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41. Ausgabe 2018 (11. Oktober 2018)

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Donnerstag, 11. Oktober 2018 | Seite 8 Interview mit Ruedi Etter Überzeugt, loyal und sachlich Er hat sein Leben lang den Sport im Glarnerland gesellschaftsfähig gemacht und wurde dafür von der Gemeinde Glarus mit dem Dr.-Rudolf-Stüssi-Preis ausgezeichnet. Auch dank ihm verfügt das Glarnerland über sehr gute Sport infrastrukturen – viele hat er als ehemaliger Vorsteher des kantonalen Turn- und Sportamts mitinitiiert. Der FRIDOLIN hat mit Ruedi Etter gesprochen und bekam sein sehr persönliches Fazit. Glarner Krankenversicherung Überschussbeteiligung dank gutem Ergebnis Ende Oktober 2018 wird die Glarner Krankenversicherung allen Versicherten im Kanton Glarus einmalig eine Überschussbeteiligung in Form einer Gutschrift zurückzahlen. Dies hatte die Generalversammlung auf der Basis des guten Jahresergebnisses 2017 bereits im Frühling 2018 beschlossen. PUBLIREPORTAGE Insgesamt sind es 600 000 Franken, welche die Glarner Krankenver - sicherung ihren im Kanton Glarus wohnhaften Versicherten zurückzahlt – pro Mitglied also 80 Franken und 5 Rappen. Weil die medizinischen Kosten 2017 deutlich tiefer ausfielen, als bei der Prämienfestsetzung im Sommer 2016 angenommen, entstand in der Rechnung 2017 ein Überschuss. Da die Versicherung 2017 ein gutes Jahresergebnis ausweist und die Bereitschaft zeigen will, bei positiver Leistungsentwicklung einen Teil des Erfolges zurückzuerstatten, beschloss die Generalversammlung, allen Versicherten mit Wohnsitz im Kanton Glarus (Stichtag: 31. Dezember 2017) einmalig eine Beteiligung am Überschuss gutzuschreiben. Die Glarner Krankenversicherung als genossenschaftlich organisierte Krankenkasse sieht in der positiven Leis tungsentwicklung auch ein Zeichen des Gesundheits- und Kosten - bewusstseins ihrer Versicherten. Positiv ist auch die Prämienentwicklung im kommenden Jahr. Dank guter Prognosen und weil sich die Gesundheitskosten 2018 massvoll entwickelten, bleiben die Prämien für den Kanton Glarus in der obli - gatorischen Krankenpflegeversicherung nach KVG stabil. Die ent - sprechenden Informationsschreiben werden den Versicherten in diesen Tagen zugestellt. ● pd. Vorstandsmitglieder des Verkehrsvereins Oberurnen Ein «Adler», was sonst?! Oder etwa doch nicht? Ist es jetzt ein «Rufelihund», ein «Fridolin Kundert» oder gar eines mit Pfiff? Die Unterschiede dieser verschiedenen Brauerzeugnisse lernten die Vorstandsmitglieder des Verkehrsvereins Oberurnen mitsamt den fleissigen Helferinnen und Helfern bei einer Führung durch die Brauerei Adler in Schwanden kennen. Ruedi Etter vor dem Schilt: «Ich bin Bürger von Ennenda.» (Foto: FJ) Sie sind engagiert, vielseitig interessiert und omnipräsent. Was treibt Sie an? Heisse Frage ... Grundsätzlich war ich schon als Knabe ein Sportfreak – damals sagte man ein «Sportlöli» – denn Sport gehörte nicht zur Gesellschaft und die sportlich Interessierten auch nicht wirklich. «Sportlöli» war ein herab lassender Ausdruck der «Mehrbessern»; in diesen Kreisen war es verpönt, Sport zu treiben. Dagegen habe ich immer opponiert. Mich treibt auch ein Verantwortungsgefühl an. Zu verlässigkeit ist etwas ganz Wichtiges und wurde uns eingeimpft. Und ich war im Sport immer eine Leaderfigur – schon beim Schülerturnier stellte ich mit Vaters Schreibmaschine die Mannschaften auf. Ich wollte zwar nicht regieren, aber das hat sich so ergeben. Ihre Meinungen und Anliegen finden Gehör. Wie schaffen Sie das? Offenbar bin ich glaubwürdig. Denn ich habe das nicht für mich getan, sondern für den Sport. Ich war überall dabei und wurde immer gefragt, ob ich mitmache. Ich fühlte mich – als Sportförderer – immer verpflichtet, da mitzuhelfen, ohne politische Ambitionen, ich habe es für die Sache getan. Welches Ihrer vielschichtigen Projekte liegt Ihnen besonders am Herzen? Das Buchholz, und zwar alles, was dort geschieht und gebaut wurde: sowohl die Leichtathletikanlagen wie auch die Kunsteisbahn mit ihrer Überdachung. Ich war Mitinitiant des Lehr schwimmbeckens Gründli – da bin ich «schuld». Ich wollte, dass die Glarner Kinder schwimmen lernen, der Schulrat wollte dagegen eine Doppelturnhalle, und so organisierten wir die Besichtigung einiger Bäder im Raum Zürich. Das Gründli war mein Kind und das erste Mal, dass ich mich so engagierte. Zugute kamen uns beim Projekt 1 Million Franken aus dem Brigitte-Kundert-Fonds. Wäh - rend meiner Tätigkeit als Vorsteher des Turn- und Sportamtes wurden im Kanton 17 Turnhallen gebaut – darunter auch 2 Dreifachturnhallen. Wer, wie Sie, öffentlich die eigene Meinung sagt, braucht Mut. Was noch? Die Überzeugung, dass es richtig ist. Ich musste mich manchmal schon auch in den Hintern kneifen, damit ich an einer Versammlung aufstand. An der Landsgemeinde hätte ich nie gesprochen, aber an den Gemeindeversammlungen lag das drin. Sie haben in Sport und Gesellschaft vieles bewegt und gestaltet. Gibt es noch Pendenzen? Eigentlich nicht. Ich werde nächstes Jahr 80 und – ich sage das halt – bin gesundheitlich angeschlagen. So bin ich langsam daran, mich zurückzuziehen. Ich gab den Austritt in den Vorständen beim Glarner Singverein und beim Verein Freizeitgärten Glarus. Einzig bei den Jahrgängern, da kann ich den Austritt nicht geben, da werde ich wohl Präsident. Ich hoffte, dass Hans Feldmann unser Präsident bleibt und ich sein Vize. Sein Tod war ein harter Schlag, denn wir haben uns gut ergänzt. Hinzu kommt meine Loyalität – in allem, was ich mache. Das ist sehr wichtig: Wenn man von etwas überzeugt ist, loyal zu bleiben. Aber ich will mit 80 nicht mehr einen Haufen anreissen, das sollen jetzt andere machen. Wenn Sie Gemeindepräsident von Glarus wären, würden Sie ... Ich meine – aber da sind wohl nicht alle mit mir einverstanden –, der Gemeinderat gibt sich Mühe, seine Sache gut zu machen, stösst aber oft an. Heute wird viel gemotzt, ich selber würde es aber nicht viel anders machen, als es der jetzige tut. Ich schätze ihn sehr. Ich las da letzthin einen Spruch, der mir für die Situation typisch erscheint: «Wenn manche Leute etwas Neues und Fremdes sehen, denken sie sogleich, dass das gefährlich ist und verboten gehört.» Wo ich den Hebel bei der Gemeinde ansetzen würde? Man sollte versuchen, die vier Orte noch etwas stärker zusammenzubringen. Jetzt heisst es oft immer noch: Hie Netstal, hie Ennenda – doch das ist auch verständlich, diese Gemeinden waren 150 Jahre selbstständig, da ist das schwierig. Sind Sie ein typischer Glarner? Ja, insofern, als mir das Glarnerland – und da vor allem Glarus – am Herzen liegt. Ich könnte mir nicht vorstellen, hier wegzugehen. Ich habe ein riesiges Beziehungsnetz – ich kenne so viele Leute und sie mich. Ich bin ziemlich kommunikativ, deshalb fällt es mir leicht, Kontakt zu knüpfen. Auch mit Kindern – denn bei ihnen bin ich immer noch der Lehrer. Auch die kleinen Nachbarskinder, die gerade frisch hierhergezogen sind. Im Grunde meines Herzens bin ich harmoniebedürftig – ich bin kein «Krachner», das kann ich nicht. Wenn nicht in Glarus, wo würden Sie gerne wohnen und warum? In Australien! Meine Frau und ich waren schon zehn Mal in Australien. Wir haben dort Verwandte und es sind vor allem die Leute, die uns dort gefallen, neben dem schönen Land. Nur – einschränkend muss man sagen – das Verhalten der Australier hat sich eher negativ verändert. Es gibt heute viele Neureiche, die nicht mehr so offen und freundlich sind, wie die Leute in den ersten Jahren, als wir da waren. Wie begeistern Sie auswärtige Freunde und Bekannte für das Glarnerland? Indem ich mit ihnen im Sommer ins Klöntal gehe und im Winter nach Elm und Braunwald – da muss ich jetzt schon beide erwähnen – oder sonst auf einen «Höger». Zum Beispiel besuchten uns Freunde aus Perth in Westaustralien, und wir fuhren gleichentags – damals noch mit der alten Bahn, dem «Chischtli» – hinauf nach Aeugsten. Sie waren begeistert. Welchen Rat erteilen Sie den nachfolgenden Generationen bezüglich Wohnen, Leben und Arbeiten in Glarus? Erstens, dass sie womöglich – wenn das geht – dem Glarnerland treu bleiben und sich für das Glarnerland engagieren. Zweitens, dass sie den Kindern ermöglichen, hier gute Schulen zu besuchen, und dass sie – drittens – auch für die notwendige Bewegung der Kinder sorgen. Sei es auf Sport - anlagen oder Kinderspielplätzen. Und viertens: Dass sie zur Landschaft Sorge tragen. ● FJ Mathias Oeschger präsentiert den Whisky «Martinsloch», das jüngste Kind der Brauerei Adler. (Foto: zvg) Bei Mathias Oeschger, gelerntem Braumeister und Betriebsökonom, waren sie dabei in guten Händen. Kompetent und mit ganz viel Herzblut erzählte er von der Geschichte und der Herstellung des Schwander Bieres. Neben der wunderschönen, historischen Kupfer-Sudpfanne erklärte er, wozu Hopfen und Malz gebraucht werden und wie und womit der Brauer das Aroma des Bieres steuern kann. Bierkonsum früher und heute So löst zum Beispiel ein halbes Grad mehr oder weniger in der Maisch - pfanne ganz andere Aromen aus dem Malz heraus. Spannend ist auch zu wissen, dass die Abfall-Malzschalen ein begehrtes Kuhfutter sind oder dass jeder Schwander mit seinem Hahnenwasser gutes Bier brauen könnte, das Wasser der Sooler dafür zu hart ist. Für 1 Liter Bier braucht es heute rund 4 1 ⁄2 Liter Wasser, vor 15 Jahren waren es noch 13 Liter. Auch der Energieverbrauch konnte in den letzten fünf Jahren um 30 Prozent reduziert werden. Aber auch der Bierkonsum der Arbeiter hat sich reduziert. Während 1897 ein Brauer pro Tag zwei Harassen Bier zur Verfügung hatte (um den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen) oder die Baustellen zweimal am Tag mit Bier beliefert wurden, ist heute Alkohol am Arbeitsplatz weitgehendst verboten. Sagenbiere wie «Rufelihund» Im Gegensatz zum Wein ist das Anbaufeld von Hopfen oder Malz nicht so wichtig, um ein gutes Bier brauen zu können. Der wichtigste Teil für den Geschmack des Bieres ist die Zusammensetzung und die Verarbeitung der verschiedenen Zutaten. Das ist insofern ein Nachteil, als dies Türöffner ist für die Grossbrauereien, die so immer das geschmacklich gleiche Bier in grossen Mengen produzieren können. Eine Marktnische hat Adler-Bräu mit seinen Sagenbieren gefunden, «denn», so Mathias Oeschger, «auch die Google-Mitarbeiter in Zürich lieben den «Rufelihund», auch wenn sie den Namen nicht aussprechen können». «Martinsloch» – der Glarner Whisky Aus der gleichen Grundzutat, dem Malz, wird nebst dem Bier auch Whisky gebrannt. Als neues Projekt hat die Brauerei Adler auf das 190- jährige Firmenjubiläum aus einer von den Bierbrauern entwickelten Whisky-Maische das edle Lebenswasser mit dem Namen Martinsloch hergestellt. Gelagert wurde er drei Jahre in gebrauchten rückgebauten Sherryfässern, bevor er in den Verkauf gelangte. Die 316 Flaschen vom ersten Brand waren innerhalb von 1 1 ⁄2 Wochen ausverkauft. Nach der Degustation der ver - schiedenen Sagenbieren – auch das «Vrenelis gärtli» fand begeisterte Liebhaberinnen – ging es weiter in den Brauereigasthof Adler, dem Ursprung der Brauerei. Mit einem feinen Znacht fand der tolle Anlass seinen Abschluss. ● nee.

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