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24. Ausgabe 2020 (11. Juni 2020)

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Donnerstag, 11. Juni 2020 | Seite 26 Gemeinde Glarus Süd, Departement Wald und Landwirtschaft Revitalisierung Längrüti in Mitlödi Die Gemeinde Glarus Süd orientiert über ein geplantes Revitalisierungsprojekt an der Linth im Bereich Längrüti in Mitlödi. tb.glarus: Wärmeverbund Ennenda Baustart ist erfolgt Anfang Juni erfolgte der Baustart für den Wärmeverbund in Ennenda. Damit wird durch die Technischen Betriebe Glarus (tb.glarus) der Grundstein für Ein - sparungen von mehreren Hundert Tonnen CO 2 gelegt. Der Baustart zum Wärmeverbund von Ennenda. (Foto: zvg) Revitalisierung Längrüti in Mitlödi. Die Längrüti – oder auch bekannt als Mühle – in Mitlödi ist ein schöner Fleck. Hier hat sich die Linth über Tausende von Jahren einen Weg durch die Ablagerungen der Bergstürze vom Vorderglärnisch gegraben. Hier weist die Linth den letzten, noch nicht vollständig kanalisierten Flussabschnitt zwischen Linthal und dem Walensee auf. Hochwasserprobleme im Mühleareal Zwischen der Linth und einem steilen Erosionsbord steht die alte Mühle. Zum Schutz der Mühle und deren Umgebung wurden bereits vor über 100 Jahren hohe Wuhrmauern erstellt. Und doch ist es immer wieder zu Überschwemmungen des ganzen Areals gekommen. So letztmals im August 2005, als das Wasser rund einen Meter hoch stand. Auch traten immer wieder Schäden an den Wuhren auf, als möchte sich die Linth das ihr abgerungene Land wieder zurückholen. Die Mühle selbst wird seit mehreren Jahren nur noch als Wohnhaus genutzt. Das Wasser aus den diversen Quellaufstössen, welches früher vermutlich das Mühlenrad angetrieben hat, wurde in den letzten Jahren für eine Fischzuchtanlage genutzt. Ehemals natürliche Quellbäche wurden kanalisiert und in ein Betonkorsett gezwängt. Wegen der Hochwassergefährdung, des Gewässerraums, aber auch der Grundwasserschutzzone für das nahe Trinkwasserpumpwerk kann sich das Mühleareal als Wohngebiet nicht mehr weiterentwickeln. Grössere Aus- und Umbauten der zum Teil baufälligen Gebäude sind nicht bewilligungsfähig. Zudem befindet sich die Längrüti in einem möglichen Revitalisierungsperimeter des Kantons Glarus. Kantonale Revitalisierungsbestrebungen In der Schweiz sind rund 14 000 km der Fliessgewässer in einem schlechten morphologischen Zustand. Ge - mäss den Vorgaben des Bundes sollen rund ein Viertel dieser Gewässer (knapp 4000 km) in den nächsten 80 Jahren, ein Viertel davon (knapp 1000 km) in den nächsten 20 Jahren, revitalisiert werden. Aufgrund der gesamtschweizerischen Vorgaben ergibt sich für den Kanton Glarus in den nächsten 80 Jahren ein Revitalisierungsbedarf von 40 bis 45 km Gewässerlänge. In den ersten 20 Jahren der Planung muss der Kanton Glarus Gewässerabschnitte mit einer Länge von 10 bis 12 km revitalisieren. Die Umsetzung der Bundesvorgaben bilden für den Kanton Glarus eine grosse Herausforderung. Konflikte mit den Interessen der Landwirtschaft sind absehbar. Bei der Mühle in Mitlödi ergibt sich für den Kanton Glarus und die Gemeinde Glarus Süd nun die einmalige Chance, eine erste Revitalisierungsetappe an der Linth vor - zunehmen, ohne dass eine grössere Landwirtschaftsfläche betroffen ist. Revitalisierungsprojekt Längrüti in Mitlödi Eine Revitalisierung der Mühle stösst auf grosse Akzeptanz. Das Auf - wertungspotenzial ist gross und das Vorhaben kann zu einem grossen Teil mit Beiträgen des Bundes und des Kantons Glarus finanziert werden. Heute befindet sich die Liegenschaft in Privatbesitz. Die Gemeinde Glarus Süd kann – sofern die Gemeindeversammlung dem Vorhaben zustimmt – die Liegenschaft käuflich erwerben. Anschliessend kann die Gemeinde die Bauherrschaft für die Umsetzung des Revitalisierungsprojektes übernehmen. Das Revitalisierungsprojekt sieht verschiedene Massnahmen vor. Sämt - liche bestehenden Gebäude sollen abgebrochen und das Abbruchmaterial fachgerecht entsorgt werden. Weit - gehend zurückgebaut werden auch die bestehenden Wuhre an der Linth. Einzig im oberen Bereich des Areals muss zum Schutz des Abwasser - kanals, welcher im Bereich des Mühleareals die Linth quert, und zum (Plan: MARTY INGENIEURE AG) Schutz des Auslaufkanals der beiden Kraftwerke Seidendruckerei und Doppelpower der bestehende Uferverbau durch einen natürlicheren Blockwurf ersetzt werden. Der neue Blockwurf wird so eingebaut, dass der Linth mehr Platz gegeben werden kann. Unterhalb der Abwasserkanalquerung soll die Linth sich nun ungehindert auf die rechte Seite ausweiten können. Aufwertung Längrüti Eine grosse Chance bildet v. a. die Revitalisierung des Quellbaches. Alle Betoneinbauten und Fischzuchtbecken werden zurückgebaut. Die Ufer des Quellbaches werden ab - geflacht und revitalisiert. Der Bach soll als natürliches Fischrückzugsund Laichgewässer dienen. Weitere Quellaufstösse sollen als Amphibienlaichgewässer aufgewertet werden. Die Gemeinde Glarus Süd möchte die Längrüti aber nicht nur für die Natur aufwerten, sondern auch für die Bevölkerung zugänglich machen. Hierfür wird ein neuer Wanderweg zwischen der Linth und dem Fischrückzugsgewässer angelegt werden, und ein Rastplatz mit Feuerstelle, Tischen und Bänken direkt an der Linth soll zum Verweilen und Aus - ruhen einladen. Finanzierung des Projekts Die Kosten für den Landerwerb, den Rückbau aller Anlagen und Bauten, die Schutzmassnahmen für den Schmutzwasserkanal des Abwasserverbandes, die Revitalisierung der Linthufer und der Quellaufstösse sowie die Einrichtung des Rastplatzes und die Neuanlage des Wanderweges werden auf rund 1,2 Mio. Franken geschätzt. Bund und Kanton tragen voraussichtlich 80 bis 85 Prozent der Kosten. Weiter wurden der Gemeinde Glarus Süd aus dem «naturemade star»-Fonds von ewz rund 100 000 Franken zugesichert. Die Restkosten werden von der Gemeinde und dem Ab wasserverband Glarnerland ge - tragen. ● Die neue Heizzentrale Ennenda wird zunächst die Anlagen des Schulhauses Hof mit den beiden Alterszentren Salem und Bühli verbinden. Diese Schlüsselkunden ermöglichen von Anfang an einen kostendeckenden Betrieb. Sobald die erste Ausbaustufe per Anfang der Heizperiode 2020/21 in Betrieb geht, ergibt sich dank moderner Holzschnitzelheizungs - anlagen eine Einsparung der CO 2 - Emissionen um 245 Tonnen pro Jahr. Im Verlauf der Projektrealisierung werden weitere Kunden an den Wärmeverbund in Ennenda angeschlossen, womit der Ausstoss dieses Treibhausgases zusätzlich reduziert werden kann. Ideen der ZHAW für Glarus Süd Wandermärt Die Nachfrage nach umweltfreund - lichen Energieträgern hat stark zu - genommen. Das Angebot klima - schonender Energien wird daher für die Attraktivität des Standorts Glarus und Umgebung immer wichtiger. Deshalb setzen die tb.glarus verstärkt auf die Realisierung umweltfreund - licher Energielösungen für die Gebäude im Versorgungsgebiet. Aufgrund der Bautätigkeiten kann es in den kommenden Wochen zu Einschränkungen auf den Strassen rund um das Schulhaus Hof sowie zu Lärm - emissionen kommen. Die tb.glarus danken allen Anwohnern sowie den weiteren Anspruchsgruppen für das Verständnis. ● pd. In seiner Idee für Glarus Süd beschreibt Dimitri Chryssolouris etwas, was es mit dem Frischmärt bereits gibt – einen beweglichen Markt – und was in den Hofläden von einigen Landwirtinnen und Landwirten bereits betrieben wird. Allerdings entwickelt Chryssolouris die Idee weiter. Der Wandermärt soll als Ort des Austauschs zwischen den einzelnen Dörfern dienen, denn dieser Märt soll jeweils in einem anderen Dorf aufgestellt werden und von lokalen Produzenten geführt werden – ähnlich dem Samstagsmarkt in Glarus. Das würde die lokalen Produkte – vor allem aus der Landwirtschaft – bekannter machen und man könnte sie jeweils an einem Ort kaufen, anstatt selber die Hofläden abzufahren. Eine nachhaltige Idee, um den Wert der lokal pro duzierten Produkte zu steigern. Alle Videos und den Abstimmungslink findet man unter www.glarus-sued.ch unter «Fit für die Zukunft». Für die Projektbeschreibung im Video Fridolin + App downloaden und Foto scannen. (Bildbericht: FJ/Video: ZHAW) Frauenzentrale des Kantons Glarus Frauen in und nach der (Coronavirus-)Krise Frauen waren in den Wochen der Coronavirus-Krise die sozialen Airbags der Gesellschaft. Sie haben in systemrele vanten Berufen (über-)lebenswichtige Arbeiten geleistet, zu Hause Kantinen ersetzt, sich als Hilfslehrerinnen be tätigen müssen, ausgefallene Grosseltern kompensiert, ihren üblichen Teil zum Haushalt beigetragen und ganz nebenbei auch noch im Homeoffice gearbeitet. Und die allgemeine Krise ist für viele von ihnen zur ganz persönlichen Krise ge worden. Die Frauen - zentrale des Kantons Glarus versucht Hand zu bieten. «Es hat vermehrt Beratungsbedarf zu Trennung, Scheidung und auch häuslicher Gewalt gegeben», führt Constanze Neumann, Beraterin der Frauenzentrale des Kantons Glarus, aus. Auch dies ein Nebeneffekt der Coronavirus-Krise, die für viele Frauen zu einer ganz persönlichen Krise geworden ist, denn im beengten Miteinander während dieser Aus - nahmezeit sind vermehrt häusliche Konflikte aufgebrochen, die im «normalen» Alltag oftmals unter - gehen oder weggedrückt werden können. Dass viele Frauen Berührungsängste vor offiziell wirkenden Stellen haben, ist für Constanze Neumann offensichtlich: «Die Frauen kommen zu uns, weil sie wissen, dass wir un - abhängig und zur Verschwiegenheit verpflichtet sind.» Dazu gehört auch, dass Beratungen an einem neutralen Ort durchgeführt werden. Die häusliche Gewalt gegenüber Frauen hat, so sagen die Mitarbeiterinnen vieler Beratungsstellen unisono, während des «Lockdown» zugenommen. Und die Dunkelziffer ist hoch, denn viele Frauen sind zu eingeschüchtert und zu traumatisiert, um Hilfe zu suchen. Doch die Hilfe, das «Sich-Aussprechen-Können» ist elementar, um Wege aus der Krise zu finden, Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Dahinter steht auch die Politik, die sich mit der Unterzeichnung des Istanbuler Abkommens verpflichtet hat, Massnahmen gegen Gewalt an Frauen und häus - licher Gewalt zu ergreifen. Und das ist bitter nötig, solange für Frauen in diesem Land der gefährlichste Ort die eigenen vier Wände sind. ● pd. Frauenzentrale des Kantons Glarus, Beratung bei Krise, Trennung und Scheidung: Telefon 078 792 75 87. Weitere Informationen unter www.frauenzentrale-glarus.ch. INSERATEANNAHME ) 055 6474747 * fridolin@fridolin.ch

Donnerstag, 11. Juni 2020 | Seite 27 Mit dem EnergieCockpit der tb.glarus «Der frühe Vogel ... ... kennt seinen Verbrauch.» So müsste heute die Devise lauten. Matthias Rhyner, Projektingenieur, Systembetreuer und Marketing bei tb.glarus, installiert zusätzlich zu den «Smart Meter»-Stromzählern das neue EnergieCockpit, mit dem die Kunden ihren Verbrauch von Strom per Smartphone-App jederzeit im Griff haben. Einer dieser «frühen Vögel» ist Fritz Schuler aus Riedern, der jetzt genau sieht, wann er am besten mit Eigenstrom wäscht. Gratulieren Sie Ihren Lernenden zum erfolgreichen Lehrabschluss! Die Sonderseite im «FRIDOLIN» zum Thema Lehrabschluss erscheint am Donnerstag, 2. Juli. Matthias Rhyner installiert das EnergieCockpit bei Fritz Schuler. Zeigen Sie allen, dass Sie Lehrlinge ausbilden, dass Sie stolz auf Ihre Lernenden sind, und motivieren Sie sie für den Start in ein erfolgreiches Berufsleben. Vieles wird heute vom Gesetzgeber im Rahmen der Energiestrategie 2050 vorgeschrieben. Deshalb ersetzen die tb.glarus seit 2017 die Stromzähler auf dem Gemeindegebiet durch «Smart Meter», welche Daten automatisch austauschen können. Damit kann neu ohne Akontorechnungen punktgenau abgerechnet werden. «Im Zug der Energiestrategie sind wir verpflichtet, dem Kunden eine Möglichkeit zu geben, seinen Stromverbrauch zu kon - trollieren», sagt Matthias Rhyner. Optimieren Doch eigentlich könnte das «schlaue Messen» noch viel mehr. Wer seinen Verbrauch genau beobachtet, kann die Energie- und Wasserkosten optimieren respektive gezielt sparen und sich geschickt im Markt bewegen, der nach und nach geöffnet wird. Derzeit können nur Grossbezüger ihre Strom - anbieter frei wählen. Doch bald wird jeder seinen Anbieter frei wählen können. Die Technischen Betriebe stellen das Netz zur Verfügung, den Energiepreis bestimmen die Energieprodukte und das Spiel der Marktmechanismen. Eine interessante Möglichkeit für Kleinbezüger ist dabei der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV). Da liefern die Netzbetreiber den Strom bis zu einer bestimmten Schnittstelle; für die ZEV-interne Stromproduktion und die Verteilung ist der ZEV-Betreiber zuständig. Die Mitglieder im ZEV profitieren dafür bei der Netznutzung und beim Bezug von Energie. ZEV-Dienstleistungen können die Technischen Betriebe sowohl innerhalb als auch ausserhalb ihrer Versorgungsgebiets anbieten. Flexibilitäten managen Über das Modul EnergieCockpit werden die Daten vom «Smart Meter» für den Kunden bereitgestellt und über WLAN in seine Cloud gesendet. Dort sieht der Kunde nicht nur alle Zählerstände, sondern auch die Momentanleistung seiner Anlage, er weiss genau und zu jedem Zeitpunkt, wie viel er bezieht oder eben abgibt. Die Tech - nischen Betriebe ihrerseits können mit Smart Metering das Netz im Griff behalten, Flexibilitäten besser managen und – wenn Überlastung droht – Strom verbraucher mit Speichern, also etwa Boilern, Elektroautos oder Wärmepumpen, für kurze Zeit abwerfen, um die Last zu senken. Wie viel brauche ich? Mit dem EnergieCockpit bekommt der Kunde Übersicht. Er kann sich Alarme setzen, wenn der Verbrauch ein gewisses Mass übersteigt. «Dazu braucht man», so Fritz Schuler, «kein Spezialist zu sein. Wenn es installiert ist, kann jeder sehen, wie viel Strom vom Dach kommt.» Mit dem Zählerwechsel liess er für einen Einmal - betrag von 49 Franken gleich das EnergieCockpit installieren. «Vorher wusste ich nicht, wie viel ich selbst brauche und wie viel von meinem Strom ins Netz geht. Jetzt sehe ich, wann ich die Waschmaschine laufen lassen kann, damit ich meinen Eigenstrom noch effizienter nutze.» Bereits beim Bau seines Hauses – 2003 – entschloss sich Schuler, Sonnenkollektoren zu installieren. Im Jahr 2012 entschied sich Schuler, eine In-Dach- Photovoltaikanlage installieren zu lassen und einen Teil seines Stroms selber zu produzieren. Zusätzlich zur Einmalvergütung will er jetzt diesen Strom auch möglichst effizient einsetzen. Dazu nutzt er – als einer der ersten zwanzig – das EnergieCockpit. Insgesamt rund 8000 Bezüger haben die tb.glarus, und viele von ihnen könnten mit diesem innovativen digitalen Produkt genauer prüfen, wann sie wie viel Gas, wie viel Strom und wie viel Wasser verbrauchen. ● FJ Wählen Sie hier Ihr Anzeigen-Format: 1 54 × 50 mm Fr. 50.– 2 83 × 50 mm Fr. 90.– Preis exkl. 7,7% MwSt. Preis exkl. 7,7% MwSt. 3 4 112x70mm Fr.150.– Preis exkl. 7,7% MwSt. 141×100mm Fr. 290.– Preis exkl. 7,7% MwSt. Einsendeschluss: Freitag, 26. Juni fridolin@fridolin.ch • Telefon 055 6474747 Die Glarner Sonne kann auch Strom erzeugen: In-Dach-Anlage in Riedern. (Fotos: FJ)