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23. Ausgabe 2020 (04. Juni 2020)

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23. Ausgabe 2020 (04. Juni

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 23 Donnerstag, 4. Juni 2020 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 4 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 20–24 Aus dem Linthgebiet 26 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Kein Ort Wer gerne boshafte Sprüche zu hören bekommt, ist bei alternden Schauspielerinnen wie Bette Davis an der richtigen Adresse. Es war Davis, welche den Satz prägte: «Das Alter ist kein Ort für Weichlinge.» Das stimmt: Die Schönheit lässt nach, man wird nicht mehr gebraucht, während die Gebrechlichkeit zunimmt – und insbesondere, wenn man den ausführlichen Katalog der Alterskrankheiten studiert, kann einem schon angst und bange werden. Das mag Davis gemeint haben mit ihrem Spruch. Dabei bekam sie – trotz Schlaganfall und Brustkrebs – bis zu ihrem Tod im 82. Altersjahr noch Filmrollen. Doch während sie diese Rollen spielte, ist es für fast alle anderen so, dass sie aus ihrer Rolle irgendwann nicht mehr herauskommen. Der Status, den sie einst hatten; die gesellschaftliche Position, die sie ausfüllten, bleibt an ihnen haften. Selbst wenn ihre geistigen Fähigkeiten nachlassen und dieser Status ausschliesslich in ihrer Erinnerung besteht, sind sie noch der erfolgreiche Unternehmer, die gepflegte Dame oder die Bäuerin, die immer barfuss ging. So auch der «200er-Nötli- Club» im Altersheim Bühli. Das waren drei ältere Herren, alle bereits geistig und körperlich vom Alter geplagt, welche stets ein 200er-Nötli in ihrer Hemdtasche trugen und am Mittagstisch Beschlüsse fassten, mit denen sie die Zukunft von Ennenda lenken wollten. Das hatten sie schliesslich zeitlebens getan, auch wenn es jetzt nur noch in ihrer Vorstellung geschah. Für die Pflegenden war das nicht einfach, nur amüsant. Denn wegen der sinkenden geistigen Kräfte der drei einst einflussreichen Ennendaner gingen die Banknoten immer wieder verloren, wurden verlegt und natürlich später – nachdem der Diebstahl angezeigt war – irgendwo wiedergefunden. Trotzdem spielten alle dieses Spiel mit – die drei wurden, wie alle anderen auch, auf ihre Art ernst genommen. Es macht den Menschen aus, dass er sich im Laufe seines Lebens immer wieder so anpasst, dass er Beziehungen knüpfen kann zum Du. Ohne Beziehung zum Du kein Ich. Weil Menschen mit Demenz mit der Zeit diese Fähigkeit verlieren und nicht mehr über die Brücke in unsere Welt gelangen können, ist es an uns geistig noch Gesunden, zu ihnen hinüberzu - gehen. Denn sie leben dort drüben, an diesem Ort der Erinnerung. Dass es dazu für jene, die da hinübergehen, Mut, Einfühlungsvermögen und Geduld braucht, beweist noch einmal: «Das Alter ist kein Ort für Weichlinge.» ● FJ Von links: Regula Etter, Geschäftsführerin; Esther Leuzinger, Zentrumsleitung sowie Leitung Pflege und Betreuung, und Melanie Müller, Stellvertretung Leitung Pflege und Betreuung sowie Teamleitung Haus «Eugsten». Pflege vor der Aussicht der Demenzwohngruppe im «Bühli» in Ennenda. Für das Videostatement zur bevorstehenden Eröffnung Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto/Video: FJ) Demenzwohngruppe «Schilt» im «Bühli» in Ennenda Raum für den Bewegungsdrang Fünf Jahre lang beschäftigten sich die Verantwortlichen der Alters- und Pflegeheime Glarus mit dem Neubau einer speziellen Wohngemeinschaft – es ist die Wohngruppe, wo in Zukunft Menschen, die an mittelschwerer bis schwerer Demenz erkrankt sind, zusammen wieder ein richtiges Leben führen können. Der FRIDOLIN durfte kurz vor der Fertigstellung reinschauen. «Bevor wir das neue Gebäude für die Demenzwohngruppe gebaut haben», sagt Esther Leuzinger, Leitung Pflege und Betreuung im Alterszentrum Bühli, «haben wir uns mit den drei Welten der Demenz befasst und in der ‹Sonnweid› in Wetzikon beraten lassen. Demente leben zuerst in der Welt der Erfolg losigkeit, dann in jener der Ziellosigkeit und zuletzt in der Welt der Schutzlosigkeit, wo sie in Embryostellung im Bett liegen. Wir haben uns entschieden, Raum zu schaffen für jene Menschen, die sich in der zweiten Welt der Ziellosigkeit und Unruhe befinden. Hier können wir ihnen in einem geschlossenen Bereich das Gefühl geben, wieder zu Hause zu sein.» Ein kleines Team wird in der Wohngruppe «Schilt» bis zu zwölf demenziell erkrankte Menschen mit Bezugspflege betreuen, wird mit ihnen Beeren im Hochbeet ernten, mit ihnen auf den Gängen gehen, mit ihnen Rüebli schälen und in der grossen Stube mit ihnen am Tisch essen. Die Zimmer bieten genügend Platz, um dort zu schlafen; die breiten Gänge in der Form einer endlosen Acht sind mit einer Perlenkette von Leuchten erhellt, die keine Schatten werfen. Hier kann man laufen, den Bewegungsdrang ausleben und aneinander vorbeikommen. Das Highlight ist der Garten mit dem gedeckten Sitzplatz, wo vor der Glarner Bergwelt die Welt der Erinnerung wieder lebendig wird. Abholen, mitfühlen «Es geht darum, die Menschen mit dem abzuholen, woran sie sich er - innern, und in ihren Schuhen zu gehen. Anstatt widersprechen, wenn sie behaupten, ‹Frau Leuzinger, mir hat man das Portemonnaie gestohlen›, das, was sie sagen, validieren. Also nach der Farbe des Portemonnaies fragen.» – «Oder auf die Gefühlsebene des Bewohners eingehen, das innere Gefühl erspüren, was ihn gerade bewegt. Dazu braucht es», so Melanie Müller, Teamleitung Pflege, «Einfühlungsvermögen, Respekt, Geduld und Verständnis.» Es braucht Schlaf - rituale wie in der Kindheit – deshalb lässt sich das Licht dimmen. «Um 17.00 Uhr wird ein gedunkelt, es läuft entspannende Musik. Denn die Bewohnenden sollten möglichst mit natürlichen Methoden einschlafen. Doch wenn jemand nicht ins Bett will, kann er noch in den Garten gehen oder im Flur rumgehen. Mit dem Dimmen aktivieren wir den Biorhythmus, da braucht es weniger Medikamente, um einzuschlafen.» Dabei gehe es – so Melanie Müller – darum, alle einzeln dort abzuholen, wo sie stehen, sich also nicht dem Krankheitsbild an - zupassen, sondern der Persönlichkeit. «Die gesunden Anteile rausholen. Das haben wir gelernt und tun es – mit Kinästhetik, mit Validation, aber vor allem mit gesundem Menschenverstand.» Die Fachpersonen suchen «Dazu haben wir die neuen Mitarbeitenden entsprechend ausgewählt», so Leuzinger. «Es braucht Erfahrung, um sich einfühlen zu können. Es ist zwar lernbar, aber man muss das Talent dazu haben, geduldig sein, sich anpassen können an den anderen Menschen und an den Tagesablauf der Wohngruppe. Entscheidend ist die gute Mischung des Teams, es braucht auch junge Leute.» Bei der Suche nach Fachpersonen in Pflege und Betreuung hilft auch der Neubau selber: «Alle, die sich be - worben haben, waren begeistert von den neuen Räumen und insbesondere vom Garten. Nun sind wir natürlich gespannt, ob unsere Philosophie darin auch gelebt wird. Wir haben so viel Zeit investiert, damit die Bewohnenden dort in ruhiger Atmosphäre einen stressfreien und normalen Alltag er - leben dürfen.» Laut Regula Etter, Geschäftsführerin APH Glarus, will man für dieses neue Konzept die richtigen Menschen finden – aus dem Kanton Glarus, aber auch ausserkantonal. Denn wegen der intensiven Betreuung ist das Leben in der Demenzwohngruppe teurer als in anderen Wohngruppen. Eine Ungerechtigkeit, so ist man sich einig, denn: «Demente Menschen sind im BESA-System tief eingestuft, obwohl sie sehr betreuungsintensiv sind.» ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 6. Juni 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 7. Juni 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 6./7. Juni Lentics.Augenärzte Praxis Dr. med. H. Wettler AG Neue Jonastrasse 85 Rapperswil-Jona Telefon 055 210 2171 Wochenend-Notfalldienst: ab Freitag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt (Notfallring) Kleintiere: Samstag/Sonntag, 6./7. Juni Kleintierpraxis Buchholz Buchholzstrasse 48, Glarus Telefon 055 640 26 40 • Wochenende ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. • Freitagnacht und Montagnacht: Wochenend-Notfalldienst. • Dienstagnacht: Kleintierpraxis Buchholz, Buchholzstrasse 48, Glarus, Telefon 055 640 26 40. • Mittwochnacht: Kleintierpraxis Landerer, Bahnhofstrasse 31a, Näfels, Telefon 055 622 20 20. • Donnerstagnacht: Kleintierpraxis Tierklinik am Kreis AG, Zaunweg 11, Netstal, Telefon 055 646 86 86. Grosstiere: Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Notfalldienst für alle Tierarten Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 ABC-INSEKT.CH Schädlingsbekämpfung Insektenschutz nach Mass Homeservice Dienstleistungen Entsorgungen 055 440 33 77 im Notfall sind wir 24 h für Sie da.