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13. Ausgabe 2020 (26. März 2020)

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13. Ausgabe 2020 (26. März

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr.13 Donnerstag, 26. März 2020 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 4 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 15 +16 Aus dem Linthgebiet 29 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Der Lauf der Dinge Für alle, die damit rechnen, haben die Gesetze der Schwerkraft etwas Wunderbares. Ihre Folgen treffen auf unserem Planeten Erde mit 100 Prozent Wahrscheinlichkeit ein. Selbst Zehntausende von Dominosteinen fallen mit einem Fingerschnipsen, wenn sie zuvor sorgfältig aufgestellt wurden. Wahrscheinlich kennen alle dieses leise Rattern, das sie beim Fallen machen – und auch diese stille, ja kindliche Befriedigung, dass es tatsächlich klappt. Immer und immer wieder. Für alle aber, die sich gegen die Gesetze der Schwerkraft stemmen wollen, ist das mit Anstrengung verbunden. Nur mit einem Motor und einem sorgfältig entwickelten Fluggerät erheben sich Menschen in die Lüfte, und nur mit einem klugen und mutigen Plan können – in Zeiten der Pandemie – die Menschen und die Wirtschaft am Leben erhalten bleiben. Der berühmte Sack Reis in China, der Flügelschlag des Schmetterlings oder besser der Fledermaus – sie haben die Kraft, eine Ereigniskette in Gang zu setzen, die rund um den Globus greift. Deshalb ist das, was der Bundesrat für die Wirtschaft beschlossen hat, ein Husarenstreich – gewagt, aber auch genial. Nicht Ämter oder Verwaltungen geben den bedrohten Unternehmen Kredite, sondern die Hausbanken der Unternehmen selbst. Diese kennen die Unternehmer und können abschätzen, ob das Unternehmen robust genug ist, um nach der Krise wieder gesunden zu können. Der Bund garantiert mit Bürgschaften dann die Kredite der Banken. So bleiben die Unternehmen auch dann zahlungsfähig, wenn ihnen der Umsatz wegbricht, und die Mitarbeitenden können weiter entlöhnt werden. Dass dieser Plan gelingen kann, hat mit der Demut und dem Realitätssinn der Regierenden zu tun. Sie kennen den Lauf der Dinge und wissen, dass sie nur dann etwas erreichen, wenn sie mit ihren Hilfsgeldern die Ereigniskette am richtigen Ort in Gang setzen. Es wird dereinst interessant sein, zu erfahren, ob der Plan zu dieser gigantischen Rettungsaktion bereits in einer Schublade in Bern lag oder ob er erst jetzt – aus der Not heraus – erfunden wurde. Doch jetzt gerade muss er eine Chance bekommen, indem alle in dieselbe Richtung schauen, nämlich vorwärts, und ihn zum Gelingen bringen. Ludwig Hohl, geboren in Netstal, schrieb in seinen Notizen: «Das Unglück allein ist noch nicht das ganze Unglück. Erst, wenn man es schlecht besteht, ist es ein ganzes Unglück.» Dasselbe gilt übrigens auch für das Glück. ● FJ Mit einem Lächeln Normalität schaffen: Corinne Gabriel Sarti hält auch in Zeiten vom Coronavirus die Bäckereien offen. Für das Video-Statement Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto/Video: Ruedi Kuchen) Wirtschaftsmotor Glarnerland Brot und Schuhe In einer Zeit, wo nicht nur jede Lücke, sondern jede kleinste Ritze im weltweiten Markt besetzt ist, muss der Motor der Wirtschaft weiterlaufen, sonst droht ein Dominoeffekt. Der FRIDOLIN sprach mit zwei Familienunternehmen aus Glarus über die Herausforderungen der Corona-Zeit. Corinne Gabriel Sarti und Chasper Campell führen zwei alteingesessene Glarner Familienbetriebe – die Jacques Gabriel AG und die Schuhe Jenny AG. Doch in dieser Zeit, wo fast alle Glarnerinnen und Glarner gezwungen sind, zu Hause zu bleiben und wo das wirtschaftliche Leben stark heruntergefahren wird, stehen sie vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen. Etwas Normalität bieten Für die Bäckerei Gabriel, welche laut Bundesbeschluss ihre Geschäfte weiter geöffnet haben darf, steht der Schutz der über 100 Mitarbeitenden und der Kundinnen und Kunden im Vordergrund. Jede Massnahme muss auf ihre Machbarkeit überprüft werden. Während man in allen Bereichen die Hygienemassnahmen des Bundes umsetzen muss und will, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, bildet man kleinere Teams, damit die Mitarbeitenden sich auch untereinander möglichst nicht anstecken. Auf einen Hauslieferdienst wird im Moment noch verzichtet, auch deshalb, weil der tägliche Gang zum Bäcker für fast alle ein kleines Stück Normalität ist. Das kurze Gespräch beim Einkaufen – auch wenn es zur Sicherheit über die Ladentheke geführt wird – gehört zum alltäglichen Leben, das Lächeln beim Verkauf, die Begrüssung und Verabschiedung, sie sind für das Gemüt überlebenswichtig. Diese Normalität aufrechtzuerhalten, selbst wenn im Restaurant - bereich die Umsätze wegbrechen und einige Lieferanten Schwierigkeiten haben, ist eine Herkules aufgabe. Innovativ sein Ganz anders die Situation für ein Schuhgeschäft wie Botty. Zwar schützen sich auch hier die Mitarbeitenden der Warenannahme, indem sie in zwei Schichten arbeiten. Doch während täglich modische Schuhe und Accessoires angeliefert werden und die Frühlings-/Sommer-Kollektionen schon im gut gefüllten Lager warten, sind die zehn Filialen geschlossen. Deshalb fuhr Chasper Campell den Internetshop www.botty. ch hoch, um dort mehr Umsatz zu generieren. Anderseits aber meldete er für die Mitarbeitenden der Filialen Kurzarbeit an. «Zum Glück», so Campell, «arbeitet der Bereich Wirtschaft und Arbeit im Sinn und Geist des Bundes. Ein Kompliment an den Kanton Glarus, er erlaubt es uns, sehr schnell und unkompliziert in die Kurzarbeit zu gehen.» Damit sind zwar die Löhne gesichert, doch anders sieht es, so Campell, bei den Miet - kosten aus, «wo der Bund noch keine entsprechenden Hinweise gegeben hat. Denn derzeit sind alle Geschäfte im Detailhandel, die geschlossen haben, von den Mietzinsen betroffen.» Hier gehe es darum, das sinnvoll miteinander zu steuern. Die vom Bund präsentierte Lösung zur Finanzierung der KMUs findet Campell einzigartig. «Die Schweiz bleibt dadurch extrem handlungsfähig.» Gratwanderung Tatsächlich wäre der Schaden extrem gross, wenn die gesamte Wirtschaft heruntergefahren würde. Denn wegen der langen, ja teilweise weltumspannenden Lieferketten legen blockierte Finanzflüsse das Wirtschaftssystem in kurzer Zeit lahm. Besser ist es, alle am Leben zu erhalten, auch wenn das riskant und sehr teuer sein kann. Finanziell tut das der Bund mit seinen grosszügigen Bürgschaften für die Unternehmen und den Erwerbsausfallentschädigungen für Selbstständige und Angestellte – er nimmt die politische Führungsverantwortung wahr. Gleichzeitig bleiben die system - relevanten Betriebe so lange wie möglich geöffnet, damit der Motor der Wirtschaft – wenn auch in einem tieferen Gang – weiterlaufen kann. Ob nun beim Mietrecht, beim Arbeitsrecht oder in der Finanzierung: es geht darum, die Systeme sinnvoll zu steuern und miteinander Lösungen zu finden. Dazu können alle beitragen – mit überlegten und entschlossenen Schritten und mit Eigenverantwortung, die eben für die meisten damit beginnt, daheim zu bleiben, sich zu schützen und im Vertrauen auf die Zukunft das Richtige zu tun – dort, wo einen das Leben hingestellt hat. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 28. März 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 29. März 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 28./29. März Dr.med. Josef Frei/ Dr.med. Bettina Schröder-Frei Huobstrasse 7, Pfäffikon SZ Telefon 055 420 19 19 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 28./29. März Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Dieses Wochenende hat Dienst: Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr.

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