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3. Ausgabe 2020 (16. Januar 2020)

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3. Ausgabe 2020 (16. Januar

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 3 Donnerstag, 16. Januar 2020 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 6 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 16 – 19 Aus dem Linthgebiet 29 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Pneuabrieb und Sonnencrème Quizfrage eins: Was haben der Pneuabrieb der Autoreifen auf der Strasse mit Sonnencrème, Duschgel, Verhütungs- und Abwaschmittel gemeinsam? Ihre Inhaltsstoffe geraten als synthetische Substanzen – teilweise in Millionstelgrammen – in unsere Gewässer. In die Flüsse, in die Seen, ins Grundwasser. Dort bleiben viele von ihnen drin – selbst wenn das Wasser in der Abwasserreinigungsanlage gereinigt wird. Denn im Gegensatz zu Mikroverunreinigungen natürlicher Herkunft werden sie oft gar nicht oder nur unvollständig abgebaut. Eine gespenstische Vorstellung. 100 000 solcher Substanzen sind schon auf dem Markt, jährlich kommen 200 bis 300 neue Substanzen dazu, welche von der chemischen Industrie entwickelt werden. Ob Fische oder Algen, Gemüse oder Nutztiere – sie alle reichern diese Substanzen an und so gelangen diese über die Nahrungskette in unseren Körper. Damit wir Menschen nicht irgendwann einen ganzen Cocktail solcher Stoffe zu uns nehmen, werden Abwasserreinigungsanlagen heute mit teuren MV-Anlagen ausgerüstet. Sie filtern Mikroverunreinigungen wieder aus dem Wasser und bauen diese ab. Quizfrage zwei: Was hat das alles mit Ihnen oder mit mir zu tun? Zuerst einmal bezahlen wir alle mit – ob wir nun Sonnencrème einreiben und Auto fahren oder ob wir dies nicht tun. Denn die Kosten werden über eine Gebühr erhoben, die wir nicht verändern können. Aber – und das wird einige vielleicht erstaunen – wir alle sind irgendwie «schuld». Wir können uns nicht dagegen wehren, irgendwo mitschuldig zu werden – meistens stehen die schädlichen synthetischen Inhaltsstoffe nicht einmal auf der Verpackung und beim Autooder Veloreifen oder bei den Kosmetika begrüssen wir diese Inhaltsstoffe sogar. Denn sie machen den Gummi letztlich dauerhafter oder helfen dabei, dass er besser auf der Strasse haftet. Sie machen, dass die Haut auch beim mehrmaligen Waschen oder Duschen nicht austrocknet, sie schützen uns vor den Strahlen der Sonne im Hochgebirge – und uns damit vor früher Hautalterung und Hautkrebs. Nichts, wirklich nichts von dem, was wir tun, ist völlig gefahrlos für die Umwelt. Doch anstatt zu Hause zu bleiben und sich zu beklagen, ist es vielleicht besser, vorwärts zu schauen, zu akzeptieren, was wir nicht ändern können, und das zu ändern, was sich ändern lässt. Verantwortungsbewusst und im Vertrauen darauf, dass mit wachsender Not auch das Helfende grösser wird. ● FJ Klaus Biermann und Georg Banzer vor dem Faulturm im neuen Gewand. AV Glarnerland enthüllt Fleissige Faultürme (Foto: FJ) Es war eine Enthüllung mit Ankündigung auf den gestrigen Mittwoch, 15. Januar: Der erste von vier Faultürmen zeigt sich 20 Meter hoch neu in blauem, grauem und gelbem Eternit. Vorbei ist es mit dem Tarnanstrich. Der FRIDOLIN packte die Gelegenheit beim Schopf und fragte bei Betriebsleiter Klaus Biermann nach. Über Mikroverunreinigungen, steigende Gebühren und Autarkie. Eine Kläranlage braucht – prozessbedingt – Faultürme. Jene der ARA Glarnerland stehen seit 40 Jahren. In ihnen wird der Klärschlamm, der auf der Kläranlage anfällt, ausgefault. Dabei fallen pro Jahr über eine Million Kubikmeter Klärgas an, das in Blockheizkraftwerken zu Wärme und Strom umgewandelt wird – Strommenge aus diesem Abfallprodukt: jährlich über 2 Gigawattstunden. «Aufgrund des schlechten Bauzustandes sind die Türme sanierungsbedürftig», so Klaus Biermann, Betriebsleiter Abwasserverband Glarnerland. «Die Fassade war defekt und noch mit Asbest belastet, und die Wärmedämmung entsprach nicht mehr den Auflagen.» Deswegen bekommen die Türme eine neue, dickere Isolierung und eine neue Abdeckung. Die neue Farbe ist, so Georg Banzer, Präsident des Abwasserverbandes, Programm: «Wir haben uns entschieden, die sanierten Türme nicht – wie bis anhin üblich – mit fahler, unauffälliger Farbe zu tarnen. Sie haben ein wichtiges Innenleben. Hier entsteht aus Schlamm Gas, das gespeichert und zu Strom umgewandelt wird.» MV – das kostet Wirklich teuer ist die neue Reinigungsstufe für Mikroverunreinigungen. «Diese neue Reinigungsstufe macht», so Biermann, «rund 40 Prozent der Gesamtkosten des Projektes ARA 2025/2040 aus.» Das sind fast 20 Millionen Franken. Die im Abwasser befindlichen Mikroverunreinigungen seien seit Anfang der 2000er-Jahre ein Thema. «Sie sind in vielen wissenschaftlichen Berichten belegt, sodass mit der neuen Gewässerschutzverordnung, gültig seit 2016, auch die ARA Glarnerland als Oberlieger des Zürichsees die Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser eliminieren muss.» Wirtschaftlicher geworden Parallel zur Sanierung der ARA werden zusätzliche Einwohner an die Kläranlage angeschlossen. Mit dem Anschluss des Sernftales und des Abwasserverbandes Walensee steigen die Betriebskosten nur geringfügig, doch die Kosten können besser verteilt werden. Zudem werden – dank dem Verbund mit Kläranlagen der Region – die Kosten der Trocknung und Entsorgung von Klärschlamm breiter getragen. «Die Energiegewinnung aus Klärschlamm wurde», so Biermann, «mit der Photovoltaikanlage ergänzt.» Ein Solarfaltdach für 2,4 Mio. Franken liefert zusätzliche Energie, sodass die ARA Glarnerland «unter dem Strich energieautark» wird. «Die PV-Anlage rechnet sich aufgrund der steigenden Strompreise.» Gleichzeitig konnte der AV Glarnerland so beim Bund eine Reihe von Subventionen beantragen, welche die Rechnung entlasten – etwa die KEV für das Blockheizkraftwerk, die Einmalvergütung für die PV-Anlage oder die Subventionen für die MV- Anlage und die Massnahmen gegen Methanschlupf. Gebührenanstieg erklärt Trotzdem stiegen die Abwassergebühren – etwa in Schänis oder in Glarus Süd – massiv an, was die Gemüter bewegt hat. «Es trifft zu, dass die Kosten in den letzten zwölf Jahren deutlich gestiegen sind», sagt Biermann. Doch weil die Abwassermenge jährlich variiere, solle man das nicht auf den Kubikmeterpreis beziehen. «Die effektiven Betriebskosten geben da eine bessere Abbildung. Die Gründe für den Kostenanstieg liegen vor allem in den steigenden Abschreibungen durch Neuinvestitionen und Sanierungen sowie bei der inzwischen eingeführten Abwassergebühr für die MV-Elimination – gemäss der aktualisierten Gewässerschutzverordnung von 2016. Zudem war auch der Ausgangspunkt der Gebühren vor zwölf Jahren zu tief und nicht nachhaltig kalkuliert. Ein Grossteil der Anlagen war abgeschrieben. Es bestand Nachholbedarf im Werterhalt der Infrastruktur.» Zwar seien die Gebühren – auch wegen der nötigen Sanierung – jetzt angestiegen, doch: «Um dies für die Zukunft besser zu gestalten, auch im Sinne einer Generationengerechtigkeit, ist der Abwasserverband Glarnerland mit dem Preisüberwacher zusammen in Klausur.» ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 18. Januar 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 19. Januar 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 18./19. Januar Dr.med. Felix Beano Glarnerstrasse 32, Siebnen Telefon 055 440 1010 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei - tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 18./19 . Januar Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. Auto Unfall- und Pannendienst Region Glarnerland Telefon 0848 801870 Freitag, 17. Januar, 16.00 Uhr, bis Freitag, 24. Januar, 16.00 Uhr Freihof-Garage AG, Koller, Näfels

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