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39. Ausgabe 2019 (26. September 2019)

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39. Ausgabe 2019 (26. September

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 39 Donnerstag, 26. September 2019 Regierungsrat 6 Landrat 8 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 22–24 Aus dem Linthgebiet 38+39 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Stimmt die Chemie? Die einen sagen: Der erste Eindruck trügt. Die anderen: Es ist der erste Eindruck, der zählt. Ein Widerspruch? Im Gegenteil: Beides stimmt auf seine Weise. Den ersten Eindruck kann man nur einmal machen. Nachher ist das Bild im Kopf gefestigt. Es ist dieser Augenblick, in dem wir uns entscheiden: Sympathisch oder unsympathisch, Fettnäpfchen oder bravourös. Der erste Eindruck wird selten korrigiert, denn er löst ein Gefühl aus, das in der Erinnerung gespeichert wird. Alles andere wird nach und nach im Bild ergänzt, wir suchen danach nur noch das, was unseren ersten Eindruck untermauert. Nur ganz selten, wenn wir uns bitter getäuscht fühlen, korrigieren wir ihn. Während beim ersten Eindruck bei vielen die Augen alle anderen Sinne dominieren, so ist die Wahrnehmung doch allumfassender. Wir hören die Stimme, fühlen die Präsenz im Raum, sehen die Gesten und den Gesichtsausdruck und wir nehmen den Geruch wahr. Manchmal fällt uns erst Tage später ein, was uns an einem Menschen stört. Oder warum wir ihn mögen. Manche behaupten, es liege an der Chemie. Wer zu hören bekommt: «Die Chemie zwischen uns hat einfach nicht gestimmt!», weiss, dass er es mit einem Menschen zu tun hat, der sich zuerst auf jemanden eingelassen hat und der – nach einem trügerischen ersten Eindruck – enttäuscht wurde. Wenn die Chemie stimmt, so folgten auf einen ersten Eindruck weitere, welche zum Zusammensein und Zusammenarbeiten motivieren. Daran lässt sich kaum etwas manipulieren, denn es gibt so viele Botschaften unseres Körpers, die wir nicht kontrollieren können, dass es unmöglich ist, jemanden längere Zeit über das wahre Ich zu täuschen. Zwar macht einen die Parfüm - industrie gerne glauben, dass es inzwischen Lockstoffe gibt, mit denen ein Mann oder eine Frau begehrenswerter, vertrauenswürdiger oder dominanter wirken. Doch es ist noch nicht bewiesen, ob wir diese Stoffe überhaupt riechen können, und es ist ein Zeichen tiefer Unsicherheit, auf solche Mittel zurückzugreifen. Weshalb also gelingt es manchen Blendern trotzdem, uns über ihre tatsächlichen Absichten zu täuschen? Es liegt fast immer in den Wörtern. Sie wissen, was wir hören wollen, und sagen uns genau das, was wir glauben möchten. Würden wir beim Kommunizieren auch auf unsere anderen Sinne vertrauen und das Bauchgefühl zu Rate ziehen, sie hätten keine Chance. Deshalb ist es so wichtig, dass die Chemie stimmt. ● FJ Das Herz sagt mehr als tausend Worte. Glarnerland kommuniziert Wortlos glücklich (Foto: FJ) Ob auf den derzeit überall präsenten Wahlplakaten oder im Zwischenmenschlichen: Das meiste wird nicht mit Worten gesagt, sondern nonverbal vermittelt. Der FRIDOLIN machte sich auf die Suche nach dem Glarnerdeutsch des Körpers. Ein kleiner, nicht repräsentativer Spaziergang. Sie scheint vollkommen in sich selbst zu ruhen, die junge Nationalrats - kandidatin. Während andere bloss ihr Gesicht oder allenfalls den Ober - körper zeigen, kommuniziert sie mit ihrer ganzen Körperhaltung. Es ist die Botschaft an eine junge Generation und eine neue Form von Wahlplakat, denn andere politisch Aktive zeigen auf Plakaten nur ihr Gesicht. Wenn es auch professionell ausgeleuchtet ist, sieht man doch, dass der Fotograf eine Reihe von Aufnahmen machen musste, bis das Lächeln perfekten Sitz hatte. Ja man meint sogar die Kamerascheu der Abgelichteten zu spüren. Das Gesicht vermittelt eine Menge von Gefühlen. Ist das Lächeln offen und zugänglich? Wirkt der Blick vertrauenserweckend, überheblich oder mitfühlend? Signalisieren Frisur und Kleidung Verlässlichkeit und Stil? Und was sagt die Gestik? Wer sich im Anzug leicht gedreht zum Beobachter stellt, wirkt in seiner Pose anders, als einer, der mit markantem Blick gerade dasteht und offen in die Kamera blickt. Eine streng geknotete Krawatte zeugt von einer gut kontrollierten Haltung, ein offener Hemdkragen dagegen wirkt jugendlich. Auch der Hintergrund spricht: Hat sich der Kandidat für eine saftig grüne Landschaft entschieden? Steht er vor neutralem Weiss? Setzt er mit einer Glarner Fahne den klaren Bezug zum Heimatkanton? Es macht Spass, durch den Kanton zu fahren und sich ein Bild zu machen. Unterwegs Dabei wird unterwegs auch sonst viel gesagt, ohne dass Worte eingesetzt werden. Wie nett wirkt das Paar im Oldtimer-Kabriolett, das dem Verkehrskadetten dankbar zuwinkt. Es ist fast wie ein kurzes Gespräch: «Ja, Sie dürfen jetzt nach rechts in die Strasse einbiegen.» – «Herzlichen Dank, junger Mann, dass Sie uns den Weg zeigen.» Wie unerfreulich dagegen sind Drängler, die auf der Stossstange sitzen, oder Wichtigtuer, die mitten auf der Kreuzung noch rasch den Motor aufheulen lassen. Natürlich kennen alle Szenen und Subkulturen ihre eigenen Begrüssungsgesten. Vom Victory-Zeichen des Motorradfahrers über die jugendlich wirkende High- Five-Geste, die den gemeinsamen Erfolg feiert, bis zur Ghetto-Faust, mit der man sich informell begrüsst, während andere sich noch die Hände schütteln. Wie verschieden wirkt der zärtliche Kuss des jungen Paars von der freundschaftlichen Umarmung zweier alter Bekannter. Und doch berühren sich in beiden Fällen die Körper und schaffen so – zur Be - grüssung oder zum Abschied – noch einmal Nähe. Das Nicht-Sprachliche in der Kommunikation ist weitaus reicher als jede andere Sprache. Es fängt an, wenn wir geboren werden, und ist noch da, wenn alle Worte längst vergessen sind. Kann man jemanden riechen? Schaut der einem direkt in die Augen? Wie fühlt sich seine Stimme an? All das sagt mehr über die Beziehung als die schönsten Freundschafts- oder Liebesschwüre. Im Reich der Zwischentöne Wer ab und zu den Landratssaal besucht, dem fallen die mitreissenden Gesten auf, mit denen die Rätinnen und Räte ihre Plädoyers untermalen. Aber er sieht auch die Gesichter der anderen Räte, das demonstrative Wegschauen, die verschränkten Arme, das unterdrückte Lächeln, das Kino der Blicke mit allen Ausdrucksformen bis zu höchster Überraschung. Besonders glarnerisch, weil direkt - demokratisch, ist die Sprache der Abstimmung. Bei der Eidesleistung im Landsgemeindering hat sie fast religiösen Charakter. Aber auch beim Hochrecken der Hand oder des Stimmrechtsausweises in der Versammlung spricht die Geste, mit der man Zustimmung oder Ablehnung signalisiert: Sie kann triumphierend oder verstohlen wirken, bekennerhaft einsam oder im Voraus abgesprochen. Wer in der grossen Gruppe eine abweichende Meinung hat, braucht Mut, um dies zu zeigen. Genau dieser Mut ist es, der zum Glarner Dialekt gehört – auch wenn er ganz ohne Worte auskommt. Auf Seite 10 dieser Ausgabe finden Sie ein ganzes Panorama der Körpersprache. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 28. September 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 29. September 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 28./29. Sept. Vista Klinik Bahnhofstrasse 15, Pfäffikon SZ Telefon 055 55216 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 28./29. Sept. Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr.

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