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41. Ausgabe 2019 (10. Oktober 2019)

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41. Ausgabe 2019 (10. Oktober

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 41 Donnerstag, 10. Oktober 2019 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 6+8 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 17 – 19 Aus dem Linthgebiet 33 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Krieg der Knöpfe 2.0 Normalerweise wälzte er am Abend vor allem Geschichtsbücher und Werke über Kunstgegenstände. Aber einmal, in den frühen 1970er Jahren, las mein Vater einen Roman über zwei jugendliche Dorfbanden, die sich gegenseitig die Hosenknöpfe abschneiden. Es war «Der Krieg der Knöpfe», inzwischen ein mehrfach verfilmter Klassiker. Etwa zur selben Zeit tadelte er mich, weil ich in jugendlichem Übermut das Plakat einer Partei von einer Trafostation gerissen hatte. Vielleicht fand er es als guter Erzieher nicht so prickelnd, dass ich das getan hatte – nicht einmal, wenn es seine eigenen politischen Gegner waren. Aber vielleicht wollte er mir auch nur sagen: «Lass dich das nächste Mal nicht erwischen!» Ich weiss es nicht. Ich weiss nicht mal, ob man heute wegen der Brandgefahr überhaupt noch Plakate an Trafostationen anbringen darf. Aber nach wie vor werden Plakate abgerissen oder mit dem Filzstift verschönert. Das kann man entlang der Hauptstrassen landauf, landab tagtäglich beobachten. Denn junge Wilde und Nachtbubenstreiche gibt es auch heute noch. Nur sind sie dank Social Media bedeutend besser organisiert. So geschehen solche Aktionen nicht mehr nur an den Hosen des Gegners oder amateurhaft mit dem schwarzen Filzstift, sondern landesweit gut orchestriert mit Stickern und eigenen Politlinks auf fremden Wahlplakaten. Wie sonst wären die pinken Kleber zu erklären, mit welchen letzte Woche jeder politischen Partei ein «Klimarating» verpasst wurde. Mit den Kandidatinnen und Kandidaten hatte das wenig zu tun. Sie werden – wie damals die Kinder beim Krieg der Knöpfe – für ihre Partei in Sippenhaft genommen. Die Aktion passt nahtlos in die Guerillataktik, mit der die Partei meines Vaters im Namen der politischen Gegner zur eigenen Website umlenkt. Neues Medium, neue Guerillataktik – könnte man sagen. Oder: «Mit einem Inserat wäre Ihnen das nicht passiert...» Stellen Sie sich also meine Freude vor, als ich in dieser Woche auf einem Wahlplakat den Sticker mit der Botschaft «100 Prozent für unser Land» sah – farblich dem Originalplakat angepasst. Es war der ebenfalls orchestrierte Gegenschlag, mit dem die Partei den pinken Sticker der Klima-Guerilleros überklebt und sich so die Hoheit über ihr Plakat zurückerobert hatte. Fehlt bloss noch, dass man vor Plakaten Fotofallen aufstellt, um «Anschläger» anzuprangern. Doch so oder so bleibt es, was es ist: Ein Krieg der Knöpfe – wenn auch 2.0. ● FJ Das Rennen auf der grünen Welle nach Bern ist in vollem Gang. Doch wer kommt dort an? Auf dem Kandidatenpodium Glarnerland Die Tugendhaften (Fotomontage: FRIDOLIN) Ein bisschen Arena, ein bisschen Wahlkampf und viel Schulterschluss: Der FRIDOLIN stellte beim Glarner Podium der Kandidatin und der Kandidaten für die nationalen Wahlen im Landratssaal vor allem fest, wie geschlossen die drei Bisherigen auftreten, wenn sie sich für den Kanton stark machen. Was sind die wichtigsten Tugenden, die Sie charakterisieren? Mit dieser Frage forderte Moderator Fridolin Hauser beim Podium im Landratssaal die harmonisch wirkende Kandidatenrunde heraus. Und er stellte sie – Ladies first – zuerst Nationalratskandidatin Priska Grünenfelder. Die dreifache Mutter nannte strahlend und in sich ruhend ihr Verantwortungs - bewusstsein, auch für künftige Generationen, die Loyalität zum eigenen Kanton und die Ehrlichkeit. Nationalrat Martin Landolt antwortete mit Blick auf die Fähigkeit, andere ins Boot zu holen: «Ich bin der fleischgewordene Kompromiss.» Zudem sei es wichtig, am Boden zu bleiben. «Dass man eine wichtige Funktion hat, bedeutet nicht, dass man selber wichtig ist.» Standhafte Ständeräte Leidenschaft für die Sache ist für Ständerat Thomas Hefti die erste Tugend. Es brauche auch Augenmass. «Man darf nicht übertreiben!» Wie Priska Grünenfelder sei ihm Verantwortungsbewusstsein wichtig. Man solle sich immer die Auswirkungen politischer Entscheide auf die Realität vor Augen halten. «Diese drei Tugenden stehen übrigens auch auf meinem Wahlplakat!» Ganz ähnlich sieht es Ständerat Werner Hösli: «Am Verantwortungsbewusstsein komme auch ich nicht vorbei. Ich bin für den Kanton in Bern oben.» Weiter nannte Hösli seine Leistungsfähigkeit. «Die vielen Dokumente sind eine grosse Herausforderung, denn als Ständerat muss man sich in viele Sachverhalte eindenken.» Und schliesslich die Verlässlichkeit: «Abmachungen gelten.» Ständeratskandidat Mathias Zopfi nannte die drei Tugenden, die aus seiner Sicht jeden Politiker ausmachen: Mit Verweis auf die derzeitige Entwicklung in Österreich rund um Heinz-Christian Strache erscheine ihm Integrität wichtig. Dann müsse ein Politiker offen sein. «Er ist ein Vertreter aller Bürger, muss also andere Meinungen anhören und verstehen können.» Und drittens die Kompetenz: Das sehe man schon im Landrat. «Die Verwaltung hat eine starke Stellung. Deshalb müssen Politiker die Vorlagen verstehen, damit sie im Bürgerinteresse entscheiden können.» Sich selbst darstellen Doch Fridolin Hauser wäre nicht Osterhazy, wenn er nicht ein paar konkrete politische Kampfzonen ins Spiel brächte: Energiepolitik, Rentenalter und Arbeitsmarkt, Jagdgesetz und die Agrarpolitik 22+. «Die Landwirtschaft im Mittelland ist nicht mit unserer Land- und Alpwirtschaft zu vergleichen», so Thomas Hefti, deshalb gelte es die Vernehmlassung im Sinne des Kantons zu nutzen. Und Martin Landolt ist dafür, die Rudelbildung bei den Wölfen zu steuern, denn «es gibt nicht endlos Platz für Wölfe.» Für Werner Hösli ist es wichtig, die Landwirte mitzunehmen, denn für ihn ist der grösste Fehler im Bundesparlament: «Man reguliert, bevor man sensibilisiert.» Er sei kein Bauer, sagte Mathias Zopfi, aber es sei interessant, dass man mit Nahrungsmittelergänzungen für Tiere ihren Stickstoffausstoss reduzieren könne. Beim Thema Rente sind sich fast alle einig, dass es eine bessere Abfederung braucht und eine flexiblere Gestaltung. Priska Grünenfelder spricht sich klar gegen ein Anheben des Rentenalters aus, «solange die Frauen beim Lohn diskriminiert werden und solange Familienarbeit nicht entlöhnt wird.» Natürlich durfte die Gretafrage «Wie hast du’s mit dem Klima?» nicht fehlen. Priska Grünenfelder verlangte eine Strategie schon für 2030 und Mathias Zopfi warf den Bisherigen Verzögerungstaktik vor. Werner Hösli sprach sich dafür aus, die Klimafrage politisch in ihrer Gesamtheit zu betrachten, und Martin Landolt rief dazu auf, Kompromissbereitschaft aufzubauen. «Wir haben mit dem neuen CO 2 -Gesetz eine Lösung, auf die man bauen kann», so Thomas Hefti. «Der Wille ist da, dieses auch umzusetzen.» Genau damit verwies er auf die Kardinaltugend für politisch Tätige, wie sie Werner Hösli genannt hatte: Verlässlichkeit! ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 12. Oktober 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 13. Oktober 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 12./13. Oktober Dr.med. Aleš Tilen Mittlere Bahnhofstrasse 8, Lachen Telefon 055 442 20 03 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 12./13. Oktober Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr.

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