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24. Ausgabe 2020 (11. Juni 2020)

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Donnerstag, 11. Juni 2020 | Seite 28 Einführungsklasse im Schulhaus Glärnisch Mehr Zeit für die Kinder Die Gemeinde Glarus führt im Schulhaus Glärnisch eine Einführungsklasse für üblicherweise 6 bis 14 Schülerinnen und Schüler. Die Einführungsklasse bietet den Kindern die Chance, vorhandene Entwicklungsrückstände aufzuholen und Grundlagen zu festigen, wenn sie die entsprechenden Anforderungen beim Übertritt in die 1. Klasse der Primarschule noch nicht erfüllen. Flugplatz Glarus Nord/Mollis Umgestaltung ehemalige Baumschule Die Gemeinde realisiert auf dem Areal der ehemaligen Baumschule am Flugplatz Glarus Nord derzeit verschiedene Arbeiten zur Umsetzung des Wildtierkorridors «Netstal» sowie ökologische Ausgleichsmassnahmen. Die Arbeiten dauern bis in den Herbst 2021. In der Einführungsklasse wird der Stoff des 1. Schuljahres auf 2 Jahre verteilt. Dies verschafft den Kindern mehr Zeit zum Üben und Vertiefen. Der Lernstoff wird ganzheitlich und handelnd erarbeitet, jedoch sind die Lernschritte kleiner und den Fähigkeiten der einzelnen Kinder an - gepasst. Die Einführungsklasse soll verbesserte Bedingungen schaffen für zukünftige Lernerfolge der Kinder. sensiblen Phase zusätzliche Zeit und Zuwendung in einem übersicht - lichen Rahmen durch die Lehrperson gewährt. Mit gezielten Lernangeboten können die Schülerinnen und Schüler an körperlicher, intellektueller, charakterlicher und/oder sozialer Reife gewinnen. Diese aufmerksame und intensive Schulung hilft den Kindern, Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten aufzubauen. Entwicklungsrückstände sind in unterschiedlichen Bereichen möglich Entwicklungsunterschiede haben unterschiedliche Ursachen und können in den familiären Bedingungen oder der Persönlichkeit des Kindes liegen. Unterschiede in der Gedächtnisfähigkeit, Sprache, Motorik, Aufmerksamkeit und Verhaltenskontrolle können bei Kindern im Alter von 4 bis 6 Jahren naturgemäss sehr gross sein. Damit ein Kind in der Schule nicht überfordert wird, ist die Betrachtung bei jedem einzelnen Kind notwendig. Einführungsklasse im Schulhaus Glärnisch als Chance Die beiden Schuljahre in der Einführungsklasse entsprechen der 1. Regelklasse der Primarschule und zählen als ein absolviertes Schuljahr. Nach 2 Jahren sind die Lernziele der 1. Klasse erreicht und die Schülerinnen und Schüler treten normalerweise reibungslos in die 2. Regelklasse über. Den Schülerinnen und Schülern wird damit in einer sehr Kantonaler Kirchentag 2021 «Fest für alle» Vom Weltdorf bis zur Astrophysik: In genau einem Jahr lädt der kantonale Kirchentag die Glarner Bevölkerung zum grossen, ökumenischen «Fest für alle» ein. Unter dem Titel «Mitänand bewegä – Salz der Erde, Licht der Welt» soll der Grossanlass vom Freitag, 11., bis Sonntag, 13. Juni 2021 eine Plattform für lebendige Begegnungen und gegen seitigen Austausch sein. Von Tradition bis zum kulinarischen Weltdorf, von Musik, Spiel und Bildung bis zum Food-Save-Bankett gibt es Veranstaltungen für jedes Alter. Als ein gemeinschaftliches, ökume - nisches Projekt der reformierten, katholischen und methodistischen Kirche im Kanton Glarus wird der Kirchentag einerseits ein Bekenntnis zur Freude am Leben sein. Anderseits bezieht er auch Stellung zu aktuellen gesellschaftlichen Themen. Er will zu Veränderungen anregen und zu Haltungen motivieren: Bewegen wir gemeinsam das Glarnerland. Setzen wir ein Zeichen für die Gemeinschaft – für die Freude am Leben und die Menschen in ihrer einzigartigen Vielfalt. Erste Highlights sind bekannt Das OK unter Leitung von Martin Laupper ist bereits seit geraumer Zeit an der Arbeit, um das grosse «Fest für alle» zu planen. Der Freitagabend steht unter dem Thema «Bi de Lüüt im Dorf». Sämtliche Kirchenglocken des Kantons werden den Kirchentag 2021 einläuten. Nach einem kurzen Inne - halten findet in jeder Kirchgemeinde eine Veranstaltung statt. Auch die Nacht wird als tiefes spirituelles Gefäss genutzt. «Mitänand i dr Stadt» heisst es am Samstag. Die ersten Highlights sind bereits bekannt: «Unfassbar – die Die Lehrpersonen sind sehr erfahren Das Pensum der Einführungsklasse im Schulhaus Glärnisch teilen sich die zwei Lehrpersonen Gabi Bee und Beatrice Bolanz. Beide verfügen über eine Zusatzausbildung als heilpäda - gogische Fachlehrpersonen und sie unterrichten die Einführungsklasse in Glarus bereits seit 14 Jahren. Neben dem Erlernen der Grundlagen legen sie den Fokus auf die Entwicklung der Selbstreflexion, Selbst- und Eigenständigkeit der Kinder. Trotz der vorhandenen Heterogenität lernen die Kinder oft alle am gleichen Thema. Dies erreichen die Lehrpersonen auch mit durchmischten Klassen in den Fächern Gestalten, Turnen und Schwimmen. Ihrer Erfahrung nach sind vor allem die Eltern der Einführungsklasse gegenüber anfänglich eher skeptisch gestimmt. Diese Skepsis lege sich üblicherweise spätestens durch den regelmässigen Austausch, beispielsweise an Elternabenden, und insbesondere mit den klar ersicht - lichen Fortschritten der Kinder. ● mobile Bar lädt zum Gespräch»: Die beiden Berner Pfarrer Tobias Jentsch und Bernhard Jungen begrüssen die Besucherinnen und Besucher am Bahnhof Glarus mit ihrer «Unfass - bar». «Von den Sternen zu Gott – Astrophysik versus Theologie»: Der international bekannte Astrophysiker Arnold Benz begibt sich mit dem Publikum ins Universum und betrachtet es sowohl aus der Sichtweise der Astrophysik als auch der Theo - logie. «Vom Laden auf den Tisch – das grosse Food-Save-Bankett»: Fabian Noser und sein Team kreieren am Samstagabend ein grosses Festbankett mit Zutaten, welche die Glarner Lebensmittelläden sonst entsorgt hätten. «Von Brecht bis Brahms»: Auf der Piazza in der Landesbibliothek Glarus klingt der Samstagabend aus: Zwei Sängerinnen mit musikalischer Begleitung singen Lieder von Brecht bis Brahms. Geistlicher Höhepunkt ist sodann der grosse ökumenische Festgottesdienst am Sonntag auf dem Lands - gemeindeplatz oder bei schlechtem Wetter in der Stadtkirche, ehe wieder alle Kirchenglocken des Kantons den Kirchentag 2021 ausläuten. Ein derart grosses Fest benötigt viele Helferinnen und Helfer. Wenn Sie dabei sein möchten, melden Sie sich bitte an. Oder werden Sie Sponsor und spenden Sie einen individuellen Betrag. Bereits jetzt herzlichen Dank! ● pd./mb. Kontakt: Kantonaler Kirchentag 2021, Sek - retariat, Wiesli 7, 8750 Glarus, Telefon 055 640 26 09, E-Mail: kirchentag@kk21.ch. Infos unter www.kk21.ch. Ausgleichsmassnahme: Die ehemalige Baumschule wird zum Wildkorridor. Auf dem Areal der ehemaligen Baumschule soll der ökologische Ausgleich für die zivile Nutzung des Flugfeldes Glarus Nord/Mollis geschaffen werden. Er ist eine Vorgabe aus dem Umnutzungsverfahren zum ehemaligen Militärflugplatz und kann nicht innerhalb des Flugplatzperimeters sichergestellt werden. Ziel ist, den Lebensraum für Amphibien und andere Kleinsäugetiere attraktiv zu gestalten. Unmittelbar neben der ehemaligen Baumschule befindet sich im Feldbach ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung, in welchem eine breite Anzahl verschiedener Amphibienarten vorkommt. Viele dieser Amphibienarten stehen auf der roten Liste gefährdeter Arten. Ebenso ist in diesem Gebiet eine reiche Fledermausfauna anzutreffen. Im gleichen Areal soll auch der überregionale Wildtierkorridor «Netstal» realisiert werden. Damit soll den Wildtieren ein hindernisfreies und sicheres Passieren der Talebene mit ausreichenden Deckungsmöglich - keiten ermöglicht werden. Dazu entstehen in diesem Gebiet Trittstein elemente. Gleichzeitig sind im Flugplatzgebiet Hecken zur Führung der Wildtiere geplant. Umfangreiche Massnahmen Derzeit laufen im nördlichen Teil der ehemaligen Baumschule verschiedene Arbeiten: In der ersten Phase wurden die Zäune und das über - zählige Gehölz entfernt sowie jener Bestand veräussert, welcher im Gartenbau noch Verwendung findet. Weg erschliessungen und weitere Installationen wurden zurückgebaut. Das zurückgewonnene Kulturland wurde mit Blumenwiesensaat begrünt und artenreichen Heckensträuchern Gemeindeeigene Objekte der Gemeinde Glarus Nord Nutzungsanlagen-Öffnungen (Foto: zvg) bepflanzt. In der zweiten Jahreshälfte erstellt die Gemeinde entlang der Kantonsstrasse die nötigen Amphibien leitwerke. Ab Frühjahr 2021 werden weitere Heckenelemente auf der Allmeind beim Flugplatz und beim Bodenwaldbach angepflanzt sowie Klein - gewässer, Ast- und Steinhaufen für Kleinsäuger und Amphibien ge - schaffen und mit den Landwirten der Unterhalt der neuen Trittsteine und die Bewirtschaftung der Krautsäume geregelt. Mit dem Abschluss sämtlicher Arbeiten sind die ökologischen Ausgleichsmassnahmen geleistet und die nötigen Trittsteine für den Wildtierkorridor Netstal östlich der Linth erstellt. Der südliche Teil der ehemaligen Baumschule bleibt weiterhin für die dort ansässigen Unternehmen nutzbar. ● Die Gemeinde Glarus Nord hat seit Samstag, 6. Juni 2020, die gemeinde eigenen Objekte und Anlagen wieder für die private Nutzung geöffnet. Grundvoraus setzungen für die Nutzung sind ein verbandsspezifisches Schutzkonzept, das Einhalten der allgemeinen Verhaltens- und Hygieneregeln des BAG sowie die Reinigung von genutzten Kontaktstellen wie Gerätschaften und Türfallen. Die Gemeinde Glarus Nord kehrt zurück zum Normalbetrieb: Seit Samstag, 6. Juni 2020, stehen die gemeindeeigenen Objekte und Anlagen wieder gemäss Benutzungsreglement der Gemeinde Glarus Nord zur Ver - fügung. Das Pandemie-Team erliess an seiner Sitzung vom Donnerstag, 4. Juni 2020, das zugrunde liegende Schutzkonzept für die gemeindeeigenen Objekte und Anlagen, welches das Schutzkonzept für die gemeindeeigenen Sportanlagen von Mitte Mai ersetzt. Nutzung mit Vorgaben Die Objekte und Anlagen der Gemeinde dürfen gemäss den Vorgaben der Gemeinde Glarus Nord genutzt werden, wenn die jeweiligen Nut - zenden ein plausibilisiertes Schutz - konzept vorweisen können. Viele Verbände bieten dafür Muster an. Ohne Schutzkonzept ist die Nutzung der gemeindeeigenen Objekte nicht gestattet. Die Kontrollen zur Einhaltung der Schutzmassnahmen obliegen dem Arbeitsinspektorat des Kantons Glarus. Weitere Voraussetzungen sind die Einhaltung der mittlerweile bekannten Verhaltens- und Hygienericht - linien des BAG. Vor allem bei An - lässen sind Präsenzlisten zu führen. Ebenso müssen die Kontaktstellen, beispielsweise benutzte Geräte, Türfallen usw., nach Benutzung desin - fiziert werden. Das Reinigungs- und Desinfektionsmittel ist durch die Nutzenden selbst mitzubringen, wobei das Ressort Liegenschaften resp. der zuständige Hauswart für unterstützende Auskünfte zur Verfügung steht. Wenige Einschränkungen bleiben Mit dem Erlass des neuen Schutzkonzeptes kehrt die Gemeinde Glarus Nord auch hinsichtlich Nutzung der gemeindeeigenen Objekte und An - lagen weitestgehend in den Normalbetrieb zurück. Zwei Einschränkungen bleiben: Das Dachgeschoss des Gemeindehauses Niederurnen bleibt bis auf Weiteres für Nutzungen gesperrt. Dies, weil das Dachgeschoss die einzige Räumlichkeit in den drei Gemeindehäusern ist, in welcher Sitzungen mit mehr als zehn Personen durchgeführt werden können. Ebenso bleiben die Duschen der Garderoben aus Praktikabilitätsgründen bei der Reinigung bis auf Weiteres für eine Nutzung gesperrt. Das Schutzkonzept kann unter www. glarus- nord.ch/schutzkonzept heruntergeladen werden. Die Gemeinde Glarus Nord ruft die Bevölkerung dazu auf, auch bei der Nutzung der öffentlichen Räume die Vorschriften des BAG, namentlich Social Distancing, weiterhin einzuhalten. ●

Donnerstag, 11. Juni 2020 | Seite 29 Wegen gefährlichem Weg auf Aueren «Alpaufflug» Weil der Weg auf die Alp aus Sicht der Tierbesitzer für die Kühe zu gefährlich wurde, «durften» die Milchkühe von Aueren heuer am Mittwoch, 3. Juni, einen ganz besonderen Alpaufzug erleben. Jakob (Köbi) Schnyder freut sich mit den Kühen über den ungewohnten, aber für die Tiere weniger anstrengenden Alpaufzug. Erfahrene Flughelfer der Heli-Linth AG und zahlreiche Helfer bereiten die Kühe auf ihren Flug nach Aueren vor. Ohne Anstrengung, aber mit Blick auf das Glärnischmassiv: ein aussergewöhnlicher Alpaufzug. Bequem und tierschutzkonform fliegen sie auf dem Sackberg los. Hoch in die Luft: 32 Kühe gelangen auf die Hochalp Aueren über Netstal und Glarus. Hoch über Netstal, verteilt auf drei Stafel von 1300 bis auf 2200 m ü. M., liegt die Auerenalp. Seit Generationen wird die nur zu Fuss erreichbare Alp von der Familie Schnyder aus Netstal gepachtet. Eigentümerin der am Fusse des Wiggis liegenden Hochalp ist die Gemeinde Glarus. Der imposante Zugang auf Aueren führt durch eine Felswand, 1000 Höhenmeter und früher 3000 steile Stufen hinauf. Unzählige Helfer, Geröll, morscher werdende Holztritte und um die 3 Stunden Aufstiegszeit prägten seit Jahrzehnten den Alpzugang für Mensch und Tier. Die Alpbestösser und Tierbesitzer Walter und Jakob Schnyder konnten und wollten das Risiko für ihre Tiere auf dem in den Fels gehauenen und am Abgrund liegenden schmalen Weg nicht mehr übernehmen. Weil sie zu Alpbeginn den Weg für das Vieh als zu gefährlich erachteten, nahmen sie den aussergewöhn - lichen, aber sichereren Alpaufzug per Heli - kopter in Kauf. Vom Sackberg, wo die «Passagiere» im Stall warteten, ging der «Alpaufflug» bei einer Luftlinie von 4 Kilometern rund 500 Höhenmeter hinauf. Am Mittwoch, 3.Juni, kamen so 32Kühe in etwas weniger als 2 Stunden auf das Hochplateau. Die Helikopterkosten von rund 5000 Franken werden vom Auftraggeber Schnyder – welcher zudem betont, dass vor allem die guten freiwilligen Helfer nicht wegzudenken waren – beglichen. So wurden die Kühe tierschutzkonform ge - sichert und über das Seil am Helikopter be - festigt. Die erfahrene Crew der Heli-Linth AG aus Mollis sowie weitere Helfer ermöglichten den Tieren heuer einen um einiges weniger anstrengenden «Aufstieg». Wie bereits am Startplatz, verliessen die Kühe beeindruckend ruhig nach dem Entfernen des Netzes den Landeplatz auf Aueren Unterstafel – ein kurzer Blick in die Umgebung, welche den meisten schon bekannt war, und schon fingen die Kühe an zu fressen, als wäre es ganz normal, mit dem Helikopter «z’Alp» zu fliegen ... ● Barbara Bäuerle-Rhyner, Elm Flughelfer Hans und Patrick sowie Tierbesitzer Jakob und Helfer Andreas nehmen die Tiere gekonnt in Empfang. Einige Kühe werden gar von ihren Kolleginnen erwartet. (Fotos: Barbara Bäuerle-Rhyner, Elm)