines gelehrt: Es genügt nicht, bequem hinter der Letzimauer zu sitzen und seinen Besitzstand zu wahren. Auch heute braucht es den kämpferischen Einsatz. Vielleicht nicht mehr mit der Waffe. Aber man muss wissen, wofür man kämpfen will, und sich dafür einsetzen – indem man selber am politischen Prozess teilnimmt und sich gesellschaftlich engagiert. Wenn eine Gedenkfeier das aus - lösen kann, dann ist sie noch aktuell. Ja, dann ist sie mehr als Reden, Kränze und Kerzen, dann ist sie ein Aufbruchssignal. ● FJ Beim Gang auf den Fahrtsplatz: Das Gedenken an die Freiheit ist so aktuell wie 1388. Aufbruch nach Näfels Fahrt ins Grüne (Foto: FRIDOLIN-Archiv) Sie ist in jedem Frühling ein Aufbruch ins Grüne – die Näfelser Fahrt. Der FRIDOLIN sprach mit Martin Laupper, dem Präsidenten der General-Bachmann-Gesellschaft, über das, was die Fahrt auch heute noch bedeutet. Wenn jeweils auf dem Fahrtsplatz der Fahrtsbrief verlesen wird, so sorgt der Name dieses gefallenen Mollisers für Heiterkeit unter den Teilnehmenden: Ruedi unter dem Birnbaum. War er der erste Grüne? Wer weiss. Sicher hätte Ruedi gestaunt über unsere Zeit, in der man als junger Mensch statt in die Schlacht auf eine Demo geht. Auf jeden Fall hätte er den Mut gehabt, hinzugehen – er kämpfte ja auch zusammen mit seinen 600 Mitstreitern gegen eine 10-fache Übermacht. Und es waren Ruedi und seine Mitstreiter, die mit ihrem Mut grünes Licht für die Zukunft des Glarnerlandes gaben. Seit 630 Jahren einmalig Die Fahrt ist deshalb ein malig. «Es gibt kaum ein vergleichbares Beispiel für eine Gedenkfeier dieser Art», sagt Martin Laupper. «Seit einem Jahr nach der Schlacht von Näfels, ab 1389, wird diese Dankesfeier von den Glarnerinnen und Glarnern fast unverändert gewürdigt. In nur gerade sieben kurzen Gesetzesartikeln ist die Fahrt geregelt; heute würde dazu ein Gesetzbuch geschrieben. Vor allem ist sie leuchtendes Beispiel für religiöse Toleranz. Katholiken und Reformierte feiern mit grösstem gegen - seitigem Respekt gemeinsam.» Nicht nur aus religiöser, auch aus ökologischer Sicht lässt sich gegen die Fahrt wenig einwenden. Man geht zu Fuss, die Regierung fährt Kutsche, und wer müde ist, nimmt den ÖV. Bewährte Form Die Fahrt braucht in ihrer Form auch keine Veränderung. «Im Gegenteil», sagt Martin Laupper. «Sie ist eine beispielhafte herausragende öffentliche Gedenkfeier für ein entscheidendes historisches Ereignis auf dem Entstehungsweg unserer geliebten Schweiz.» Dieses Erbe will die General-Bachmann-Gesellschaft bewahren. «Deshalb lädt sie alljährlich prominente schweizerische Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Kirche an die Fahrtsfeier ein.» Dieses Jahr sind das u. a. Parteipräsidentin Petra Gössi, Brigadier Benedikt Roos, Nationalbankpräsident Thomas Jordan, Arbeitgeber - präsident Valentin Vogt oder Andreas Löwenstein, der CEO der Kopter Group. «Immer dabei sind politische Vertreter aus den Kantonen Uri und Schwyz.» Diesmal ist das Peter Tresch, Landratspräsident von Uri. «Diese Gäste beehren die Fahrtsfeier und damit die Glarnerinnen und Glarner und tragen, beeindruckt von diesem einzigartigen Anlass, den Geist von gelebter Freiheit und Selbstverantwortung in die Schweiz hinaus.» Aktive Teilnahme erwünscht Doch was würde General Bachmann selbst zur Fahrt sagen? «Der General Bachmann hätte grösste Freude, dass die Fahrtsfeier noch heute – nach unserer Landsgemeinde – der kantonal wichtigste offizielle öffentliche Feiertag im Jahreskalender einer Glarnerin und eines Glarners ist und entsprechend gefeiert wird», ist Martin Laupper überzeugt. «General Bachmann war ein engagierter und regelmässiger Teilnehmer an der Näfelser Fahrt und motivierte Jugend - liche mit einem kleinen Batzen, an der Fahrt aktiv teilzunehmen.» Ent - sprechend will die Gesellschaft die Erinnerung an diesen ersten Schweizer General und Wiederentdecker der Schweizer Fahne in Ehren halten. Ihr Zweck: «Durch die gemeinsame jährliche Teilnahme unserer Gesellschafter an der Näfelser Fahrt den Geist der Freiheit und Selbstverantwortung hochzuhalten sowie das kultur- und historische Erbe unserer Heimat zu pflegen und zu bewahren.» Was Ruedi unter dem Birnbaum wohl dazu gesagt hätte, dass ein Bürger – aus Protest – den Gedenkstein an ihn zum Ärgernis der Glarnerinnen und Glarner provokativ zudeckt? Man weiss es nicht, aber, so Laupper: «Alle, die an der Fahrt teilnehmen, setzen ein starkes Zeichen für die zentralen Werte unserer Gesellschaft, insofern ist die Fahrt jedes Jahr hochaktuell und zukunfts orientiert.» Denn ob Armbrust oder Abzockerlöhne, AHV/IV-Kasse oder der Anschluss an Europa – der Kampf für die Eigenständigkeit und die Freiheit geht auch 2019 weiter. Dank unseren Vorfahren, die sich 1388 nicht unterjochen liessen. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 6. April 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 7. April 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 6./7. April Dr.med. Felix Beano Glarnerstrasse 32, Siebnen Telefon 055 440 1010 Wochenend-Notfalldienst: ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Donnerstag, 4. April Samstag/Sonntag, 6./7. April Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Donnerstag, 4. April Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Samstag/Sonntag, 6./7. April Kleintierpraxis Buchholz Buchholzstrasse 48, Glarus Telefon 055 640 26 40 Donnerstag, 4. April Samstag/Sonntag, 6./7. April Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66

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