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28. Ausgabe 2020 (9. Juli 2020)

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28. Ausgabe 2020 (9. Juli

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 28 Donnerstag, 9. Juli 2020 Aus dem Regierungsrat 10 –12 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 14 –16 Aus dem Linthgebiet 26 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Grenzen setzen Die Fluchtdistanz, bei der ein Tier abhaut, oder die Aggressions - distanz, ab welcher es angreift, können stark variieren. Bei einer Mutterkuh sind es – so sagt die Anleitung – wenigstens 20 Meter, bei einem Zebra sind es 106 Meter. Kunststück: Ein Zebra muss dem Löwen davonrennen können, eine Kuh ist – durch das Domestizieren – an Menschen gewöhnt. Die meis - ten Kühe sind also zutraulich, man braucht sie nicht zu fürchten. Selbst die Mutterkuh bleibt meistens cool. Es sei denn, man wolle ihr Kälbchen streicheln. Anders ist es beim Stier – aber der ist auf unseren Alp - weiden selten geworden. Im fernen Pamplona dagegen macht man sich während der Festivitäten zu Ehren des hl. Firmin einen Sport daraus (vom 7. bis14.Juli), um in engen Altstadtgassen mit den sechs Kampfstieren mitzulaufen, was nicht immer gut ausgeht. Besonders bei jenen, die schon «einen im Tee haben» und deshalb zu mutig oder zu langsam werden. Gut, dieses Jahr kommen sie heil davon – denn wegen Corona sind die Sanfermines 2020 abgesagt. Doch wie ist es unter uns Menschen? Gerade haben wir gelernt, dass es wenigstens 2 Meter Abstand braucht, um vor einer Übertragung des Coronavirus sicher zu sein. Seit Mitte Juni sind es noch 1,5 Meter. Von da bis zu 4 Meter ist die soziale Distanzzone – also die social distance –, die wir inzwischen bestens kennen. Noch weiter draussen beginnt die öffentliche Distanzzone: Wenn wir in der Badi oder am Klöntalersee unser Tüechli hinlegen, so erwarten wir, dass andere wenigstens 4 Meter wegbleiben. Kommen sie näher, gibt es Stress oder wir verziehen uns. Natürlich gibt es auch Leute, die näher an uns herandürfen als 1,5 Meter: der Masseur, der Arzt oder der Coiffeur. Ihnen erlauben wir, für kurze Zeit in unsere persönliche Distanzzone einzudringen. Auch beim Händeschütteln oder beim Tanzen geht das. Kommt uns aber sonst einer näher als den erlaubten Meter, so weichen wir aus. Wenn uns jemand auf die Pelle rückt und in unsere intime Zone kommt, reagieren wir – genau wie die Tiere – mit Flucht oder mit Angriff. Leute, die uns so nahe kommen, empfinden wir als aufdringlich und damit als unangenehm – es sei denn natürlich, es ist der Schatz oder ein Kind. Offenbar gehört es einfach zur Natur, dass wir – ob Mensch oder Tier – klare Grenzen setzen und, noch wichtiger, diese Grenzen bei anderen auch respektieren. Sonst gibt es Stress, und das nicht zu knapp. ● FJ Auch im Glarnerland unterwegs: Mutterkühe und Wanderer. Für das Herdenschutzhunde-Video Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto: Ruedi Kuchen/Video: © BAFU) Unterwegs bei Glarner Mutterkühen Mütter schützen ihre Kinder «Das Wandern ist des Müllers Lust ...» – trotz oder gerade wegen der Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus erschallt in den Bergen vermehrt das vertonte Gedicht eines Autors, der auch so hiess: Wilhelm Müller. Es ist auch die Zeit, in der das Vieh auf den Alpen den Sommer verbringt. Kontakte zwischen Mensch und Tier sind dabei vorprogrammiert. Vorsichtsmassnahmen helfen, gefährliche Begegnungen zu vermeiden. Vor einigen Wochen haben in der Schweiz die Alpaufzüge stattgefunden. Im Gegensatz zu anderen Regionen fanden diese Aufzüge im Kanton Glarus «im Stillen» statt, wie es Fritz Waldvogel, Präsident des Glarner Bauernverbandes, ausdrückt. Zum einen lag dies daran, dass die Sennen früher mit ihren Herden, wegen der langen Wege oft schon um 03.00 Uhr, aufgebrochen seien, um bei Sonnenaufgang auf der Alp zu sein. Weil es jedoch manchmal zu schweren Un - fällen mit Autos gekommen sei, wenn die Herden in den dunklen Morgenstunden unterwegs gewesen seien, werde das Vieh heute meistens mit Anhängern auf die Alp oder zumindest bis in deren Nähe transportiert. In anderen Regionen eine Touristenattraktion In anderen Regionen werden die Alp - aufzüge als Volksfest und Touristen - attraktion begangen. Im Wallis blieben die Sennen und Älplerinnen in diesem Sommer allerdings unter sich, denn: «Aufgrund der Coronavirus- Epidemie finden die Alpaufzüge ohne die Öffentlichkeit statt.» International bekannt ist der Alpaufzug in Adel - boden, wo rund 500 Kühe über einen schmalen und steilen Weg über knapp 600 Höhenmeter auf die Engstligen - alp geführt werden. Doch im letzten Moment wurde wegen der Corona - virus-Pandemie auch hier die Öffentlichkeit ausgeschlossen; bis kurz zuvor war im Internet noch zu lesen: «Achtung: Während des Alpaufzugs wird auf der Alpaufzug-Strecke jede Haftung abgelehnt!» Jedes Jahr Vorfälle mit Verletzten «Jede Haftung abgelehnt» – das werden in der ganzen Schweiz die Halter der Tiere während der Sömmerung nicht mehr in jedem Fall sagen können. Auf der Alp lauern viele Gefahren: Ein Tier kann abstürzen, einem Blitzschlag zum Opfer fallen oder einen unvorsichtigen Wandervogel verletzen. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) empfiehlt den Bauern deshalb unbedingt eine Haftpflichtversicherung (in vielen Fällen sogar obliga - torisch) und allenfalls eine separate Rechtsschutzversicherung mit ein - geschlossenem Strafrecht. Genaue Zahlen für unliebsame Begegnungen zwischen Mensch und Tier sind nicht in Erfahrung zu bringen (aus dem Kanton Glarus ist sogar kein einziger Fall bekannt), doch manchem mögen noch Meldungen aus dem letzten Jahr in Erinnerung sein: Am Berninapass wurde ein 55-Jähriger von einer Mutterkuh angegriffen und schwer verletzt. Bei Silvaplana GR wurden drei Frauen und ihr Hund von einer Kuh angegriffen. Alle drei mussten ins Spital gebracht werden. Bei der Bannalp NW kam es im Sommer 2019 gleich zu zwei Vorfällen: Im Juli wurde ein Hund von einer Kuhherde zu Tode getrampelt; der Hundehalter zog sich Verletzungen zu. Einen Monat später wurden zwei Wandergruppen von einer Kuhherde angegriffen; zwei Personen mussten mit der rega ins Spital geflogen werden. «Wenig bis gar keine Kenntnisse» Wie können solche Zusammenstösse verhindert werden? Eine Möglichkeit ist die rabiate Art, die meistens dann gewählt wird, wenn die politisch Verantwortlichen jegliches Risiko ausschliessen möchten: man verbietet. So wurde in Nidwalden vorüber - gehend der Wanderweg gesperrt, danach wurde ein Hundeverbot erlassen und schliesslich wurden die Hirten angewiesen, ihre Herde auf eine Wiese ausserhalb des Wandergebiets zu verlegen und mit den Tieren möglichst bald wieder zu Tal zu fahren. «Wir können das Risiko von weiteren Konfrontationen zwischen Kühen und Wanderern nicht mehr tragen», so damals der Gemeindepräsident. In der Regel wird jedoch versucht, ein friedliches Nebeneinander von Nutztieren und Freizeitsportlern zu ermöglichen. Das beginnt mit den Vorbeugungsmassnahmen durch die Landwirte und Älpler: Aggressive und verhaltensgestörte Tiere sollen gar nicht erst gesömmert werden, auch müssen Hinweisschilder oder Umleitungen die Risiken von Anfang (Fortsetzung auf Seite 4) Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 11. Juli 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 12. Juli 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 11./12. Juli Dr.med. Felix Beano Glarnerstrasse 32, Siebnen Telefon 055 440 1010 Wochenend-Notfalldienst: ab Freitag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt (Notfallring) Kleintiere: Samstag/Sonntag, 11./12. Juli Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 • Wochenende ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. • Freitagnacht und Montagnacht: Wochenend-Notfalldienst. • Dienstagnacht: Kleintierpraxis Buchholz, Buchholzstrasse 48, Glarus, Telefon 055 640 26 40. • Mittwochnacht: Kleintierpraxis Landerer, Bahnhofstrasse 31a, Näfels, Telefon 055 622 20 20. • Donnerstagnacht: Kleintierpraxis Tierklinik am Kreis AG, Zaunweg 11, Netstal, Telefon 055 646 86 86. Grosstiere: Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Notfalldienst für alle Tierarten Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Edgar Thoma GmbH Plattenbeläge Sonnenhügelstrasse 10 Postfach 850 8750 Glarus T 055 640 43 64 F 055 640 43 65 M 079 405 08 06 edgar.thoma@bluewin.ch