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7. Ausgabe 2020 (13. Februar 2020)

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7. Ausgabe 2020 (13. Februar

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 7 Donnerstag, 13. Februar 2020 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 8 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 16 –19 Aus dem Linthgebiet 33 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Aufbrechen Gibt es so etwas wie die DNA des Glarnerlandes? Und wenn ja, was gehört dazu? Da sind zuerst die Felswände, die links und rechts fast senkrecht in die Höhe schiessen. Sie führen dazu, dass das Denken zwei Richtungen kennt – nach hinten oder nach vorne, Rückzug oder Aufbruch. Diese Bergflanken geben dem Denken Halt und dem Handeln Kraft, sie sind Tag für Tag eine Heimat für den Blick – sie gehören zum Horizont. Dann gibt es wenig Talboden, aber viele Berge und Alpen. Also ist Talboden wertvoll und wird intensiv genutzt. Viele strengen sich an, damit möglichst viel aus dem Talboden herausschaut – sei es in der Landwirtschaft oder in der Indus - trie. Glarnerinnen und Glarner sind zäh und haben Durchhaltewillen. Das alles hat seinen Eingang ins kollektive Bewusstsein gefunden. Auch heute, wo die meisten nicht mehr von der Landwirtschaft leben, verteidigen sie ihr Stück vom Talboden instinktiv, weil es die Basis für ihr Auskommen bedeutet. Wer im engen Tal sein Auskommen nicht findet, bricht auf, um sich fortzubilden und andernorts sein Glück zu machen. «Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen», schreibt Hermann Hesse. Dabei meint er nicht bloss den räumlichen Aufbruch, sondern auch das Ablegen von alten Denkmustern. Ein klas - sisches Beispiel könnte dafür die derzeitige Diskussion rund um die Ansiedlung oder den möglichen Teilwegzug der Firma kopter sein. Tatsächlich ist die Produktion eines neuen Helikopters einem Glarner Unternehmergeist entsprungen, und jetzt – wo der Heli weltweit verkauft werden soll – schaltet sich die Weltwirtschaft ein. Das ist gut für den Helikopter und eröffnet Glarnerinnen und Glarnern Chancen. Derzeit weiss niemand, wie die Geschäftsleitung von Leonardo die Zukunft des Unternehmens gestalten wird, doch tatsächlich ist der Aufbruch geschafft – der Helikopter ist kurz vor der Serienreife und wird weltweit eingesetzt. Doch, wie immer es ausgeht mit diesem Unternehmen, je besser und praxisnaher die Arbeitenden ausgebildet sind, umso höher ist ihre Chance, die Wirtschaft des Kantons weiterzubringen und Bahnbrechendes zu leisten. Ob im angestammten Beruf oder in einer ganz neuen Domäne ist letztlich nicht wichtig. Wichtig ist es, sich keine Grenzen zu setzen und die Vorteile der Glarner DNA für den Aufbruch zu nutzen. So, wie das Hesse schreibt: «Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!» ● FJ Als Zimmermann mit Berufspraxis und einer Ausbildung zum dipl. Techniker HF wird Pascal Grossmann die Noser Holzbau AG zusammen mit Remo Steiger in die Zukunft führen. Glarnerland produziert Bildung als Standortfaktor (Foto: FJ) Die Suche nach Spezialisten ist für Glarner Unternehmen eine Herausforderung. Gleichzeitig sind ausgebildete Fachleute ein wichtiger Standortfaktor. Der FRIDOLIN fragte nach diesem Zusammenhang. Er hat gerade – zusammen mit drei anderen Glarnern – erfolgreich die berufsbegleitende Ausbildung zum diplomierten Techniker Holztechnik, mit Vertiefungsrichtung Holzbau, an der ibw Höheren Fachschule Süd - ostschweiz abgeschlossen: Pascal Grossmann von der Noser Holzbau AG in Mitlödi. Zusammen mit Remo Steiger ist er Teilhaber an der traditionellen Holzbaufirma, die derzeit zwanzig Personen beschäftigt und ihren Nachwuchs selber ausbildet. Das ist die sicherste Art, das Fortbestehen des Know-hows im Betrieb zu sichern. Denn sowohl Berufspraktiker – etwa Zimmerleute oder Schreiner – wie auch Spezialisten von der höheren Fachschule und der Fachhochschule sind auf dem Arbeitsmarkt gesucht. Was es braucht Heinz Martinelli, Leiter Hauptabteilung Wirtschaft und Arbeit beim Kanton Glarus, unterstreicht, wie wichtig verfügbare Arbeitskräfte für die Glarner Betriebe sind: «Der Kanton Glarus ist Standort zahlreicher Produktionsunternehmen, welche einen hohen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften haben. Hier besteht klar eine Nachfragelücke. Diese wird sich künftig – durch die Pensionierung von geburtenstarken Jahrgängen – leider noch verstärken.» Martinelli bringt es auf den Punkt: «Um zu funktionieren, braucht eine Firma eine Finanzierung, eine Halle und Mitarbeitende mit den richtigen Qualifikationen. Während die ersten beiden Faktoren austauschbar sind, ist die Abhängigkeit des Unternehmers von seinen Mitarbeitenden am höchsten. Das ist nicht nur im Glarnerland so, sondern überall in der Wirtschaft. Gute Fachkräfte sind für die Wirtschaft immens wichtig.» Das passende Angebot Regierungsrat Benjamin Mühlemann, Vorsteher Departement Bildung und Kultur, sieht – neben Arbeit, Kapital und Boden – ebenfalls Wissen als zentralen Produktionsfaktor für Glarner Unternehmen. «Gut ausgebildetes Personal ist deshalb entscheidend für unsere Standortattraktivität. Dies wiederum bedingt ein exzellentes Bildungsangebot vor Ort, gerade weil sich der schweizweite Mangel an Fachkräften in einem Gebirgskanton wie Glarus noch akzentuiert. Unsere tiefe Tertiärquote – also deutlich weniger Abschlüsse in höherer Berufsbildung als anderswo – und ein erheblicher ‹Braindrain› talauswärts machen es für die hiesige Industrie doppelt schwer, qualifizierte Mitarbeitende zu rekrutieren. Unsere Bildungsinstitutionen sind also gefordert: Wir arbeiten laufend daran, sie besser aufzustellen, Mittel zu bündeln, ihr Angebot vorausschauend zu schärfen und den Bedürfnissen entsprechend zu verbreitern. Wir wollen unserer Bevölkerung eine möglichst attraktive Palette an Aus- und Weiterbildungen in nächster Nähe bieten. Möglichst tiefe Einstiegshürden zahlen sich aus für den Wirtschaftsstand - ort Glarnerland.» Humankapital entscheidet mit Deshalb wird der Schulstandort Ziegelbrücke ausgebaut. Denn dieser ist zentral gelegen und kann über die Kantonsgrenzen hinweg Studierende anziehen. Letztlich ist, so Heinz Martinelli, der Kanton Glarus ein Gesamtpaket. Als solcher gehört er auf die Landkarte für Betriebe, die einen Standort suchen. «Einer unserer Standortvorteile sind einerseits die geringen Lebenshaltungskosten, andererseits aber auch die hohe Lebensqualität. Zudem steht das Glarnerland für ein hohes Arbeitsethos, hohe handwerkliche Fähigkeiten und eine starke Industriekultur, wie sie andere Stand - orte nicht haben. Das Glarnerland verzeichnet regelmässig Zuzüge von Firmen aus der Zürichseeregion. Bei diesen können wir mit einem relativ günstigen Kostenumfeld punkten. International bearbeiten wir Firmen, die sich mit Standortfragen beschäftigen, zusammen mit der Firma Greater Zurich Area AG, die von neun Kantonen und privaten Stiftern getragen wird. Auch neue Unternehmen werden aber nicht drum herumkommen, ebenso ausserkantonale Fachkräfte anzulocken. Summa summarum ist die Bildung und daraus die Qualifikation von Arbeitskräften im Ansiedlungsgeschäft ein relevanter Faktor.» ● FJ. Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 15. Februar 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 16. Februar 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 15./16. Februar Dr.med. Aleš Tilen Mittlere Bahnhofstrasse 8, Lachen Telefon 055 442 20 03 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 15./16. Februar Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr.

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