Aufrufe
vor 2 Monaten

25. Ausgabe 2020 (18. Juni 2020)

  • Text
  • Glarus
  • Juni
  • Telefon
  • Gemeinde
  • Glarner
  • Nord
  • Schwanden
  • Glarnerland
  • Regierungsrat
  • Kantons

Donnerstag,

Donnerstag, 18. Juni 2020 | Seite 26 Aus dem Linthgebiet Amden | Benken | Kaltbrunn | Rieden | Schänis | Weesen Texteinsendungen und Inserate an: Fridolin, Hauptstrasse 2, 8762 Schwanden, Email: fridolin@fridolin.ch Linthkommission Regierungsrat Kaspar Becker führt ad interim Das Linthwerk wird durch die Linthkommission geführt. Bis jetzt waren unter anderem drei Regierungsmitglieder aus den Kantonen Glarus, Schwyz und St. Gallen darin vertreten. Ab Juni 2020 nimmt für die Kantone St. Gallen und Schwyz je ein Amtsleiter Einsitz in der Linthkommission. HORNBACH, Galgenen Neuer Marktleiter Beim europaweit bekannten Bau- und Gartenmarktbetreiber HORNBACH ist es in Galgenen zu einem Wechsel in der Marktführung gekommen. Urs Knobel wurde zum neuen Marktleiter in Galgenen ernannt. Gebiet Gäsi am Walensee. Die Mündung des Escherkanals gehört auch zum Linthwerk. (Foto: M. Jud) Die veränderte Zusammensetzung der Kommission ist auf einen Beschluss des Kantonsrats St. Gallen vom Dezember 2015 zurückzuführen. Gemäss diesem Beschluss wird die Einsitznahme eines Regierungsmitglieds in Organisationen mit kanto - naler Beteiligung eingeschränkt. Das Linthwerk ist von diesem Entscheid ebenfalls betroffen: Seit 1. Juni 2020 ist deshalb kein Regierungsmitglied des Kantons St. Gallen mehr in der Linthkommission vertreten. Der Kanton Schwyz verzichtet ebenfalls auf eine Vertretung durch ein Mitglied der Regierung. Der Kanton Glarus ist weiterhin durch Regierungsrat Kaspar Becker, Vorsteher des Departements Bau und Umwelt, in der Kommission ver - treten. Das Linthwerk ist für den Kanton Glarus von grosser Bedeutung, da sich ein erheblicher Anteil des Werks in diesem Kanton befindet. Dazu gehören vor allem der gesamte Escherkanal sowie das Naturschutzund Naherholungsgebiet Gäsi am Walensee. Neue Mitglieder und neuer Präsident An ihrer Sitzung vom Freitag, 29.Mai, hat die Linthkommission die beiden Regierungsmitglieder Marc Mächler, bisher Vorsteher des Baudepartements des Kantons St. Gallen und Präsident der Linthkommission, sowie den aus der Regierung ausscheidenden René Bünter, Vorsteher des Umweltdepartements des Kantons Schwyz, verabschiedet. Gleichzeitig wurde der von der Regierung des Kantons St. Gallen vorgeschlagene Vertreter bestätigt: Neu nimmt Michael Eugster, Leiter Amt für Wasser und Energie, in der Kommission Einsitz. Die Vertretung für den Kanton Schwyz sowie der neue Präsident werden im September bekannt ge - geben. Vizepräsident Kaspar Becker übernimmt ad interim die Auf gaben des Präsidenten. Jahressicherheitsbericht Der Jahressicherheitsbericht ist ein von der Linthkommission jährlich eingefordertes Kontrollinstrument. Der Bericht basiert auf einer Jahres - inspektion durch externe Experten und durch Vertreter des Linthwerks entlang dem Escher- und Linthkanal. Auch die von den Linthaufsehern über das Jahr gemeldeten und protokollierten Beobachtungen werden diskutiert und fliessen in den Bericht ein. Die Sicherheit der Anlagen wird beurteilt und die Vorgaben und Unterhalts - mass nahmen für das neue Betriebsjahr werden festgelegt. Die jährliche Inspektion im Herbst erlaubt es, festgestellte Defizite unmittelbar nach der Hochwassersaison zu erkennen und allfällige ausserordentliche und dringende Unterhaltsmassnahmen noch vor der nächsten Hochwasserperiode in Angriff zu nehmen. Die Linthkommission durfte zur Kenntnis nehmen, dass die Ergebnisse 2019 positiv sind. Der zusammen - fassende Expertenbericht hält fest, dass es keine erkennbaren Sicherheitsdefizite gibt, die bei einem grossen Hochwasserereignis zu einer unmittelbaren Gefährdung der Um - gebung und der Gemeinden des Linthgebiets führen könnten. ● pd. Am 1. Juni löste Urs Knobel (links) Christoph Martin im HORNBACH Galgenen ab. Die HORNBACH-Gruppe ist einer der grössten Betreiber von Bau- und Gartenmärkten in Europa. In der Deutsch- und der Westschweiz ist HORNBACH mit 7Märkten vertreten und beschäftigt rund 900 Mitarbeitende. In Galgenen ist per 1. Juni 2020 Urs Knobel zum neuen Marktleiter ernannt worden. Urs Knobel arbeitet schon seit Juli 2009 im Unternehmen, ist seit September 2015 Mitglied des Markt - management-Teams und freut sich über die Beförderung. (Fotos: zvg) Erfolgversprechende Neubesetzung Alessandro Pellegrini, HORNBACH- Geschäftsführer, ist mehr als zu - frieden mit der Neubesetzung, und er ist überzeugt, dass die erfreuliche Entwicklung der HORNBACH-Bau - märkte anhalten wird: «Der neu gewonnene Marktleiter ist eine gestandene Persönlichkeit mit viel Führungserfahrung. Zudem weiss er genau, was der Projektbaumarkt so besonders macht. Ich habe volles Vertrauen in Urs Knobel und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit.» ● pd. Weitere Infos unter www.HORNBACH.ch. Sommer-Gottesdienst der Frauengemeinschaft Schänis «Im Zeichen der Schnecke» Am Donnerstag, 18. Juni, um 19.00 Uhr, lädt die Frauengemeinschaft Schänis zum traditionellen Sommer-Gottesdienst ein. Wenn Petrus für schönes Wetter sorgt, dann findet die Feier beim Erlenweiher statt. Ansonsten trifft man sich in der St. Leonhard Kapelle in Rufi. Motto «Im Zeichen der (Weinberg-)Schnecke». Auch dieses Jahr hat das Vorbereitungsteam wieder ein facettenreiches naturnahes Thema ausgewählt. Es geht um die Schnecke und ihr Sein. Möchten wir uns manchmal lieber in unser Schneckenhaus zu - rückziehen oder wagen wir es, die Fühler auszustrecken und Neues zu erleben? Können wir uns auch mit kleinen Schritten oder einem lang - samen Vorwärtskommen anfreunden oder reisst uns der Geduldsfaden, wenn alles nur im Schneckentempo läuft? (Foto: zvg) Der Sommer-Gottesdienst mit Kaplan Sebastian Wetter möchte auf diese Aspekte eingehen und am Beispiel der Schnecke und ihrer beharrlichen und zielstrebigen Art zeigen, dass es sowohl Zeiten für Entschleunigung und Rückzug braucht als auch fürs Ausgelassensein. Oder im «Schnecken- Jargon» gesprochen: «Ganz aus dem Häuschen sein.» Eingeladen zu diesem besinnlichen und fröhlichen Abend der Frauen - gemeinschaft Schänis sind alle Interessierten – Frauen und Männer. ● eing. Riedner Alpen Warten auf die Segnung Das Vieh hat die diversen von der Ortsgemeinde Rieden betriebenen Alpen in den letzten Wochen bereits bezogen. Erwartet wird nun die traditionelle Alpsegnung. Die Alpsegnung ist am Samstag, 20.Juni, vorgesehen und wird wieder - um von Sonja und Christoph Bosshart organisiert und geleitet. Wer sich der Gruppe anschliessen möchte, soll sich bitte bis am Freitag,19. Juni, um12.00 Uhr über Telefon 055 5361113 anmelden.Gestartet wird mit Autos am Samstagmorgen um 08.10 Uhr beim Dorfplatz Rieden, um 08.20 Uhr beim Parkplatz Cholwald oder um 08.40 Uhr beim Parkplatz Stockegg. Dann geht es zunächst zur Alp Oberer Howald und von dort auf den Tanz - boden. Um 11.30 Uhr ist bei der Alp Stock der Alpgottesdienst sowie das Mittagessen aus dem Rucksack vorgesehen. Getränke, auch Kaffee, können dort bezogen werden. Nach dieser Stärkung werden nacheinander die Alpen Neuzimmer, Breitenau, Wielesch und schliesslich etwa um 16.30 Uhr die Alp Cholwald besucht und gesegnet. Wer will, kann dort anschliessend noch etwas verweilen und ausruhen. Falls das Wetter nicht mitmachen sollte, würde das Programm am Samstag, 27. Juni, durchgeführt. Auch in diesem Jahr will die Orts - gemeinde neben dem ordentlichen Unterhalt diverse Sanierungen und Ergänzungen vornehmen. So ist auf dem Tanzboden die Anschaffung eines neuen Tisches geplant. Zudem muss dort die Solaranlage ersetzt werden; hiefür soll ein Projekt aus - gearbeitet werden. Im Cholwald sind die elektrischen Anlagen instand zu stellen, damit der Sicherheitsnachweis erbracht wird. Für die diversen Unterhaltsarbeiten sind insgesamt 25 000 Franken budgetiert. Hinzu kommen 2000 Franken für eine Neueinschätzung der Alpen, um der vom Bundesrat beschlossenen Ertragswertschätzungsanleitung (= eine Bundeshausformulierung!) gerecht zu werden. ● st. INSERATEANNAHME ) 055 6474747 * fridolin@fridolin.ch Notfalldienste Arzt Den Notfallarzt an Wochenenden und Feiertagen erreichen Sie unter den nachfolgenden Notfalldienstnummern (an Werktagen können Sie jederzeit Ihren Hausarzt über die Praxis telefonnummer erreichen; bei Ab wesenheit gibt Ihnen der Telefon beantworter seinen Vertreter bekannt): Rapperswil-Jona, Bollingen, Wagen: Telefon 0848 144 111 Kaltbrunn, Benken, Uznach, Schmerikon, Eschenbach, Goldingen, St. Gallenkappel, Ernetschwil, Gommiswald, Rieden: Telefon 0848 144 222 Schänis, Weesen, Amden: Telefon 0848 144 222 Sollte die Notfallnummer ausnahmsweise einmal nicht funk - tionieren oder bestehen Unklar - heiten, so kann die Zentrale des kantonalen Spitals Uznach (Telefon 055 285 4111) Auskunft über den dienst habenden Notfallarzt geben. Notfalldienst Tierarzt Linthgebiet: Alle Tierarztpraxen haben einen Notfalldienst organisiert. Auskunft erteilt Ihr Tierarzt!

Donnerstag, 18. Juni 2020 | Seite 27 Faszination Natur – nationaler Zeichnungswettbewerb Michela Greco gewinnt Michela Greco, Schülerin im Schulhaus Büel in Niederurnen, belegte in der Kategorie 6 bis 9 Jahre den ersten Platz beim nationalen Umwelt-Zeichnungswettbewerb 2020 der Schweizerischen Vereinigung für Qualitäts- und Management-Systeme (SQS). «Zeichne dein Bild zum Thema ‹Faszination Natur› in einer bunten Illustration. Nutze das Malen als dein Sprachrohr, das uns zum Nachdenken anregt. Denn wir können die Natur in ihrer Schönheit und Vielfältigkeit immer wieder neu entdecken, wenn wir nur genau hinschauen.» Dieser fordernden Aufgabe stellten sich über 3500 Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Schweiz am nationalen Umwelt-Zeichnungswettbewerb 2020 der Schweizerischen Vereinigung für Qualitäts- und Management-Systeme (SQS). Eine Fach-Jury unter Hubert Rizzi hat die Arbeiten kürzlich bewertet und jetzt prämiert. Die Gewinnerinnen und Gewinner in den verschiedenen Alterskategorien haben eine Summe zwischen 1250 und 2000 Franken in die Klassenkasse für eine Umweltaktivität erhalten, zum Beispiel für eine Exkursion oder ein Projekt. Michela Greco, Schülerin im Schulhaus Büel in Niederurnen, belegte in der Kategorie 6 bis 9 Jahre den ersten Platz. Ihre Zeichnung «Winternachts-Traum» bewertete die Jury wie folgt: «Das Bild von Michela Greco zeigt eine faszinierende Seite der Natur im Winterkleid. Durch die kalten Farben, den weissen Mond und den Schnee wird die Kraft der Ruhe sichtbar.» Die siegreiche Schülerin dazu: «Ich habe die verschneite Mondlandschaft gemalt, weil es bei uns dieses Jahr keinen Schnee gab. Das fand ich sehr 10 Jahre Kindertheater Glarisli «Potz Rührei und Tomaten» Sieger-Zeichnung «Winternachts-Traum» von Michela Greco. (Foto: zvg) schade. Ich habe die Nacht gewählt, weil es viel spezieller und schöner aussieht als am Tag. Die Tannen fand ich passender als andere Bäume.» ● eing. Seit 2010 machen Kinder beim Kindertheater Glarisli Theatererfahrungen. Angeleitet wurden sie zuerst durch Gründerin Charlotte Bollmann, und als diese verstarb, durch Sara Hegner. Hegner entschied sich trotz Coronavirus-Pandemie-Auflagen, auf eine Aufführung im Jahr 2020 hinzuarbeiten. Nach regulären Proben Anfang Jahr in der Alten Post in Oberurnen wurde nach dem «Lockdown» online geprobt. Seit Samstag, 13. Juni, geht es wieder live zu und her. Licht- und Tontechniker Marco Wülser und seine Helferinnen richteten auf der Bühne der Mehrzweckhalle Oberurnen die selbst erarbeiteten Bühnenbilder ein. Hilfsbereite Eltern und ihre Kinder setzen alles daran, dass Kostüme, Requisiten, Maske, Beleuchtung usw. rechtzeitig zur Verfügung stehen. Dann kann die Kindertheater-Crew Mitte September das Märchen «König Drosselbart» von den Gebrüdern Grimm für interessierte Theatergäste aufführen. (Bildbericht: Rita Müller-Gabrielli) Profisportler während der Coronavirus-Krise Profisportler Colin Stüssi Was machte eigentlich Radrennfahrer Colin Stüssi vom «Team Vorarlberg Santic» während der Coronavirus-Krise? Vor der Coronavirus-Krise: Colin Stüssi startet auf Rhodos gut in die Saison 2020. Nach einem sehr guten Einstieg in die Saison 2020 mit dem 6. Schlussrang an der International Tour of Rhodes wurden die Rennen weltweit ein - gestellt. Am Anfang wusste niemand, (Foto: zvg) wie lange es dauern würde, und so wurde weiterhin geregelt trainiert. Als sich nach den ersten Wochen abzeichnete, dass der Rennunterbruch länger dauern würde, legte Colin Stüssi eine Pause ein, um sich dann neu aufzubauen. Dabei fiel auch die Motivation in den Keller. Mit den fehlenden Zielen, Rennen zu bestreiten und damit Resultate einzufahren, die es ermöglichten, die letzte Stufe im Radsport zu erklimmen, fehlte die Perspektive. Zudem fielen auch die zusätzlichen Einnahmen aus Preisgeldern weg. Das «Team Vorarlberg Santic» ist eines der besten Continental Teams weltweit, dennoch ist es für die guten, hoch dotierten Rennen auf eine Einladung des Veranstalters angewiesen. Nach den ersten Lockerungen ist die Hoffnung gross, dass die Wettkampfsaison bald fortgesetzt werden kann. Damit steigt die Motivation und es kann mit dem Aufbau für die zweite Hälfte des Jahres begonnen werden. Es ist wie ein Einstieg im Winter nach der Saisonpause, mit dem Unterschied, dass nicht in den Süden ge - flogen werden muss, um bei warmen Temperaturen zu trainieren. So wie es zurzeit aussieht, wird die Saison für das «Team Vorarlberg Santic» gegen Ende Juli mit Rennen weitergehen, zudem nimmt das Team am «Race Around Austria» teil, wo im 4er-Team abwechselnd die österreichische Staatsgrenze abgefahren wird, mit 2200Kilo metern und 30 000 Höhenmetern. ● eing. Projektunterricht Oberstufenzentrum Näfels Unter speziellen Bedingungen Trotz Coronavirus-Pandemie und «Lockdown» haben dieses Jahr zahlreiche Lernende des Oberstufenzentrums Näfels den Projektunterricht des 3. Oberstufen - jahres mit einer Abschlussarbeit beendet. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie konnten die Projektarbeiten der Abschlussklassen des Oberstufenzentrums Näfels nicht ausgestellt werden. Da die Lernenden aber trotzdem ihre Arbeiten einem breiten Publikum zeigen wollten, verlegte das Lehrerteam die Präsentation kurzerhand in die virtuelle Welt. Die Umstellung auf Microsoft Office 365 erwies sich als Gewinn, sowohl bei der Begleitung der Lernenden als auch für die Präsentationen. Die Schülerinnen und Schüler geben unter Einhaltung des Datenschutzes in einem nicht-öffentlichen, ungefähr dreiminütigen Video Auskunft über die Ideenfindung, das Vorgehen und den Prozess sowie das Endprodukt ihrer Arbeit. Selten waren Geduld, Beharrlichkeit und Ausdauer so gefragt wie jetzt, machte der «Lockdown» doch vielen Lernenden einen gewaltigen Strich durch die Planung. Drehorte waren plötzlich nicht mehr zugänglich, die Materialbeschaffung gestaltete sich wegen geschlossener Läden schwierig, und Social Distancing machte es zeitweise unmöglich, gewisse Projekte zum Abschluss zu bringen. Für einige Lernende bedeutete dies eine totale Neuorganisation in kürzester Zeit. Trotzdem entstanden tolle Projekte aus vielen verschiedenen Themen - bereichen: von selbstgenähten Kleidern, dem Programmieren einer App, Kochprojekten, Ahnenforschung, einem «Bollywood»-Look inklusive Jugendroman von Andri Kamm. (Foto: zvg) Make-up über das Restaurieren eines Schneepfluges und eine selbst zusammengestellte und eingeübte Choreografie bis zum 200-seitigen Jugend roman und einer aus einem Bausatz gebauten und bespielbaren E-Gitarre. Die Möglichkeit, die geleistete Arbeit den Eltern, Verwandten, Mitschülern und zukünftigen Lehrmeistern präsentieren zu dürfen, wird von den Lernenden geschätzt, und wir hoffen sehr, dass die Ausstellung 2021 wieder im gewohnten Rahmen stattfinden kann. ● Presseteam Oberstufenzentrum Näfels Helena Golling während der Coronavirus-Krise Fernstudium, Tischkicker und Plastikmüll Mein Umgang mit der Coronavirus-Krise war wohl ein Hinnehmen der Situation, die ich sowieso nicht ändern konnte. Ich hatte mich schnell damit abgefunden, dass jetzt ein neuer Abschnitt angefangen hat und sich mein Alltag stark verändern würde. Am Anfang hatte ich mehr Zeit. Die Wegstrecken von Näfels nach Zürich zum Studium fielen weg, ich sparte mir zwei Stunden Zugfahrt pro Tag. Zudem wurden alle Proben abgesagt, weder Harmoniemusik noch Bandprobe waren mehr erlaubt. So schade es auch war, auf einmal löste sich viel Druck von meinen Schultern. Mir war gar nicht bewusst gewesen, wie gestresst ich gewesen war. Bis das öffentliche Leben lahmgelegt und das private entschleunigt wurde. Schliesslich entwickelte sich ein neuer Alltag, mit Fernstudium von zu Hause aus, bis zu drei gemeinsamen Mahlzeiten und einem deutlich besseren Verhältnis zu meiner Familie – insbesondere meinen drei Brüdern. Obwohl wir uns zuerst daran gewöhnen mussten, uns auf einmal viel öfter zu sehen, machen wir mittlerweile oft gemeinsame Ausflüge, wie etwa morgendliche Fahrradtouren an den Walensee. Der Tischkicker steht wieder und wurde zum Austragungsfeld der geschwisterlichen «Hierarchie» auserkoren. Während meine Mutter in die Kantonale Führungsorganisation (KFO) einberufen wurde und viel bei der Arbeit war, sass mein Vater im Homeoffice. Von nun an übernahm er die Rolle des Hausmanns und Kochs. Anstatt auszugehen, traf man sich abends über Zoom mit den Kollegen. Auch das Fernstudium funktioniert einigermassen. Die Selbstdisziplin wird zwar schon strapaziert, aber auch trainiert, und man muss einfach dranbleiben. Zwischendurch bin ich viel draussen, fahre mit dem Einrad durch das Dorf oder mache einen Spaziergang. Dabei habe ich ein neues Hobby entdeckt: Müll aufsammeln. Im Ernst. Im Studium beschäftigen wir uns im Fach «Umweltproblemlösen mit Mikro plastik», und seither fällt mir Helena Golling mit Mikroplastik enthaltenden Zigarettenstummeln. (Foto: zvg) der viele Plastikmüll auf, der am Wegesrand liegt. Und wem er einmal auffällt, der kann nicht mehr guten Gewissens daran vorbeigehen. Ich zumindest kann es immer seltener. Selbst wenn ich mit dem Velo nach Glarus fahre und dabei Müll entdecke, halte ich an, drehe um und lese ihn auf. Das gibt mir ein gutes Gefühl und ich kann damit selbst etwas beitragen. Für uns alle war es ein Zurechtfinden, auch Anpassen an die neuen Umstände und letztendlich eine Gewöhnungssache. Mir half der Gedanke, dass es allen gleich erging. Alle wurden wir gemeinsam zu einer Pause, einmal tief durchatmen, gezwungen. Und in der Gemeinschaft fand ich die Ruhe. Diese kollektive Atempause gab mir Kraft und stimmte mich zuversichtlich. ●