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16. Ausgabe 2020 (16. APRIL 2020)

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Donnerstag, 16. April 2020 | Seite 28 Auf dem Bauernhof von Familie Beglinger in Mollis In den Coronavirus-Wochen Frühlingserwachen Seit einem Monat gilt in der Schweiz die vom Bundesrat verordnete ausserordentliche Lage. Fast ebenso lang ist das Wetter hier im Glarnerland gut bis sehr gut – warme Temperaturen und Sonnen - schein unterstützen die Natur und mit ihr die Landwirtschaft beim Frühlingserwachen. Erneut gibt uns die Bauernfamilie Beglinger aus Mollis einen Einblick in ihren Betriebsalltag. Dieser war in den vergangenen Wochen, neben den alltäglichen Stallarbeiten, geprägt vom Erstellen der Zäune; zuerst im Tal, rund um den Betrieb, aber auch schon auf ihrer Alp Nüen. Dank des milden Winters konnten auch auf der Höhe bereits erste Arbeiten erledigt werden. Es wurden Pfähle erstellt, der Weg und Zäune gemacht. Was Landwirt Christian Beglinger in seinem Bauernhofalltag auffällt, ist die Zunahme der Spaziergänger, Velofahrer, aber auch der Camper, welche die Strasse Richtung Fronalp für sich entdecken, die unmittelbar am Betrieb vorbeiführt. «Einige Leute merken erst jetzt, dass sie eigent - lich einen halben Zoo direkt vor der Haustüre haben, und erkundigen sich beispielsweise nach den Gitzi, wenn diese nicht auf der Weide sind», so der Präsident des Glarner Alpvereins. Die Begegnungen seien durchaus positiv, die Leute entspannt und offen. Wenn nicht gar offener als früher, wo die Landwirtschaft weniger oder gar nicht wahrgenommen wurde. Wenn sich Passanten in Distanz auf ein Gespräch einlassen, komme es teilweise zu lustigen Konversationen, bei denen nun auch Anerkennung spürbar sei. So bekam der 40-Jährige vergangene Woche beispielsweise zu hören: «Du hast es gut mit deinem 30-Hektar-Homeoffice.» ● Barbara Bäuerle-Rhyner Sonnenaufgang am Vrenelisgärtli – die Kälber wollen ihre Milch. Ein Zwetschgenbaum blüht bereits. Kinder sowie Nichten und Neffen helfen bei der Einlagerung des Holzes mit. Freitag, 3. April: erster Weidegang nun auch für die Kühe mit Hofherr «Mönch». Der über 150-jährige Stall wurde in Eigenregie zur Maschinenscheune ausgebaut. Alp Aueren erwacht aus dem Winterschlaf. Die Näfelser Fahrt nutzen Christian Beglinger und zwei Freunde für eine Skitour auf Rueggis, Dejen und Aueren.

Donnerstag, 16. April 2020 | Seite 29 Auf dem Bauernhof von Familie Beglinger in Mollis Holzpfähle für den Viehweg zur Alp Nüen, direkt vor Ort erstellt. Holz für die Pfähle am Viehweg nach Nüen wird vor Ort geschlagen. Die Kühe wollen zweimal täglich gemolken werden. Für Minna ein Cervelat von den eigenen Ziegen – für die anderen Steaks vom eigenen Schwein. «Traudl», «Helene», «Jolanda», «Eva», «Hanni», «Hedy» und ihrer Kolleginnen auf der Weide. Montag, 30. März: Instandhaltung des Alpweges. Holz aus dem eigenen Wald, in der Sägerei Streiff Schwanden verarbeitet, wird drei bis fünf Jahre eingelagert, um danach nach Bedarf Möbel, Fassaden oder Wände zu machen. Auf Arbeitsskitour zu den Sömmerungsalpen. (Fotos: Christian Beglinger)