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26. Ausgabe 2019 (27. Juni 2019)

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26. Ausgabe 2019 (27. Juni

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 26 Donnerstag, 27. Juni 2019 Regierungsrat 6 Landrat 8 +10 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 21–24 Aus dem Linthgebiet 39 Auflage 32 040 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Des Höchsten Glück Preussenkönig Friedrich der Grosse sagte von sich: «Ich bin der erste Diener meines Staates!» Damit läutete er als selbstloser König tiefgreifende Reformen ein. Trotzdem war es «sein» Staat und er damit der Höchste der Preussen. Als Schweizerinnen, Glarnerinnen und Demokratinnen haben wir die Könige weitgehend abgeschafft, mit Ausnahmen: Wir küren noch immer Schwinger- und Schützenkönige und Schönheitsköniginnen. Damit meinen wir, dass sie der Inbegriff des Schiessens oder des Schwingens oder der Schönheit sind. Deshalb wird auch Roger Federer als «König des Tennis» bezeichnet. Aber bei den Höchsten in der Demokratie kennen wir keinen Spass, wie mir die Mailzuschrift nach meinem Artikel über den scheidenden Landratspräsidenten vor Augen führte: «Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Fridolin», stand da, «Im FRIDOLIN vom 20. Juni 2019 wird der scheidende Landratspräsident Bruno Gallati als ‹höchster Glarner› bezeichnet. Das ist er aber nicht. Diese ‹Höchster›-Titel tragen die Parlamentspräsidenten in der Schweiz, weil sie theoretisch mit ihrer Stichstimme über Gesetze entscheiden können. In Glarus macht aber nicht der Landrat die Gesetze, sondern die Landsgemeinde. Diese ist die Legislative und höchste Instanz im Kanton und wird vom Land ammann geleitet. Demnach ist der Landammann der höchste Glarner.» Das stimmt natürlich insofern, als die Landsgemeinde als höchste Instanz ja selber nicht der Höchste sein kann, sie ist ja keine Person. Doch wie ist es zu verstehen, dass der Landammann der höchste Glarner ist? Er hält das Schwert und fällt den Stichentscheid, wenn es bei der Ausmarchung halbe-halbe ausgeht. Ich sehe keine grosse Gefahr darin, wenn man Landammann oder Landratspräsident als den Höchsten bezeichnet. Die politische Gefahr in Demokratien orte ich darin, dass man Regierungspräsidenten zu hoch auf den Schild hebt – dann hängt das Glück des Landes an einer Person. Die Person, die dieses Amt ausfüllt, muss von der Security beschützt werden, da ohne sie das Land wie ein Schiff ohne Steuermann auf die Klippe zusteuert. Höchste, wenn es Personen sind, machen eine Gemeinschaft immer verletzlich und angreifbar. Deshalb schätze ich es als Demokrat doch sehr, wenn wir des Höchsten Glück nicht allzu sehr an Könige hängen – Schwinger-, Schützen- und Schönheitskönige immer ausgenommen. ● FJ Frisch, mit 53 von 54 Stimmen zum Landratspräsidenten gewählt und bereits im Einsatz: Der 51-jährige Dr. oec. Peter Rothlin (SVP) aus Oberurnen (Mitte). Dr. Peter Rothlin als neuer Landratspräsident Den Werten verpflichtet (Foto: zim) Am Mittwoch, 26. Juni, wählte der Landrat Dr. Peter Rothlin zum 134. Landratspräsidenten des Kantons Glarus. Der FRIDOLIN porträtiert das Amt und den Präsidenten und fand eine tiefgreifende Persönlichkeit, die dem Volk verpflichtet ist und bald zum ersten Mal Vater wird. Jahr für Jahr wählt der Landrat den Höchsten im Parlament – den Landratspräsidenten. Das mag auf den ersten Blick erscheinen wie ein Ehren amt. Denn es ist der Regierungsrat, welcher die Gesetze auf den Weg bringt, und es ist die Landsgemeinde, welche über die Gesetze entscheidet. Der Landratspräsident vertritt das Parlament bei offiziellen Anlässen und Veranstaltungen und moderiert die Sitzungen, ohne dabei mitzudebattieren. Wäre ein Präsident für vier Jahre gewählt, könnte er dem Landrat den Stempel aufdrücken, doch im Glarnerland dauert die Amtszeit jeweils ein Jahr, jedes Jahr ist eine andere Partei an der Reihe. Ist das Amt also bloss ein Ehrenamt? Parlamentspower Mitnichten. Denn obwohl im Glarnerland nicht der Landrat die Gesetze macht, sondern die Landsgemeinde, ist die Macht des Parlaments und seines Präsidenten nicht zu unterschätzen. Bei den grossen Würfen – etwa der Reduktion der Regierungsräte von sieben auf fünf, bei der Gemeinde - fusion oder beim Stimmrechtsalter 16 Jahre – setzte sich die Lands - gemeinde gegen Landrat und Regierung durch. Doch oft ändert die Landsgemeinde Gesetze kaum ab, 2019 etwa gab es keine Änderung. Gegenüber der Regierung kann der Landrat Gegensteuer geben. Man erinnere sich etwa an das neue Gesetz über Schule und Bildung, auf das der Landrat schon gar nicht eingetreten ist, weil da zu wenig Fleisch am Knochen war. Oder an die Debatten über die Legislaturplanung und die Richtplanung. Die Wertebasis Wenn der neu gewählte Landrats - präsident unter der Landesfahne Platz nimmt und die Leitung der Debatte übernimmt, so legt er sich auf die Werte der Demokratie fest. So, wie er diese im Laufe seines Lebens und seiner politischen Karriere verinnerlicht hat. Wenn einer aus dem poli tischen Mainstream kommt, so wird sein Credo sein, es möglichst allen recht zu machen. Hat er jedoch Oppo sitions - erfahrung, sind es die eigenen Werte, an denen er sein Denken und Handeln misst. «Es ist bequem, sich im poli tischen Mainstream zu be wegen. Lässt man sich auf die Opposition ein, wird man feststellen, dass dort Leute sind, die aufrichtig an ihre Grundsätze glauben, und dass bestimmt nicht alles falsch ist, was sie machen», sagt Peter Rothlin in seiner Antrittsrede als Landratspräsident und nimmt dabei jene in Schutz, die anderer Meinung sind. Jene, die nicht einfach den «richtigen» Standpunkt einnehmen, sondern den, an den sie glauben. «Ein Ort des freien Wortes» «Wenn Sie einen Blick ins Innenleben dieser Leute wagen, dann lernen Sie etwas über den Landrat selbst», sagt Rothlin weiter, «nämlich dass wir, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, über alle Parteien hinweg die gleichen Grundsätze verfolgen». Als ersten Grundsatz nennt er den Landrat als Ort des freien Wortes. Dieses Wort erteilt den Kolleginnen und Kollegen der Landratspräsident, und er tut es in einer genauen Abfolge. Natürlich bestimmen die politischen Fraktionen oft bereits im Vorfeld, wer für sie spricht – oft wird auch schon fest - gelegt, welche Argumente man ins Feld führen will. Trotzdem sind die Landrätinnen und Landräte frei, bei dem was sie sagen. Deshalb sind die Werte, die Rothlin in seiner Antrittsrede nennt, entscheidend. Sie sind der Nenner, auf den er alle verpflichtet: «Weitere Grundsätze sind: Freiheit, Eigentum für Private, Gerechtigkeit, Fürsorge und Vorsorge, Sicherheit, Gewaltenteilung und bei uns natürlich der heilige Fridolin.» Hier zeigt er den Mut, sich zur Schöpfung und ihrem Schöpfer zu bekennen. Und er setzt sich für die Freiheit im Alltag ein – von Schweizern und Glarnern. «Politiker begreifen nicht, dass die Verantwortung nur besser wird, wenn sie im Leben eingeübt werden kann», sagt Rothlin kritisch. Und genau um diese Mündigkeit, die nur in Freiheit eingeübt werden kann, geht es dem neuen Landratspräsidenten. ● FJ Die Abschieds- und Antrittsreden finden Sie auf Seite 8. Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 29. Juni 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 30. Juni 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 29./30. Juni Dr. med. Julia Kolodjaschna Roseneggweg 10, Ziegelbrücke Telefon 055 617 40 30 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 29./30. Juni Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Buchholz Buchholzstrasse 48, Glarus Telefon 055 640 26 40 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr.

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