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40. Ausgabe 2018 (4. Oktober 2018)

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Donnerstag, 4. Oktober 2018 | Seite 10 Interview mit Ursina Kappeler Kein Gärtlidenken Ihre Tante und ihr Götti haben in Braunwald von 1972 bis 2012 das Hotel Cristal aufgebaut, bis es im März 2012 das 40- Jahre-Jubiläum feierte. Seit dem 5. Mai 2012 führt Chefin Ursina Kappeler als Hotelière das beliebte Hotel mit Speiserestaurant und Sonnenterrasse bei der Station Hüttenberg. Sie ist zudem Vorstandsmitglied bei Gastro Glarnerland. Der FRIDOLIN hat sie «hoch über dem Alltag» besucht. Schulkommission und Schule Glarus Neues aus der Schule Der neue Schulkommissionspräsident René Schönfelder hat seine Arbeit auf - genommen und freut sich auf eine interessante Zusammenarbeit in der Kommission. Ursina Kappeler, Chefin des Hotels Cristal, ist seit Kindsbeinen begeistert von Braunwald. Sie sind engagiert, vielseitig interessiert und präsent. Was treibt Sie an? Meine Motivation – und zufriedene Gäste. Wenn mir ein Gast sagt, es war sensationell gut, wir haben gut ge - gessen, so ist das das schönste Feedback, welches man bekommen kann. Ich bin ja gelernte Primarlehrerin, komme also aus dem Schulwesen. Doch wir wollten, dass das Hotel Cristal in der Familie weitergeführt wird. Das Cristal gehörte meiner Tante und meinem Götti. Es liegt mir am Herzen, es ist meine zweite Heimat. Die Motivation kommt aus diesem paradiesischen Ort und aus dem Betrieb. Hier war ich immer gern; seit ich ein Tablett gerade tragen kann, helfe ich mit. Ihre Meinungen und Anliegen finden Gehör. Wie schaffen Sie das? Ich bin ein kommunikativer und fröhlicher Mensch, der alles von der positiven Seite sieht. Gehör verschaffe ich mir, indem ich selber daran glaube, dass es zu einem guten Ende geführt werden kann. Welches Ihrer Projekte liegt Ihnen besonders am Herzen? Wir sind hier laufend an Umbau- und Renovationsarbeiten. Als Nächstes gibt es eine neue Terrasse, die vielen Leuten Freude bereiten soll, dann die Küche, die Zimmer – es stehen weitere Arbeiten an. Und weil die Finanzierung dazu aus dem Betrieb heraus erwirtschaftet werden muss, geht es eben step by step und nicht im grossen Rahmen. Wer, wie Sie, die eigene Meinung sagt, braucht Mut. Was noch? Überhaupt eine eigene Meinung. (lacht) Ich höre hier im Alltag viele Ansichten – von den Bauarbeitern, den Gästen, den Senioren, den Familien – daraus kann ich mir eine eigene Meinung bilden, auch weil ich immer wieder Neues höre, neue Ansichten und neue Standpunkte. Mut braucht es dann, zu dieser eigenen Meinung zu stehen und zu sagen: Ich habe meine eigene Linie und die verfolge ich konsequent. Sie bewegen und gestalten vieles. Gibt es Pendenzen? Jetzt aktuell eben der Umbau von Terrasse und Küche – das bindet die Kräfte in der Zwischensaison für die Planung. So etwas kann man während des laufenden Betriebes nicht auch noch stemmen. Dann aber auch familiär: Ich habe sieben Nichten und Neffen, die ich am Geburtstag oder auch sonst besuche. Und wenn ich sie besuche, so sorge ich dafür, dass ich genug Zeit habe. Dazu gehört auch, dass der Betrieb hier während meiner Abwesenheit so organisiert ist, dass ich mit gutem Gewissen «abrauschen» kann. Wenn Sie Gemeindepräsidentin von Glarus Süd wären, würden Sie ...? Ich würde versuchen, die beiden Gebiete Braunwald und Elm – jetzt nicht besser zu verbinden, sondern einen einheitlichen Auftritt zu schaffen, dass das nicht einfach Braunwald oder Elm ist, sondern miteinander Glarus Süd. Und dass man das von aussen so wahrnimmt. Wenn man im Kanton hört, es gibt entweder Braunwald oder Elm, so trifft das nicht zu. Denn wenn es einem der beiden nicht gut geht, ist das Ganze marode, und so wäre es gut, das Miteinander stark zu machen. Weiter würde ich dafür sorgen, dass man Glarus Süd nicht nur bis Schwanden im Halbstundentakt erreicht, sondern bis Linthal. Jetzt muss man sich jeweils fragen: Komme ich in Schwanden überhaupt weiter oder muss ich eine halbe Stunde warten. Zudem gibt es ja diesen neuen Weg (Via Glaralpina, Red.) von Hans Rauner und Gabi Aschwanden, der die Glarner Hütten verbindet. Man hat viele wunderschöne Flecken im Glarnerland und mit solchen Wegen kann man sie für gute Wanderer erreichbar machen. Solche private Initiativen würde ich unterstützen. Sind Sie eine typische Glarnerin? Nein. Von der Heimat und vom Dialekt her bin ich keine typische Glarnerin, sondern eine Rorschacherberglerin. Aber vom Heimatgefühl her bin ich hier oben in Braunwald und im «Zigerschlitz» zuhause. Ich bin manchmal mit Leuten konfrontiert, die nur nach rechts oder nach links denken können. Wenn man von aussen kommt, sieht man jedoch vieles aus mehreren Dimensionen, auch weil man selber schon eine neue, zusätz - liche Dimension mit sich bringt. Da sieht manches anders aus, als wenn (Foto: FJ) man nur gerade in die eine oder die andere Richtung schaut. Wenn nicht in Braunwald, wo würden Sie gerne wohnen und warum? Für mich müsste es irgendwo in den Bergen sein. Ich würde mich im Tal oder in der Grossstadt nicht wohlfühlen. Und ich denke, es müsste in der Schweiz sein. Ich bin gerne hier und komme, wenn ich im Ausland gewesen bin, auch gerne in die Schweiz zurück. Wie begeistern Sie auswärtige Freunde und Bekannte für das Glarnerland? Ich bin selber hell begeistert über unsere Natur. Und wenn Gäste zum Beispiel bei Nebel anreisen, kann ich ihnen blumig schildern, wie schön es hier ist. Wenn sich dann der Nebel lüftet, sind sie meistens genauso hell begeistert wie ich. Das war immer so. Schon in der Seminarzeit schwärmte ich meinen Freundinnen von Braunwald vor. Etliche kamen schon damals vorbei, um zu schauen, ob es hier wirklich so schön ist, wie ich das erzähle. Welchen Rat erteilen Sie den nachfolgenden Generationen bezüglich Wohnen, Leben und Arbeiten in Glarus Süd? Der wichtigste Punkt für Braunwald und auch für Glarus Süd ist: Dass man am selben Strick zieht. Es braucht dazu nicht nur einzelne starke Exponenten, sondern es braucht alle, und wir müssen zusammenarbeiten. Das hilft Glarus Süd und auch Braunwald. Es wäre zum Beispiel schade, wenn wieder ein Hotel hier zugeht. Immerhin gingen hier von einst neun Hotels schon einige zu. Aber es braucht alle, denn davon hängen die Bahnen, die Läden ab. Ja selbst die anderen Hotels haben weniger Touristen, wenn eines zugeht. Umgekehrt wird, wenn der «Alpenblick» wieder steht, im Dorf wieder mehr Leben einkehren. Denn dann können zum Beispiel auch ältere Leute dort essen, zu Gast sein, etwas machen, und die kommen dann auch hierher – das hilft allen. Auch wenn Häuser gebaut werden, kommen die Leute manchmal hierher, um zu essen. Also: Mehr bringt mehr. Kein Gärtlidenken, sondern miteinander machen! ● FJ Besoldungsrichtlinien für Lehrpersonen Ergänzend zu den Bestimmungen der kantonalen Lohnverordnungen gilt für die Lehrpersonen der Gemeinde Glarus nun die Besoldungsverordnung. Sie wurde an der letzten Sitzung der Schulkommission beschlossen, die Umsetzung der neuen kantonalen Rechtsgrundlage ist somit abgeschlossen. Die Besoldungsrichtlinien werden rückwirkend per 1. August 2018 in Kraft gesetzt. Strategische Schwerpunkte der Schulkommission Die Schulkommission hat strategische Schwerpunkte gesammelt und sich in der letzten Sitzung drei prioritäre Ziele gesetzt. Nach der ver - tieften Auseinandersetzung mit den Themen «Partizipation Schulraum Schule», «Personalpolitik» und «Soziales Lernprogramm» werden die Resultate daraus für die Weiterführung aufbereitet. Im Weiteren wird die Schulkommission in einer Retraite die aktuelle Organisation der Schulleitungs - einheiten analysieren und weiterentwickeln. Neuer Kurs Roboterwerkstatt Was ein Roboter ist, weiss heute fast jedes Kind. Wie ein Roboter funktioniert und welche Technik im Hintergrund einen Roboter bewegt, das war Inhalt des neuen Freizeitkurses, der zusammen mit dem Verein Zigerschlitzmakers organisiert wurde. Die beliebten Freizeitkurse der Schulen Glarus haben eine lange Tradition. Zum ersten Mal wurde nun ein Kurs zusammen mit einem privaten Verein angeboten. Der Verein «Makers im Zigerschlitz» führte den Freizeitkurs Roboterwerkstatt im Makerspace der Kantonsschule Glarus durch. 15 Primarschüler bauten Roboter und lernten dabei spielerisch die Themen Konstruktion, Elektrik, Elektronik und Software kennen. Ziel war es, in total 12 Stunden einen Roboter zu bauen, zu programmieren und erfolgreich fahren zu lassen. Mit Stolz präsentieren die 4.- bis 6.- Klässler am letzten Kurstag ihren selber gebauten Roboter. Ein Automatiker-Lehrling und eine Gymnasiastin haben ebenfalls mit geholfen, die anspruchsvolle Technik erfahrbar zu machen und den Kindern zu Erfolgserlebnissen zu verhelfen. Der erste Kurs ist nun abgeschlossen. Zwei weitere Kurse sind bereits ausgebucht, und neue Plätze können erst wieder im nächsten Sommer angeboten werden.● Auf der Schwammhöhe Flowtrail für Biker geplant Die Schwammhöhe ist im kantonalen Richtplan 2004 als touristisches Extensivgebiet definiert. Tatsächlich stellt sie mit ihren einmaligen Qualitäten als Naturund Erholungsraum ein beliebtes Ausflugsziel dar. So auch für Biker. Diese haben gemeinsam mit der Gemeinde das Projekt des ersten Flowtrails im Kanton initiiert. Im August 2014 hat zwischen einer Initiantengruppe und der Gemeinde Glarus ein erster Austausch zum Bau einer Bikestrecke im Gebiet Schwamm höhe – Glarus stattgefunden. Der Hauptinitiant Chrigel Müller ist überzeugt: «Mit der Realisierung eines solchen Flowtrails könnte nicht nur für Biker eine attraktive Alter - native zum Wanderweg geschaffen werden, sondern auch ein komplett neues Angebot entstehen. Mit diesem – es wäre das erste seiner Art im Kanton Glarus – könnte auch ein weiteres Zeichen für die touris - tische Weiterentwicklung und die Standort attraktivität gesetzt werden». In den vergangenen zwei Jahren haben unter der Leitung der Projektgruppe mehrere Begehungen stattgefunden, an welchen die Streckenführung des Flowtrails entwickelt wurde. Unter Einbezug von Umweltverbänden und Interessengruppen wie dem kantonalen Amt für Wald und Jagd, Forst, WWF, Pro Natura, dem Verein Glarner Wanderwege, den Landpächtern, dem RAD BIKE TEAM FRIDOLIN und Glarus Service sind dabei die verschiedenen Bedürfnisse abgeholt und berücksichtigt worden. «Entstanden ist eine spannende Strecke mit einem sich dem Gelände anpassenden Verlauf und verschiedenen spielerischen Elementen. Dank der breiten Inter - disziplinarität ist das Projekt ausgewogen, es trägt sowohl den Nutzern wie auch der Tier- und Pflanzenwelt Rechnung», so Roman Käslin, Abteilungsleiter Freizeit, Sport, Sicherheit bei der Gemeinde. Die geplanten Kosten für das vor - geschlagene Projekt belaufen sich auf 690 000 Franken, wozu die Gemeinde einen Beitrag von 250 000 Franken leistet. «Dank der grossen Solidarität von Sponsoren, Gönnern und dem kantonalen Sportfonds ist es uns gelungen, bereits einen stattlichen Beitrag zur Projektrealisierung zu sichern. Dafür bedanken wir uns herzlich. Die Suche nach weiteren Sponsoren läuft jedoch noch weiter», so Chrigel Müller. Der Gemeinderat begrüsste und unter - stützte das Projekt Flowtrail Glarus als gemeinsames Projekt von privaten Initianten und der Gemeinde von Anfang an. Hansjörg Schneider, zuständiger Gemeinderat, präzisiert: «In Anbetracht der sehr guten Arbeit der Projektgruppe und der breiten Verankerung des Projektes in der Bevölkerung hat der Gemeinderat das Projekt Flowtrail Schwammhöhe an seiner Sitzung vom 20.September 2018 zuhanden der Herbstgemeindeversammlung vom 30. November 2018 verabschiedet.» ●

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