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16. Ausgabe 2020 (16. APRIL 2020)

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Donnerstag, 16. April 2020 | Seite 25 Mathias Oeschger im Gespräch Lieferkette der Solidarität 80 Prozent ihres Umsatzes macht die Brauerei Adler AG in Schwanden in der Gastronomie und mit dem Getränkefachhandel auch ausserhalb des Kantons Glarus. Diese Umsätze brechen dem Unternehmen derzeit wegen der Corona - virus-Pandemie weg. Was es braucht, damit das Braugeschäft wieder in Fahrt kommt, und wie er die Krise wirtschaftlich bewältigen will – der FRIDOLIN sprach mit Mathias Oeschger, Verantwortlicher Verkauf und Mitglied der Geschäfts - leitung der fast 200-jährigen Traditionsbrauerei in Schwanden. Mathias Oeschger vor der Abfüllanlage der Brauerei Adler AG. Für das Videostatement des jungen Unternehmers aus Glarus Süd Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto/Video: FJ) «Bier ist krisenresistent», sagt Mathias Oeschger. «Das weiss man aus der Vergangenheit.» Allerdings sind die Brauereien unterschiedlich von der Coronavirus-Krise betroffen. Während Grossbrauereien bis zu 50 Prozent ihres Umsatzes in den Läden der Warenhausketten und im Getränkehandel machen, setzt die Brauerei Adler AG das meiste Bier in Gast - stätten und über den Getränkefachhandel um. «Der Getränkemarkt in Schwanden läuft gut. Hier spüren wir, dass uns die Stammkundschaft in schwierigen Zeiten unterstützt.» Gleichzeitig habe man, so Oeschger, sofort einen Hauslieferdienst ein - geführt. «Wir haben viele ältere Kundinnen und Kunden, die den Service des Gratis-Lieferdienstes in Anspruch nehmen. Zwar ist dieser nicht rentabel, aber er ist wichtig für die Bevölkerung. Jetzt braucht jedes Unternehmen auch so etwas wie eine soziale Ader, denn wir müssen die Krise gemeinsam durchstehen.» Alle betroffen, gemeinsam kämpfen Entlang der Lieferketten seien alle Unternehmen betroffen. «Alle haben ihre Lager jetzt gefüllt, da muss jeder Abstriche machen, damit wir nach der Krise gemeinsam vorwärtsgehen können.» Ein Teil der Brauereien pumpt derzeit das Bier ab, um es destillieren und zu Desinfektionsmittel verarbeiten zu lassen. Doch Bier ist eben nicht dasselbe wie billiger Alkohol. «Für uns lohnt sich Abpumpen und Brennen nicht. Wir haben zwar eine Überkapazität, doch die wichtige Frage ist, wie lange die Krise noch dauert. Die Brauerei wurde am Mittwoch, 8. April, auf null runtergefahren. Wir haben sie gereinigt und für diese Zeit stillgelegt. Am Dienstag, 14. April, wurden aus den vollen Tanks unsere Spezialitäten abgefüllt – so zum Beispiel das Bügelspez, welches derzeit sehr stark nachgefragt wird.» Da die Brauerei zwei Monate im Voraus braut, sind die Tanks jetzt gefüllt. «Uns fehlen die Landsgemeinde und die Feste und Events in den Monaten Juni bis August. Den schlechten März können wir verkraften, aber jeder weitere Monat schmerzt uns mehr.» Arbeitsplätze sichern Die Brauerei wurde vor zwei Wochen in zwei Teams aufgeteilt. Das Getränkemarkt-Team arbeitet zu 100Prozent, das Brauereiteam zu 50 Prozent. Die zwei Gruppen des Brauereiteams machen Kurzarbeit, sie wechseln sich ab und arbeiten jeweils eine Woche, Physiotherapiepraxen von wirtschaftlicher Unterstützung ausgeschlossen Ohne Hilfe droht Konkurs Da der Bundesrat – wie bei der Pressekonferenz am Donnerstag, 9. April, bestätigt wurde – die selbstständigen Physiotherapeutinnen und Physio - therapeuten vom Massnahmenpaket für finanzielle Unterstützung ausschliesst, sind viele von ihnen existenziell bedroht. Auch im Glarnerland. Der Verband Physioswiss kämpft weiter für wirtschaftliche Hilfe. Der Bundesrat verlangt zwar, dass Physiotherapiepraxen als system - relevante Pfeiler der medizinischen Grundversorgung offen bleiben müssen, hat aber auch am Donnerstag, 9. April, bei den Korrekturen am wirtschaftlichen Unterstützungsprogramm keine Unterstützung für selbstständige Physiotherapeutinnen und -therapeuten beschlossen. «Wir müssen die Physiotherapiepraxis für Notfallpatienten und Patienten mit starken Schmerzen offen halten», sagt Karin Moro Bernold, Physiotherapie, Ziegelbrücke und Riedern, «der Rest unserer Patientinnen und Patienten aber darf nicht kommen. Das ist echt schwierig. Wenn wir schliessen müssten, so hätten wir Anrecht auf Entschädigung.» Laut Physioswiss sind die Erträge schweizweit um bis zu 90 Prozent zurückgegangen, bei Karin Moro sind es sogar 95 Prozent. «Davon kann man die Miete nicht bezahlen.» Bei weiterlaufenden Ausgaben für Mieten und Löhne, so Physioswiss, drohe der Hälfte aller Praxen der Konkurs innert weniger Wochen. Kommt es zu diesen Konkursen, kann in länd- haben dann eine Woche Bereitschaft. «So konnten wir allen Mitarbeitenden garantieren, dass es im Moment keine Entlassungen gibt. Bis Ende Mai sind die vollen Löhne garantiert. Das ist die soziale Verantwortung aller Firmen, dass sie die Leute angestellt lassen und die Löhne weiterzahlen. Der Bundesrat, unsere Regierung, die Gemeinde und die Verbände haben da grosse Arbeit geleistet. So wurden zum Beispiel alle Brauereien als versorgungsrelevant eingestuft. Das bedeutet: Der Nachschub unserer Rohstoffe ist gesichert, die Transporte mit Malz aus Deutschland, Frankreich und Tschechien kommen über die ‹Green Line› ins Land. Und Brauer aus Deutschland können auch wäh - rend der Coronavirus-Krise zur Arbeit kommen.» Zukunftsaussichten «Das Mühsamste an dieser Krise ist die Ungewissheit», so Oeschger. «Wir müssen uns laufend anpassen. Durch die Ereignisse und die Entscheide des Bundesrates sieht morgen vielleicht schon alles anders aus.» Die Aussichten seien aber nicht gerade rosig. «Wir sind gastronomielastig und die Gastronomie lebt vom Zusammensein. Da fragt es sich in Zeiten von ‹Social Distancing›, selbst wenn im Mai die Restaurants wieder aufgehen, wie lang es dauert, bis diese wieder gut besucht werden. Gerade auch bei Eventlocations mit 300 bis 400 Gästen.» Worauf er hofft? «Auf die Solidarität der Schweizer. Der naturnahe Tourismus des Glarnerlandes kann profitieren, die Zeltplätze, die SAC-Hütten, Braunwald, Elm und Mettmen – ich kann mir vorstellen, dass diese Orte und Lokalitäten einen guten Sommer haben werden.» Die grösste Sorge bereiten Oeschger die Feste. «Der August kommt näher und Grossevents wie etwa das ‹GLKB›-Sound of Glarus ist wichtig für den Umsatz.» Die Brauerei habe in der Vergangenheit Reserven bilden können, «aber mit jedem Monat schwemmt es mehr davon raus. Gleichzeitig rechnen wir mit Zahlungsausfällen aus der Gastro - nomie und der Eventbranche. Denn viele Gastronomen konnten keine Reserven bilden.» Letztlich sei es die Solidarität entlang der Lieferketten, die entscheidet. Wenn alle bereit sind, einen Teil des Verlusts auf sich zu nehmen, kann die Wirtschaft wieder in Fahrt kommen. Wenn dagegen massenhaft Betriebe Konkurs an - melden, so droht eine Rezession – nicht nur beim Bier, dort aber auch. ● FJ lichen Gebieten die Grundversorgung nicht mehr gewährleistet werden und es drohen längere Wartezeiten für Nachversorgung und Therapie mit teilweise massiven gesundheitlichen Konsequenzen. Physioswiss wird weiter gemeinsam mit vielen Partnerorganisationen (einer Allianz von über 150 000 Gesundheitsfachleuten) für wirtschaftliche Unterstützung kämpfen. Unter www.gl.ch/coronavirus sind alle Nummern der Hotline Wirtschaft, welche Fragen von Unternehmen und Arbeitnehmern zu Kurzarbeit, Arbeits- und Entschädigungsausfall, Arbeitslosigkeit, Überbrückungs - kredite und weitere wirtschaftliche Folgen der Massnahmen beantwortet. Sie erteilt auch Auskunft, ob ein Betrieb geöffnet bleiben darf oder nicht. ● pd./red. INSERATEANNAHME ) 055 6474747 * fridolin@fridolin.ch Lokal einkaufen Aktion zur Unterstützung der Wirtschaft in Glarus Süd Die Sicherheitsmassnahmen gegen COVID-19 schränken das wirtschaftliche Leben enorm ein. Mehr Informationen: QR-Code scannen oder unter www. glarussuedbringts.ch. Wie können die KMUs diese Krise überstehen und die Konsumenten zum lokalen Einkauf motiviert werden? Solidarität ist von allen Seiten gefragt. Die Gemeinde beschloss daher in Absprache mit der Gemeindeführungsorganisation und der Fridolin Druck und Medien AG die Aktion «Glarus Süd bringts» zu starten. Diese bietet den Firmen die Möglichkeit, ihre aktuellen Angebote bekannt zu machen. Und so funktioniert es: Jedem KMU mit Sitz in Glarus Süd offeriert die Gemeinde im FRIDOLIN ein Inserat. Ein zusätzliches Sonderangebot ermöglicht den Firmen, mit ihrem Inserat drei Wochen im FRIDOLIN präsent zu sein. Gleichzeitig erscheint das Inserat auf der von der Gemeinde neu geschaffenen Website www. glarussuedbringts.ch. Nebst Details zu der Aktion für Unternehmen bietet die Webseite weitere nützliche In - formationen für Einwohnerinnen und Einwohner aus Glarus Süd. ● Kantonsspital Glarus /Spital Linth, Uznach Dankeschön aus Schokolade Das Kantonsspital Glarus, das Spital Linth in Uznach und die Spitäler in der ganzen Schweiz leisten Aussergewöhnliches. Ihre Mitarbeiterinnen und Mit - arbeiter versorgen die Menschen trotz der Coronavirus-Krise gut. Die Schweizer Schokoladehersteller – unter ihnen auch Läderach – sagten Danke und ver teilten schweizweit Schokolade an die Spitäler. Ein «Schoggi-Herz» für die Pflegenden des Kantonsspitals Glarus. «Das Wenige, das wir in dieser Situation tun können, möchten wir tun», sagt Babette Sigg, Präsidentin der Schweizerischen Stiftung der Kakao- und Schokoladewirtschaft. «Deshalb haben unsere Stiftung und Schweizer Schokoladehersteller vor den Ostertagen viel Schweizer Schokolade für das Spitalpersonal gespendet.» Total kamen 11 Tonnen Schokolade zusammen. Die Trans - porteure waren in der Romandie, im Tessin und in der Deutschschweiz unterwegs und belieferten 88 Spitäler mit insgesamt 120 000 Angestellten. (Foto: zvg) Wirkungsvoller Energielieferant Bei den Spitälern ist diese süsse Energiezufuhr willkommen. Für einen «Energieschub» greifen zwar viele nach Traubenzucker. «Die Energie, die wir unserem Körper aber damit zuführen, verpufft in der Regel nach nur 15 Sekunden», sagt Neurobiologe Prof. Dr. Martin Korte. «Schokolade gibt ihre Energie deutlich langsamer an den Körper ab und kann unser Gehirn auf längere Zeit mit der benötigten Glucose versorgen. Im Gepäck erfahrener Bergsteiger findet man zum Beispiel selten Traubenzucker, viel häufiger dafür Schokolade. Und was das Spitalpersonal zurzeit leisten muss, ist sicher mit der Leistung von Hochleistungssportlern vergleichbar.» Merci – Danke – Grazie Die Schweizerische Stiftung der Kakao- und Schokoladewirtschaft, der Verband Chocosuisse und Schweizer Schokoladehersteller sagen Danke. «Für die Schweizer Schokolade - industrie ist es selbstverständlich, dass sie sich in dieser schwierigen Zeit solidarisch zeigt», sagt Urs Furrer, Direktor von Chocosuisse. «Im Namen der Schweizer Schokolade bedanken wir uns ganz herzlich beim Spitalpersonal und wünschen allen viel Kraft und gute Gesundheit.» ● pd.