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16. Ausgabe 2020 (16. APRIL 2020)

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Donnerstag, 16. April 2020 | Seite 10 Vorstoss Postulat «Betreuungsgutscheine für die familienergänzende Kinderbetreuung» Gestützt auf Artikel 81 der Landratsverordnung reichen Landräte der Grünliberalen dem Landrat das nachfolgende Postulat zur Überweisung an den Regierungsrat ein: Antrag Der Regierungsrat wird gebeten zu prüfen, inwiefern im Kanton Glarus «Betreuungsgutscheine für die familien externe Kinderbetreuung» eingeführt werden können. Begründung Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist aus verschiedenen Gründen zentral für unseren Kanton und die Gemeinden. Die Gesellschaft hat ein Interesse, den vielen gut ausgebildeten Eltern die Teilnahme am Erwerbsleben zu erleichtern, um möglichen Einschränkungen der Berufskarriere insbesondere der Frauen entgegen - zuwirken und um dem zunehmenden Fachkräftemangel zu begegnen. Dabei ist es wichtig, dass die dafür aufgewendeten Steuergelder effizient eingesetzt werden und fair zugewiesen werden. In den Städten Luzern und Bern wurde vor einigen Jahren ein Systemwechsel bei der Finanzierung der familienergänzenden Kinderbetreuung vollzogen, welches dem Prinzip folgt: «Weg von einer Objektfinan - zierung, hin zu einer Subjektfinan - zierung.» Das heisst, dass künftig nicht mehr die Institutionen wie Kindertagesstätten staatliche Gelder erhalten, sondern die Eltern. Dies ermöglicht eine gezieltere, effizientere und transparentere Unterstützung der Familien. So kann die Gutscheinhöhe beispielsweise vom Erwerbspensum, vom Einkommen oder auch von sozialen Aspekten abhängig gemacht werden. Alle Eltern – ob erwerbstätig oder nicht – sollten aber von Tagesstruk - turen für Kleinkinder profitieren können, zumal diese Institutionen die Chancengleichheit der Kinder fördern und einen Beitrag für eine gerechtere Gesellschaft leisten. Die Umstellung des Systems war in der Stadt Bern ein Erfolg: Schon kurz nach der Einführung des neuen Systems sind mehr Kindertagesstätten entstanden, es wurden mehr Plätze angeboten und mehr Eltern können von Vergünstigungen profitieren. Wartelisten für Tagesbetreuungs - stätten gehören der Vergangenheit an. Aufgrund dieses Erfolgs in der Stadt Bern will nun auch der ganze Kanton Bern diesen Systemwechsel vollziehen. Ein Systemwechsel ist auch für den Kanton Glarus eine grosse Chance. Wobei das System aus Bern nicht 1:1 übernommen werden muss – sehr wohl aber der Grundsatz der Subjektfinanzierung, also der direkten Unterstützung der Eltern. Sie sollen entscheiden wo sie ihr Kind betreuen wollen und wohin die staatlichen Gelder damit am Ende fliessen. In ein Gutscheinsystem können neben Kinderkrippen auch Kinderhorte und Tageseltern integriert werden. Es soll also kein bestehendes Angebot im Kanton gegen ein anderes ausgespielt werden. ● Landrat Pascal Vuichard, Mollis Landrat Ruedi Schwitter, Näfels Landrat Franz Landolt, Näfels Landrat Andrea Bernhard, Glarus Situationsbericht aus Quito (Ecuador) «Wo ist denn das Virus, ich sehe es nicht» Der Exil-Netstaler Alois Speck schilderte vor kurzem im FRIDOLIN die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie in Ecuadors Hafenstadt Guayaquil. Sein ältester Sohn Alois informierte Hans Speck am Ostersonntag, 12. April, per Skype über die Situation in anderen Provinzen, vor allem über jene in der Provinz Pichincha und in Ecuadors Hauptstadt Quito, wo das Coronavirus ungebremst sein zerstörerisches Werk verrichtet. Kanton Glarus Departement Bau und Umwelt Im Wald und in Waldesnähe Ab sofort gilt ein Feuerverbot Aufgrund von verschiedenen Ereignissen erlässt die Führungsorganisation des Kantons Glarus ab sofort ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe. Waldbrandgefahr: Vorsicht beim Umgang mit Feuer, Feuerwerk und Raucherwaren. (Foto: M. Frei) Das trockene Wetter in den letzten Wochen führte auch im Kanton Glarus zu einer erheblichen Waldbrandgefahr. Die Feuerwehr musste in den vergangenen Tagen einige Male ausrücken, um kleinere Wald- und Flurbrände zu löschen. Die Kantonale Führungsorganisation erlässt deshalb in Absprache mit dem Departement Bau und Umwelt des Kantons Glarus ab sofort ein striktes Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe. Ennenda/Schiltgebiet Waldbrand gelöscht Zur Waldesnähe zählen die ersten 50m ab der Waldesgrenze. Ver boten ist das Entzünden von Feuer, das Grillieren mit Holz und Holzkohle, das Abbrennen von Feuerwerk und das Steigenlassen von Himmels - laternen. Verboten, und auch in Zeiten ohne Feuerverbot nicht angebracht, ist auch das Wegwerfen von Zigarettenstummeln. Verstösse können geahndet werden. Im Schadenfall haftet der Verursacher oder die Verursacherin. ● Oberhalb von Ennenda brannte am Karfreitag, 10. April, der Wald auf einer Fläche von 3 bis 4 Hektaren. Die Feuerwehren, unterstützt von zwei Helikoptern, konnten das Feuer nach 2 1 ⁄2 Stunden unter Kontrolle bringen. Alois Speck junior mit Frau und Tochter. Die Hauptstadt Quito – auch hier ist das Coronavirus nicht sichtbar. (Fotos: Hans Speck) Aus Quito, genauer gesagt aus Cumbayá, schildert Alois, ältester Sohn meines Bruders Alois Speck, die aktuelle Situation bezüglich Coronavirus in Ecuador, Stand vom Ostersonntag, 12. April 2020. Cumbayá ist ein Vorort nordöstlich der Stadt Quito in der Provinz Pichincha und liegt auf einer Höhe von 2360 m ü. M. Der bekannte Fotograf ist Autor verschiedener Fotobücher über Ecuador und die Galapagosinseln, Organisator von Trekking- und Bergtouren und staatlich anerkannter Reise-Guide. Ecuador ist nach Brasilien und Chile das Land mit den meisten Todesfällen in Südamerika, und ganz speziell die Hafenstadt Guayaquil ist zu einem eigentlichen Zentrum der Corona - virus-Pandemie geworden. Hier wurden bis dato rund 70 Prozent aller Fälle registriert. Aus Angst vor Ansteckung schlossen dort viele Be - erdigungsinstitute und es kam vor - übergehend zu einem Stau bei der Bergung der Leichen, sodass diese über Tage in den Häusern oder Garagen, ein paar wenige sogar neben der Strasse abgelegt wurden. Da die Preise für Holzsärge durch die erhöhte Nachfrage stark gestiegen waren, spendete eine Kartonfirma für die bedürftigen Leute 2000 Särge aus Karton, da durch den Ausnahmezustand ohnehin alle Toten kremiert werden. Die aktuelle Situation an Ostern in Ecuador Gemessen an der Bevölkerung (zirka 17 Millionen) steht Ecuador wegen der Coronavirus-Pandemie am schlechtesten aller südamerikanischen Staaten da. Viele Ecuadorianer arbeiten in Spanien und Italien und schleppten beim Heimatbesuch das neue Coronavirus ein. Mitte März wurden deshalb die internationalen Flüge und der ÖV (fast komplett) eingestellt, die Landes- und Provinzgrenzen geschlossen und Ausgangssperren verhängt. Dank der Schweizer Regierung und der Firma Roche verfügt Ecuador seit letzter Woche über eine Plattform für Molekulardiagnos - tik, mit der täglich 1440 zusätzliche Tests durchgeführt werden können. Der erste COVID-19-Fall wurde am 29.Februar 2020 gemeldet. Am Ostersonntag, 12. April, also 6 Wochen danach, gab der Gesundheitsminister Carlos Zevallos bekannt, dass sich die Zahl der bisher durchgeführten Tests auf SARS-CoV-2 auf insgesamt 23 635 beläuft. 7466Tests fielen positiv aus. In Ecuador stehen landesweit 27 Spitäler bereit, um COVID-19- Patienten zu behandeln. 561 Einwohner der 3-Millionen-Metropole Quito sind bisher positiv getestet worden, deswegen ist die Spitalkapazität noch intakt. Wenn die Polizei und das Militär die Leute auf die Schutz massnahmen hinweisen, fragen diese zurück: «Ja, wo ist denn das Virus? Ich sehe es nicht!» Die Massnahmen in Ecuador sind härter als in der Schweiz: Es gelten eine strenge Ausgangssperre, obligatorisches Tragen einer Schutzmaske und die zwei Meter Abstand. ● Hans Speck, Netstal Sorgentelefon für Kinder 0800 55 42 10 Gratis weiss Rat und hilft sorgenhilfe@sorgentelefon.chSMS 079 257 60 89 PC 34-4900-5 Bei den Löscharbeiten: der Helikopter der Heli-Linth AG. Für weitere Bilder der Löscharbeiten Fridolin+ App herunterladen und Foto scannen. (Fotos: Rolf Freuler) Zum Brand kam es, weil eine Person im Wald verbotenerweise ein Feuer entzündet hatte. Der starke Föhn wehte die Glut des Feuers auf ein Waldstück mit trockenem Gras, welches Feuer fing. Auf der Fläche von 3 bis 4 Hektaren brannten Gras, Laub und Sträucher. An den Lösch - arbeiten beteiligten sich rund 70 Einsatzkräfte aller drei Feuerwehren. Im Einsatz standen zudem zwei Helikopter, welche den Brand aus der Luft zu löschen halfen. Die Feuerwehr beobachtete das Gelände am Karfreitagabend, 10. April, weil sie dort Glut - nester vermutete. ● FJ

Donnerstag, 16. April 2020 | Seite 11 Architekturpreis «Nachhaltige Bauten in den Alpen» Ortstockhaus nominiert Die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein führen zum fünften Mal den internationalen Architekturwettbewerb «Constructive Alps» durch. Die inter - national besetzte Jury hat aus über 300 Einreichungen 28 Projekte nominiert, durch welche in den Alpen klimabewusst gebaut und saniert wurde. Unter neun Schweizer Projekten ist ein Glarner Architekturjuwel: das Ortstockhaus in Braunwald. Vorbild für das Bauen in den Alpen: Das Ortstockhaus in Braunwald. (Foto: © Steiger Architekten, Baden) «Constructive Alps» prämiert 2020 zum fünften Mal Sanierungen und Neubauten in den Alpen, die klima - freundliches Bauen und Baukultur am besten zu verbinden wissen. Mit dem internationalen Architekturpreis tragen die in der Alpenkonvention verbundenen Alpenländer Frankreich, Deutschland, Österreich, Slowenien, Fürstentum Liechtenstein, Italien, Monaco und die Schweiz dazu bei, ihre klimapolitischen Ziele umzusetzen. Die achtköpfige Jury hat in vier Videokonferenzen während dreier Tage aus 328 Bauten 28 Gebäude in die engere Auswahl aufgenommen. Nebst Wohnhäusern und Gewerbebauten befinden sich darin auch Berggasthäuser, 1 Kapelle, Kindergärten und kulturelle Zentren – 11 Sanierungen, 1 Ersatzneubau sowie 16 neue Gebäude. Jurypräsident Köbi Gantenbein, Verleger der Schweizer Architekturzeitschrift Hochparterre, ist zufrieden: «Die Jury hat grosse Freude an den 28 Perlen der Architektur, die öko nomische und soziale Zuversicht für den ländlichen Raum in den Alpen in eigensinnige und klimavernünftige Architektur übersetzen.» 9 Projekte aus der Schweiz schafften es in die engere Auswahl, darunter das landwirtschaftliche Zentrum in Salez im Rheintal, das Casa Mosogno in der Tessiner Gemeinde Onsernone, das Glarner Berggasthaus Ortstockhaus in Braunwald und das Gemeinschaftswohnhaus St. Ursula in Brig. Das Ortstockhaus Braunwald, das 1931 nach einem Projekt von Hans Leuzinger entstand, wurde beispielhaft für das Bauen in den Bergen. Durch einen Umbau im Sommer 2016, den Steiger Architekten, Baden, in Zusammenarbeit mit Hochuli Architekten, Zürich, realisierten, wurden – auch mithilfe der Originalpläne von Leuzinger – die ursprünglichen Qualitäten des Baus freigelegt und mit den Anforderungen an einen modernen Gastbetrieb in Einklang gebracht. Die Küche wurde in den rückseitigen Bereich verlegt. So reicht der Gastraum neu von der Seitenstube über die ganze Südfassade, und die Besucher können das ganze Panorama vom Ortstock bis hinunter ins Tal erleben. Die Jury wird die ausgewählten 28 Gebäude zwischen Slowenien und Frankreich vor Ort besichtigen und mit den Bauherrschaften, Architekturbüros und Nutzerinnen und Nutzern Gespräche führen. Das Juryurteil richtet sich nicht nur auf die Klima - freundlichkeit der Bauten, diese wird in Energiekennzahlen und grauer Energie für den Bau gemessen, sondern auch zum Beitrag für ein zukunftsgerichtetes Leben und Wirtschaften in den Alpen. Am Freitag, 6. November, wird im Alpinen Museum Bern das Preisgeld an drei Preisträger verliehen sowie der Katalog und die Ausstellung eingeweiht. Diese wird als Wanderausstellung zum nachhaltigen Bauen in den Alpen von Ljubljana bis Nizza unterwegs sein. ● pd. Weitere Infos unter www.constructivealps. net. Auerenweg in Netstal Vor Wiedereröffnung? Im Januar 2019 hatte eine zuoberst am Wiggis ausgelöste Lawine auf ihrem Weg ins Tal ein Bild der Zerstörung hinterlassen. Der Schutzwald wurde auf einer Breite von rund 150 m niedergemäht und versperrte den Zugang zur Auerenalp. Beim «Schweizerkreuz» treffen die Wege von Netstal und Riedern zusammen. (Foto: Jakob Kubli) Während im Frühling 2019 im oberen Teil mit viel Aufwand das viele Holz weggeräumt werden konnte, stellten Fachleute am Beginn des Weges im Bereich des Butzichopfes grössere und frischere Felsrisse fest. Zudem wurden viele lose Steinblöcke entdeckt. Nach einer umfassenden Besichtigung durch zwei Spezialisten beschlossen die Verantwortlichen der Gemeinde Glarus, den Auerenweg von der Rüfi bis zum «Schweizerkreuz», wo der Riedener Bergweg einmündet, wegen Blockschlaggefahr bis auf Weiteres zu sperren. Der Bergweg von Riedern her ist vor ein paar Jahren zum Teil neu angelegt worden. Er beginnt im Auli, führt über den Grund zum Wasserschloss und das «Schweizerkreuz» zum Auerenweg. Die Auerenalp ist vor einem Jahr erstmals über diesen steilen und schmalen Weg bestossen worden. Neben Felssäuberungen beim Wasserschloss wurde der Zugang zur Unterführung des Trassees, das für die damaligen Druckleitungen und die Seilbahn gebaut worden war, verbessert. Wie Revierförster Richard Gisler auf Anfrage erklärte, sind die Abklärungen und Beratungen für das weitere Vorgehen im Bereich des Butzi - chopfes abgeschlossen. Der Gemeinderat Glarus wird demnächst darüber befinden und die Öffentlichkeit informieren. ● Jakob Kubli