Aufrufe
vor 2 Wochen

1. Ausgabe 2019 (3. Januar 2019)

  • Text
  • Telefon
  • Januar
  • Glarus
  • Glarner
  • Schwanden
  • Dezember
  • Glarnerland
  • Niederurnen
  • Nissan
  • Fridolin

1. Ausgabe 2019 (3. Januar

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr.1 Donnerstag, 3. Januar 2019 Treffpunkt 6+7 Schatzchäschtli 13 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Aus dem Linthgebiet FRIDOLIN-Inside 21 22 Auflage 32 040 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Dazugehören Es ist der sehnlichste Wunsch der meisten: Sie wollen dazugehören. Ganz besonders stark ist dieser Wunsch bei allen, welche auf die eine oder andere Art in ihrem Leben beeinträchtigt sind. Sei es von Geburt an, durch eine Krankheit oder weil sie so, wie sie sind, von der Gesellschaft nicht vollständig akzeptiert werden. Gerade zu Jahresbeginn setzt man sich Ziele, stellt sich vor, was man im kommenden Jahr erreichen will und worauf man am Ende das Jahres zurückblicken möchte. Manchmal sind es ganz einfache Dinge, die man erreichen möchte: öfter mit anderen zu - sammen sein, etwas dazulernen, etwas aufbauen. Andere Ziele sind weit schwieriger zu erreichen, und manches erscheint fast unmöglich. Es macht natürlich wenig Sinn, sich Ziele zu stecken, die so hoch sind, dass man sie niemals erreichen wird. Auch auf den Zufall zu hoffen – etwa wenn man sich einen Lottogewinn wünscht –, wird wohl meist zu einer Enttäuschung führen. Doch wie hoch auch immer das Ziel gesteckt sein mag, man muss den Schritt nach seinen Beinen tun, das heisst mit dem Respekt vor den persönlichen Möglichkeiten. Das erscheint auf den ersten Blick selbstverständlich, ja schon fast banal zu sein. Tat - sächlich kann es aber in einer Leis - tungsgesellschaft schnell zur Überforderung führen. Man schaut auf jene, die neben einem laufen, und sieht, wie sie mit grossen Schritten davonziehen, während man selber am Ort zu treten scheint. Natürlich hilft es, wenn man dann genügend Selbstbewusstsein hat, um den eigenen Weg zu gehen, und sich vom Vergleich mit anderen nicht her - unterziehen lässt. Dabei gibt es zwei Dinge, die einem helfen. Das Vertrauen auf die Natur und den Ablauf der Jahreszeiten. Auch wenn es bis weit in den Frühling hinein schneit und kalt ist, irgendwann werden wärmere Tage kommen, und es wird wachsen, was gesät wurde. Noch wichtiger aber ist es, die eigene Hilfsbedürftigkeit zu akzeptieren. Niemand ist rundherum perfekt, das wäre auch unmenschlich. Aber wer sich helfen lässt und unermüdlich trainiert, der wird früher oder später den Weg zur Teilhabe an der Ge - sellschaft finden. Besonders dann, wenn jene Menschen, die ihm helfen wollen, dies mit der festen Absicht tun, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Man kann das Leben nicht planen, aber man kann mit den Veränderungen, die das Leben bringt, kreativ umgehen. Indem man sich in jedem Augenblick für seine Träume einsetzt. ● FJ Die Jahreszeiten und die täglichen Aufgaben geben dem Leben Struktur. Menzihuus, Filzbach Jahresauftakt (Fotos: FJ; Jessica Loi) Seit 1991 werden im Menzihuus in Filzbach Menschen mit Beeinträchtigungen begleitet – beim Wohnen, beim Arbeiten und beim Ausbilden. Der Lauf der Jahreszeiten, der geordnete Tagesablauf und das Arbeiten geben ihrem Leben Struktur. Der FRIDOLIN besuchte die sozial-therapeutische Institution und erfuhr das Erfolgsrezept. Es ist der Freitagvormittag vor Weihnachten. In der Bäckerei kommen die Bleche mit den Kuchen für den Dorfladen Filzbach in den Ofen. Eine Teamleiterin, zwei Mitarbeitende, ein Lernender und ein Zivildienstleistender arbeiten Hand in Hand. In der Landwirtschaft sind zwei Männer dabei, Anfeuerholz zu spalten, und in der Küche werden Peperoni gerüstet und die Pizza für das Mittagessen wird belegt. Alle haben eine Aufgabe – Mitarbeitende mit oder ohne Beeinträchtigung. Teilhaben Das Ziel der Menschen mit Beeinträchtigung, die hier und im benachbarten Seminarhotel Lihn arbeiten, ist es, trotzdem selbstständig zu werden und eine berufliche Perspektive zu bekommen. «Derzeit bilden wir 15 Lernende aus, welche sechs verschiedene Berufe erlernen», sagt Betriebsleiter Lukas Beerli. Sie wollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben. «Sie besuchen die Berufsschule – entweder die öffentliche oder unsere Schule hier im Haus. Sie müssen wie alle Lernenden Qualitätsvorgaben erreichen, ihre Kompetenzen nachweisen und machen zum Schluss eine Lehrabschlussprüfung, welche die meisten auch bestehen. Im Schnitt können wir 60Prozent von ihnen in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln.» Strukturieren Doch wie schaffen es Menschen mit Beeinträchtigung, Tag für Tag zu arbeiten? Das weiss Sozialpädagogin Marianne Wetter, welche den Bereich Tagesstruktur leitet. Die Ziele sind – wie in jedem KMU – vom Betrieb vorgegeben. Es werden Setzlinge ge zogen, es wird gepflanzt, gepflegt und geerntet wie in jedem landwirtschaftlichen Betrieb. Und auch die Werkstätten – ob Betriebsunterhalt oder Wäscherei, Hauswirtschaft oder Bäckerei – setzen sich Ziele und Qualitätsstandards, welche sie im Jahreslauf erreichen wollen. Wie in jedem Betrieb gibt es Schwankungen. Wenn viele Gäste im Hotel Lihn sind, so braucht es viel Gemüse, die Wäscherei hat viel zu tun, genauso wie die Bäckerei. Die Aufgaben folgen dem Jahreslauf – im Frühling wird gepflanzt, im Sommer und Herbst geerntet. Alle erleben das mit. Assistieren Die Aufgabe von Marianne Wetter ist es, zu assistieren, wenn Mitarbeitende etwas körperlich oder psychisch nicht leisten können. «Wir nehmen mit Fingerspitzengefühl den Druck raus, damit die Aufgabe bewältigbar bleibt – und wir schaffen Erlebnisse, wo sie über sich hinauswachsen. Etwa wenn wir sie anleiten, mit der Maschine Holz zu spalten oder den Acker mit der Maschine zu pflügen, selbst wenn die Technik anfangs eine Herausforderung darstellt», so Marianne Wetter. 30 Menschen arbeiten derzeit in den Werkstätten. «Das ist ein Grundsatz im Menzihuus», so Lukas Beerli, «es gibt niemanden, der hier wohnt und nicht auch in eine Tagesstruktur wie die Werkstätten eingebunden ist. Der Tag muss eine Struktur haben.» Während das beim Wohnen weit - gehend in Selbstbestimmung geschieht, können die Mitarbeitenden die Arbeit – wie bei allen Arbeits - stellen – zwar mitbestimmen und werden in die operativen Prozesse eingebunden, aber sie müssen Ziele erreichen und Vorgaben befolgen. «Es gibt einige, die 16 Stunden in der Woche arbeiten, andere 30. Wichtig ist der Respekt vor den persönlichen Möglichkeiten, indem man für jeden ein passendes Setting schafft.» Weitergehen Derzeit sind auch sechs Menschen hier, welche ihre Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit trainieren, um nach 3, 6 oder 12 Monaten wieder in den ersten Arbeitsmarkt zurückkehren zu können. Es geht darum, sie aufzufangen und wohldosiert Entwicklungsperspektiven zu schaffen. «Dann werden die Leute stabiler und können weitergehen, das ist unser Leistungsausweis», so Beerli. Das Rezept des Menzihuus ist besser als gute Vorsätze: Gesundheit und Lebensfreude fördern, eine Struktur geben, auf die Stärken aufbauen, im Einklang mit der Natur und ihren Jahreszeiten leben und sich neuen Herausforderungen stellen, um Erfolgserlebnisse zu schaffen. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 5. Januar 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 6. Januar 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 5./6. Januar Dr.med. Andreas Kammerecker Spielhof 15, Glarus Telefon 055 640 85 80 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 5./6. Januar Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr.

© Fridolin Druck und Medien, Walter Feldmann AG Hauptstr. 2 CH-8762 Schwanden GL | Tel. 055 647 47 47 -Fax 055 647 47 00 -E-Mail fridolin@fridolin.ch

Öffnungszeiten Verlag und Druckerei: Montag bis Freitag 07.30 – 12.00 / 13.30 bis 17.30 Uhr

Impressum | Website by webtower.ch