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18. Ausgabe 2020 (30. APRIL 2020)

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Donnerstag, 30. April 2020 | Seite 37 Blumen Hirt, Linthal: «Ihr Spezialist für Beet- und Balkonpflanzen» Des Schweizers Nationalblume Weil unsere Pflanzen für unsere Gegend einfach besser sind ... In Linthal wachsen Beet- und Balkonpflanzen in überdurchschnittlicher Qualität heran, welche von Privatkunden von nah und fern immer mehr gekauft werden. Leserfoto Pelzanemonen Herzlich willkommen bei Blumen Hirt in Linthal. (Foto: zvg) Eigentlich ist die schöne Grazie in Europa eine Exotin. Die Heimat der Geranie ist das südliche Afrika, wo sie im 17.Jahrhundert ihren Siegeszug startete. Und in kaum einer anderen Balkonpflanze steckt so viel züchterische Arbeit wie in den Geranien (Pelargonien) – die pflegeleichten Balkonklassiker schlechthin, welche in vielen Farben blühen, genügsam, widerstandsfähig und gesund sind. Alle bilden unablässig neue Blüten, sodass es nicht verwunderlich ist, dass Geranien die unangefochtenen Stars der Gartenfreunde sind und im Sommer allgegenwärtig Balkone, Gärten und Terrassen zieren. So unterhält das Blumen-Hirt-Team, nebst vielem anderem seit zirka 30 Jahren über 40 Sorten eigene Geranien- Mutterpflanzenstämme, wovon es jährlich in Gewächshäusern zirka 150 000 gesunde Stecklinge bis hin zur verkaufsfertigen Ware vermehrt. Deshalb sind alle Pflanzen an unsere klimatischen Verhältnisse angepasst, sogenannt «alpin gehärtet» – eben: weil unsere Pflanzen für unsere Gegend einfach besser sind. Unser Ziel ist es, Pflanzen zu produzieren, die von Mai bis Oktober – egal bei welchen Witterungsbedingungen – die volle Blüte und beständiges Wachstum liefern. Denn ohne Kontinuität keine Qualität. So setzen wir auch in Zukunft auf das, was uns in der Vergangenheit stark gemacht hat: kompromisslose Arbeit am Detail. Erst dadurch kommt die Schönheit einer Pflanze voll zur Blüte. ● pd. Blumen Hirt, Linthal, Telefon 055 64313 44. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 07.45 bis 11.45 und von 13.15 bis 18.15 Uhr und Samstag von 07.45 bis 11.45 Uhr. Weitere Infos unter www.blumenhirt.ch. Coronavirus-Krise 2020 Die Kleinen, die es trifft Susan Brunner, Fotografin aus Uznach, fotografiert seit 1997 und arbeitet seit 2018 als angestellte Fotografin bei Ferag AG in Hinwil – allerdings bis auf Weiteres in 80 Prozent Kurzarbeit. Mit ihrer Bilderserie will sie den kleinen Geschäften und den Selbstständigen der Region ein Gesicht geben. Die ersten Pelzanemonen auf dem Bächikamm freuen sich auf Besucherinnen und Besucher – mit oder ohne Kamera –, während im Hintergrund auf den Glarner Gipfeln sich der Winterschnee langsam verabschiedet. (Bildbericht: © Albert Schmidt) Lieber (böser) FRIDOLIN Das «CrazyNett»-Team hofft, dass die Gastronomie bald wieder öffnen darf. Für weitere Bilder aus der Serie Fridolin+ App downloaden und Bild scannen. (Fotos: © Susan Brunner) «Zurzeit schreibt die ganze Welt Geschichte», sagt Susan Brunner. «Ich möchte diese schwere Zeit fotografisch festhalten. Besonders die kleinen Geschäfte und Selbstständigen, welche schwer getroffen sind, sollen in der Geschichte nicht ver - gessen werden. Da ich selbst ein kleines Geschäft hatte, kann ich sehr gut nachfühlen wie es vielen derzeit geht.» Brunner, die sich in Australien zur professionellen Fotografin aus - bildete, macht vor allem Reise- und Landschaftsbilder und Dokumentarfotografie. Auf ihren Aufruf meldete sich unter anderen das Bistro Crazy- Nett, Netstal: «Seit dem ‹Lockdown› ist die Cafébar im Einkaufszentrum Wiggispark in Netstal geschlossen und das Team von Denise Oswald langweilt sich. Sie hoffen, bald wieder öffnen zu können und Gäste zu bewirten.» Jeder Laden eine Geschichte Besonders schwer getroffen hat es, so Brunner, auch Martina Jung von Cut & Roll Coiffure, Piercing-Studio und Bar, Rapperswil-Jona: «Sie besitzt drei Geschäfte in einem Laden und musste alle drei schliessen. Die Bar wurde erst eine Woche vor dem ‹Lockdown› eröffnet und ihre Lagerbestände sind voll bis unters Dach. Zumindest den Coiffure- und Piercingbereich konnte sie am Montag, 27. April, wieder öffnen.» Daniela Bunschis Geschenk- und Kleiderladen Luna in Wetzikon bleibt auch weiterhin geschlossen. Sie kommuniziert mit ihren Kunden über die sozialen Medien und sieht diese Zeit als Chance für neue Geschäftsmodelle. Das Kosmetikstudio Perfect Artist von Tamara Suarez in Rapperswil- Jona musste ebenfalls schliessen. Sie drehte gleich zu Beginn eine Videoanleitung und stellte Care-Packs für ihre Kundinnen zusammen. Sie freut sich sehr, dass sie am Montag, 27. April, ihr Studio wieder öffnen konnte und ist schon für die nächsten zwei Wochen ausgebucht. Hanspeter Müller, Photolocation Fotostudio, Uznach, konnte sein Studio offen lassen, aber leider kam niemand für ein Fotoshooting. Die Leute wollen sich stylen vor einem Shooting, aber da ja alle Beauty- Geschäfte geschlossen waren, hatte er keine Buchungen. Bettina Werder, Physio Inform, Uznach, ist Physiotherapeutin und ihr Geschäft ist grundsätzlich offen. Aber weil die Patienten Angst vor einer Ansteckung haben, wurden bis auf ein paar wenige Termine alle abgesagt. Obwohl Bettina vor, während und nach jeder Behandlung für die nötige Hygiene sorgt. Barbara Bürklis Tanzschule in Rapperswil-Jona musste ebenfalls schliessen, denn Social Distancing lässt sich in einer Tanzschule natürlich nicht umsetzten. Bürkli produziert kleine Videos für ihre Tanzschüler und Tanzschülerinnen. Damit will sie dazu motivieren, zu Hause zu tanzen. ● Susan Brunner/red. Weitere Infos unter www.susans-gallery.ch. Qualität ist unser Prinzip. Walter Feldmann AG . Hauptstrasse 2 . CH-8762 Schwanden GL Leserbrief COVID-19 – die verordnete Entziehungskur an einer perfekten Gesellschaft? COVID-19 ist wie eine Entziehungskur, die unsere Sucht nach Normalität und Perfektion durchbricht. Noch vor einigen Monaten wäre ein Vorschlag zur kompletten Einstellung kommerzieller Angebote als absurd bezeichnet worden. Eher negative Superlative reihen sich aktuell trotz Sport- und Konsumverbot nahtlos aneinander. Auch die radikalen Veränderungen in unserem Sozialverhalten, die Still - legung der Wirtschaft und die Rolle der Regierung bei diesen Massnahmen hätten wir niemals ernsthaft in Betracht gezogen. Angst schwächt das Immunsystem und macht daher anfällig, auch für COVID-19. Ob das Virus nun eine genetisch veränderte Biowaffe aus dem Labor ist, ob es zur Verhinderung einer Enthüllung verwendet wird, ob das Virus ein Trojanisches Pferd für eine totalitäre Weltregulierung ist; ob es tödlicher oder weniger tödlich ist, als uns gesagt wurde, oder genau so ist, wie es uns die WHO gesagt hat. Jeder hat seine Meinung dazu, aber ob es wirklich auch die eigene ist – na ja. Ich denke, dass niemand inmitten des Durcheinanders von Nachrichten, Informationen, Gerüchten, Propaganda und politisierten Geschichten, die über Radio/TV verbreitet werden oder das Internet füllen, überhaupt noch weiss, was wirklich passiert. Wenn man bedenkt, dass in der Schweiz in einer schweren Grippe - saison rund 220 000 Menschen an der Influenza erkranken und rund 2400 Menschen an den Folgen sterben, beschleicht mich das Gefühl, dass es sich bei COVID-19 derzeit eher um einen medialen Hype, als um eine existenzbedrohende Gefahr handelt. Laut FAO sind weltweit rund 822 Millionen Menschen von Hunger und Unterernährung betroffen und rund 9 Millionen Menschen sterben jährlich daran. Das sind rund 50-mal mehr Menschen als bisher bei COVID-19 gestorben sind, doch keine Regierung hat deswegen den Ausnahmezustand ausgerufen oder verlangt, dass wir unsere Lebensweise radikal ändern, um diese Menschen zu retten. Irgendwann werden wir akzeptieren müssen, dass sich COVID-19 ausserhalb unserer Kontrollnormen bewegt. Ob wir wollen oder nicht, wir werden diese Grippewelle durchmachen. Bislang kann die ausgebliebene Katastrophe vom Bundesrat als politischer Erfolg dargestellt werden. Die Er - füllung des Kontrollprogramms der Zivilisation wäre somit der Triumph über den Tod selbst. Dafür lässt sich die moderne Gesellschaft gerne wie für einen Krieg von Grund auf reorganisieren, während wir die Möglichkeit eines ökologischen Zusammenbruchs, eines nuklearen Armageddons und den Hungertod von jährlich über 5Millionen Kindern als normal behandeln. In unserer Welt gilt der Tod als ultimative Katastrophe und wird auch im medizinischen Vokabular nicht gerne verwendet. Es würde in den Aufzeichnungen und Statistiken negativ gewertet werden, denn die biologische Wissenschaft lehrt uns ja, dass es in der Natur liege, unsere Überlebensund Reproduktionschancen zu maximieren. Aber nicht alle von uns würden sich auf einer Intensivstation aufhalten wollen, isoliert von ihren Lieben mit Maschinen, die für uns atmen; in der Gefahr, allein zu sterben – selbst wenn sich dadurch ihre Überlebenschancen erhöhen könnten. Einige von uns würden vielleicht lieber in den Armen ihrer Lieben zu Hause gehalten werden, selbst wenn das bedeutet, dass unsere Zeit gekommen ist. Wir sollten einfach nicht vergessen, dass die Sterblichkeit des Menschen immer 100 Prozent beträgt. Bis es für jeden von uns so weit ist, gilt aber: leben, erleben und über - leben. ● Margrit Kamm, Glarus