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22. Ausgabe 2020 (28. Mai 2020)

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Donnerstag, 28. Mai 2020 | Seite 12 New Glarnerin als Krankenschwester In der Coronavirus-Hölle von New York Bethli aus New Glarus, Doppelbürgerin mit USA- und Schweizer-Pass, arbeitet im nahe gelegenen Madison Wisconsin als Chefin der Krankenschwestern im Spital. Abschied von der Familie, bevor die tapfere New Glarner Mutter Bethli am 14. April alleine nach New York fuhr. Sie wollte jedoch auch dort helfen, wo am meisten Patienten in Gefahr sind. So packte sie ihre Koffer und fuhr in ihrem Auto 15 Stunden von Wisconsin quer durch Amerika nach New York. Während sechsWochen hat sie dort an der Front Hunderte von Corona virus- Patienten betreut. Ihr Mann Joe nahm ein «Time out» in seiner Rechtsanwaltskanzlei, um bei den fünf Kindern der beiden zu bleiben und um diese während dieser Zeit zu betreuen. Am Mittwoch, 3. Juni, fliegt nun Joe nach New York, damit er mit Bethli zusammen im Auto die rund 1500 km, abwechslungsweise am Steuer, nach Teilentlassung im Spitalbataillon 75 Der Einsatz neigt sich dem Ende zu Die New Glarnerin Bethli im JFK-Memorial- Hospital im Staat New York. (Fotos: zvg) New Glarus zurückfahren kann. Und ihre Mutter weiss, dass sie diese Hilfsbereitschaft geerbt hat, denn Bethlis Grossmutter war nach dem Angriff auf Pearl Harbour 1945 in Manila und Cebu auf den Philippinen als Leutnant der US-Armee in einer Sanitätskompanie in Spitälern im Einsatz. ● Martin Vogel Seit dem 24. März 2020 unterstützt das Spitalbataillon 75 die zivilen Gesundheitsinstitutionen in der Ostschweiz bei der Bewältigung der Coronavirus-Pandemie. Nun, nach 10 Wochen im Dienst, wurde die Spitalkompanie 75/2 unter Bereitschaftsauflagen wieder entlassen. Und auch die restlichen Soldaten müssen nicht mehr lange bangen: Das ganze Bataillon wird bereits am Freitag, 29. Mai 2020 entlassen. Festtagsartikel zu Pfingsten Pfingsten, Babylon, Corona Das Pfingstfest ist in der Bibel das Fest, an dem aus einer Schar verängs - tigter Jünger eine mutige, in die Welt hinausziehende lebendige Kirche wird. Feuer und Sturm sind Zeichen dieses Aufbruchs – und das Wunder der Verständigung. Menschen, die sich fremd waren, reden miteinander und können einander verstehen. Kreter, Araber und Perser sind miteinander verbunden. Dieser Neuanfang hat ein Gegenstück im Alten Testament – den Turmbau von Babel. Die Menschen wollen sich in Babylon ein Denkmal setzen, einen Turm bauen, der bis in den Himmel reicht: Nichts soll uns unmöglich sein. Unterton der Erzählung sind Überheblichkeit und Grenzenlosigkeit. Diese Hybris nimmt ein jähes Ende mit einem Anti-Pfingst-Wunder: mit der babylonischen Sprachverwirrung. Menschen, die einander bisher verstanden haben, sprechen plötzlich eine andere Sprache. Ihr Projekt scheitert, sie werden vereinzelt und in alle Welt zerstreut. Pfingsten und Babel – eine Heils- und Unheilsgeschichte, die einander entsprechen. Immer wieder haben Maler und Dichter auf diese Motive zurückgegriffen und ihre Epoche damit gedeutet – als Warnung oder als Ermutigung. Gericht oder Aufbruch? Welches von beiden passt heute – in diesem Frühling, der von COVID-19 geprägt ist? Der Coronavirus kann beides sein: eine Mahnung und Vollbremsung und ein Neuaufbruch in Richtung Zu - sammengehörigkeit. Babel heisst: Nichts geht mehr. Alles steht still. «Shutdown.» Die Krise führt allen vor Augen, wie verletzlich wir sind. Lieferketten werden unterbrochen, «Just in time»-Produktion kommt zum Erliegen, wenn China nicht mehr liefert. Vor allem in der grössten Unsicherheit im März, mit Warnungen vor häuslicher Gewalt, mit Hamsterkäufen und Angst beim Pendeln, war diese Gerichtsstimmung am deutlichsten spürbar. «Seit dem Zweiten Weltkrieg haben wir nie mehr so gebannt die Nachrichten verfolgt», meinte ein älterer Zeitgenosse. Und: «Es schadet nichts, wenn wir wieder zur Besinnung kommen.» Krisen sind auch Chancen für Neuaufbruch. Wie oft ist in den vergangenen Wochen von Entschleunigung geredet worden. Wer sich ein Sabbatical oder ein längeres Time-out im Kloster nehmen konnte, wurde oft beneidet. Nun ist dieses Privileg von Be - sinnungszeit der Schweiz gleichsam zwangsverordnet worden. Verknüpft mit der Erfahrung der eigenen Vergänglichkeit kann daraus eine grosse Kraft zur Neuorientierung entstehen. In Amerika sind nach dem 11. September 2001 die Anzahl von Babies und Hochzeiten, die Zahl von Scheidungen und beruflichen Veränderungen deutlich angestiegen. Das Leben ist zu kurz, um es zu vertrödeln oder im Hamsterrad zu verpassen. Zum biblischen Pfingstfest gehört auch die neugewonnene Verständigung. Fremde verstehen einander und rücken zusammen. Die Coronavirus- Krise kann auch in dieser Hinsicht eine Einladung sein. Nicht nur auf persönlicher Ebene erfahren manche eine neue Zusammengehörigkeit – die Jüngeren kaufen für Ältere ein, die Swisscom verzeichnet einen deutlichen Anstieg von Telefongesprächen. «Bleiben Sie zu Hause» zeigt deutlich, wie wir Gemeinschaft brauchen und vermissen. Auch auf der globalen Ebene zeigt die Krise, wie alles miteinander verbunden ist. Wie die Klimafrage ist auch die Bewältigung der Pandemie eine Aufgabe, die nur gemeinsam gelöst werden kann. Selbst wenn es gelingt, die Neuansteckungen in der Schweiz auf eine Handvoll zu reduzieren – eine Dauerlösung ist der Alleingang nicht. Solange sich das Virus in anderen Weltgegenden ungebremst vermehrt, bleiben auch wir verletzlich. Wir sind weltweit eine grosse Familie. Bleibt zu hoffen, dass die Corona - virus-Krise im langfristigen Rückblick mehr dem Ereignis von Pfings - ten als dem Turmbau zu Babel gleicht. ● Edi Aerni, reformierter Pfarrer von Netstal Schmunzelstein des Alterszentrums Bruggli Unter der Sonne Die Spitalkompanie 75/2 wurde unter Bereitschaftsauflagen wieder entlassen. (Fotos: zvg) Es war ein denkwürdiger Moment, als der Bundesrat am 16. März 2020 den «Lockdown» und die Teilmobil - machung der Armee verkündete. Bereits am nächsten Tag rückten über 300 Soldaten des Spitalbataillons 75 in den Assistenzdienst CORONA 20 ein. Es war das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass ein ganzes Bataillon mobilgemacht wurde. Zur Bewältigung der ausserordentlichen Lage wurde das Bataillon mit zwei Sanitätskompanien verstärkt, es kam zeitweise auf einen maximalen Bestand von über 700 Personen. Entlastung des Gesundheitswesens Im Rahmen des Assistenzdienstes der Schweizer Armee unterstützten die Soldaten des Spitalbataillons 75 das Gesundheitswesen in der Ostschweiz. Die Aufgaben waren vielfältig. Die Mehrzahl der Soldaten wurde als Pflegehelfer in den Spitälern und Pflegeheimen der Region eingesetzt, aber auch im Rettungsdienst und sogar in einem Untersuchungsgefängnis, welches als Quarantäne- und Isolationsstation dient. Nach10 Wochen im Einsatz wurde am Freitag, 22. Mai, die Spitalkompanie 75/2 aus dem Dienst entlassen. Die Entlassungszeremonie fiel – Coronavirus-bedingt – eher schlicht aus. Auf Vertreter aus der Politik musste verzichtet werden. Der Bataillonskommandant, Major Tobias Marthy, brachte den Dank auf andere Weise zum Ausdruck. Alle Entlassenen erhielten eine Auszeichnung (Ribbon) für ihre Ausgangs - uniform. Ausserdem wurde das Feldzeichen, die Bataillonsfahne, entfaltet und zum Abschluss der Zeremonie die Nationalhymne gespielt. Definitiv Schluss – hoffentlich Am Freitag, 29. Mai, geht der Einsatz nun auch für den Rest des Bataillons zu Ende. Die Soldaten werden allerdings nicht definitiv entlassen, sondern verbleiben in einer Bereitschaft, sodass sie bei Bedarf innert 24 Stunden wieder aufgeboten werden können. ● Hptm Stefan Ledergerber Claudia fand ihn vor dem FRIDOLIN-Gebäude in Schwanden, an einem schattigen Plätzchen, etwas versteckt im Kies, zusammen mit einer Karte: «Diesen Schmunzelstein haben die Bewohnerinnen und Bewohner des Alterszentrums Bruggli gestaltet. Nehmen Sie ihn mit – oder deponieren Sie ihn an einem neuen Ort! Gerne würden wir erfahren, wo er gefunden wurde. Wir freuen uns über eine Nachricht, eventuell mit Foto des Schmunzelsteins! Bewohnerinnen und Bewohner des Alterszentrums Bruggli, Aktivierung, Bruggli 1, 8754 Netstal, E-Mail: schmunzelstein@bluewin.ch. Inzwischen hat sich der Schmunzelstein aber am Planetenweg zwischen Mollis und Netstal an ein sonnigeres Plätzchen gelegt. Wohin er als Nächstes kommt? Wer weiss! (Bildbericht: red.)

Donnerstag, 28. Mai 2020 | Seite 13 Eichenprozessionsspinner Reizt Haut und Atemwege Volg-Dorfturnier Dörfer spielen um den Pokal Das grosse Volg-Dorfturnier geht 2020 bereits in die vierte Runde. Dabei spielen Deutschschweizer Dörfer um den Sieg auf dem Fussballplatz. Fussballbegeisterte Mädchen und Knaben von 7 bis 12 Jahren, Trainer und Team-Coachs können sich noch bis am Sonntag, 31. Mai 2020, für ihr Dorf anmelden. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners verbringen den Tag in Knäueln an Stämmen und wandern abends in Kolonnen in die Baumkronen. Ihre Brennhaare rufen auf der Haut nessel - artige Entzündungen hervor. Besonders gefährdet sind Augenschleimhäute und Atemwege. Der Eichenprozessionsspinner tritt in der südlichen Schweiz auf, aber auch in Genf, Nyon, Sion, Delémont und am Neuenburgersee. Gemeldet wurde die Insektenart in Basel, Schaffhausen sowie zwischen Zürich und Luzern. Da heisst es: Wachsam sein. Ab Ende Mai entwickeln die Raupen ihre Gifthaare und tummeln sich auf sonnenexponierten Eichen – am Waldrand, in Schwimmbädern und in Parks. Da kann man leicht in Kontakt mit den Härchen kommen, die in den Verpuppungsgespinsten an den Baumstämmen hängenbleiben und jahrelang ihre giftige Wirkung behalten. Treten Haut- und/oder Atemwegsreaktionen auf, rät aha! Allergiezentrum Schweiz, eine Hausärztin oder einen Allergologen aufzusuchen. Wer diese Raupen entdeckt, sollte dies beim Pflanzenschutzdienst der Gemeinde melden. (Bildbericht: aha! Allergiezentrum Schweiz) Es darf gekickt werden: Deshalb zum Volg-Dorfturnier anmelden. Abstoss, Passspiel, Goal! Am grossen Volg-Dorfturnier wird im Spätsommer wieder gekickt. Am Sonntag, 23. August 2020, ist in Eschenbach LU Anpfiff zum ersten Qualifikationsturnier, drei weitere folgen an den kommenden Wochenenden in Bäretswil ZH, Konolfingen BE und Kirchberg SG, bevor am Sonntag, 20. September 2020, in Eich LU das grosse Finalturnier stattfindet. Aktivitäten neben dem Spielfeldrand an jedem Turniertag machen den Anlass auch für Zuschauer und Fans zum Erlebnis. (Foto: zvg) Erneut wird in zwei Alterskategorien gespielt: 7 bis 9Jahre (2011– 2013) und 10 bis 12 Jahre (2008 – 2010). Ein Dorf-Team besteht aus 7 bis 10 Spielenden inkl. Goalie, Trainerin/Trainer und Team-Coach (ab 16 Jahren). Anmeldeschluss ist am Sonntag, 31. Mai 2020. Die An - melde formulare können direkt in den Volg-Dorfläden abgegeben werden. ● pd. Weitere Informationen zum Volg-Dorfturnier unter www.volgdorfturnier.ch oder im Flyer, erhältlich in jedem Volg in der Deutschschweiz.