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26. Ausgabe 2020 (25. Juni 2020)

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26. Ausgabe 2020 (25. Juni

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 26 Donnerstag, 25. Juni 2020 Regierungsrat 6+8 Landrat 12 +14 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 16 – 20 Aus dem Linthgebiet 30 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Selbstbewusstsein Gusseisen ist ein sprödes, aber sehr dauerhaftes Metall für Wasserleitungen, Getriebegehäuse, Bratpfannen oder Kanaldeckel. Es hält ein Leben lang – so wie das guss - eiserne Selbstbewusstsein, das manche Leute an den Tag legen. Ihr Bewusstsein von sich selber ist so gut gehärtet, dass sie sich immer treu bleiben, dass sie grossem Druck standhalten, dass ihre Einstellungen von dem, was sie selber zu sein glauben, festgefügt sind – auch bei grosser Belastung. An sich nichts Schlechtes, oder? Bis dann die eine grosse Belastung kommt, die das Selbstbewusstsein zum Bersten bringt. Dann ist das ganze schöne Selbstbewusstsein kaputt und es kommt zur Identitätskrise. Offenbar ist also ein gusseisernes Selbstbewusstsein kein besonders ge - sundes Selbstbewusstsein – wenn es am Druck kaputtgehen kann. Besser wäre, wenn das Selbstbewusstsein formbar bleibt, biegsam bis ins hohe Alter. Ein bisschen wie Stahl. Doch wie lässt sich das bewerkstelligen? Es gibt eine einfache Art, die Biegsamkeit des Selbstbewusstseins zu erhalten oder wiederherzustellen – indem man mit sich selber spricht. Ist eine Einsicht, die ich – vielleicht in Kindheitstagen – gewonnen habe, heute noch richtig? Das könnte man ja mal überprüfen! Habe ich mich im Lauf der Zeit verändert? Und wie hat sich eigentlich während dieser Lebenszeit die Welt verändert? Gilt das noch, wovon ich einst überzeugt war? Das beginnt bei ganz einfachen Überzeugungen, wie etwa: Ich kann nicht gut öffentlich reden. Ich kann nicht tanzen. Ich mag kein Gemüse. Das alles lässt sich – meist relativ einfach – ändern. Wenn man mit anderen spricht. Die geben einem dann Feedbacks wie «Aber du tanzt doch ganz passabel» oder «Lass mich für dich Gemüse kochen, vielleicht magst du es ja dann doch». Aber es geht weiter bis zu den tiefs - ten Überzeugungen, die wir von uns selber haben. Auch diese lassen sich in Frage stellen, von allen, die den Mut haben, dies zu tun. Ob religiöse Überzeugungen, gesellschaftliche Werte oder Charakterzüge – nichts davon ist so festgegründet, dass es sich nicht anpassen liesse. Natürlich geht es nicht darum, gleich das ganze Selbst in einem Schwung über Bord zu werfen und sich völlig umzudrehen. Aber so eine Über - zeugung pro Monat oder ein Charakterzug jedes Jahr dürften es schon sein. «Alles ist richtig», sagt Kurt Tucholsky, «selbst das Gegenteil. Nur ‹zwar ... aber›, das ist nie richtig.» ● FJ Gemeindepräsident Thomas Kistler wird die Versammlung führen. Für sein Video-Statement zur Selbstbestimmung Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto und Video: FJ) Glarnerland wählt Selbstbestimmung Der kommende September wird es in sich haben – am Sonntag, 6., ist Landsgemeinde, knapp zwei Wochen später, am Samstag, 19., ist die ausserordentliche Gemeindeversammlung von Glarus Nord zur Nutzungsplanung angesetzt. Wie man sich Gestaltungsspielraum schafft. Gesetze und Reglemente regeln heute fast alle Gebiete des Lebens, doch letztlich geben sie nur die Grenzen vor. Sie sagen bloss, was verboten ist. Wie man innerhalb dieser Grenzen etwas entwickelt, das sagen sie nicht. Dafür braucht es Pläne und Visionen. An der Landsgemeinde setzen Glarnerinnen und Glarner ihre Visionen vom gesellschaftlichen Zusammen - leben im Kanton um – an den Gemeindeversammlungen geht es ums Leben in der Gemeinde und letztlich im eigenen Dorf. Selbstbestimmung hat in diesem Zusammenhang sowohl auf Gemeinde- wie auf Kantonsebene einen sehr hohen Stellenwert. Wer nicht selber bestimmt, über den wird bestimmt. Gestaltungsspielraum schaffen In Glarus Nord wird derzeit die Nutzungsplanung zum zweiten Mal aufgelegt. An der neuen Vorlage haben Einwohnerinnen und Einwohner in Fokusgruppen mitgewirkt. Das künftige Baureglement für die acht Dörfer wurde flexibel ausgestaltet, die Gewässerräume schied man auf der Basis genauer Analysen aus. Für Wildtierkorridore arbeiteten Experten mit Landwirten zusammen, die Mehrwertabgabe entspricht dem Raumplanungsgesetz, die Arbeitszonen wurden im Auftrag des Kantons reduziert. Das alles und noch viel mehr hat man nach der Ablehnung der NUP I im Jahr 2016 angepasst. Noch bis am Samstag, 8.August, haben die Stimmberechtigten die Möglichkeit, zur NUPII Abänderungsanträge einzureichen. Und jene Anträge, die zulässig sind, werden an der Versammlung zur Abstimmung gebracht. Ziele und Auseinandersetzungen Die Ziele der NUP II sind in Glarus Nord – wie vielerorts –, haushälterisch mit dem Boden umzugehen, der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Landwirtschaft eine Perspektive zu geben, Grünflächen zu erhalten und die Lebensqualität in den Dörfern zu steigern. Doch darüber, wie das konkret geschehen kann, gehen die Meinungen auseinander. Das ist nur natürlich, weil alle die Ziele verschieden gewichten. Es besteht aber kein Zweifel, dass letztlich eine gut diskutierte und verabschiedete Nutzungsplanung die einzige Möglichkeit ist, mit der sich die Stimmberechtigten ihre Chance zur Selbstbestimmung wahren. Finden sie selbst diesen Kompromiss nicht, so werden sie von der kantonalen und nationalen Gesetzgebung immer weiter in die Schranken gewiesen. Mit der Folge, dass Vorwärts - entwicklung gehemmt oder sogar verunmöglicht wird. Wie sollen In - vestoren in die Gemeinde kommen, wenn nicht klar ist, wo entwickelt wird und wo die entsprechenden Industrie-, Gewerbe- und Wohngebiete liegen dürfen? Und wie kann die Gemeinde Zonenpläne entwickeln, wenn sich ihre Mitarbeitenden nach jeder Ablehnung wieder mit der Ausarbeitung eines neuen Nutzungsplanes beschäftigen müssen? Besser wäre da wohl, irgendwann mal einen Plan für die gesamte Gemeinde zu verabschieden und diesen dann schrittweise den sich ändernden Gegebenheiten wieder anzupassen. Die Diskussion führen Jedes Dorf, jedes Quartier, jede Siedlung im Glarnerland, so auch in Glarus Nord, hat eigene Visionen davon, wie das Dorf am besten in die Zukunft gehen könnte. Jetzt, im Vorfeld der Nutzungsplanung, ist der richtige Zeitpunkt, diese Diskussion zu führen – nicht indem man Maximalforderungen festschreibt, sondern indem man kluge Spielräume und eine für alle Dörfer sinnvolle Planung wählt und dem eigenen Gestaltungswillen vertraut. In den Sommerwochen bis zum September wird der FRIDOLIN in einer Serie die Themen Räumliche Dorf - bilder, Mehrwertabgabe, Wildtierkorridore, Gewässerräume, Bauzonen und Baureglement behandeln – und dies so kontrovers wie möglich. Ob Bäuerin oder Naturschützer, ob Land - eigentümer oder Gewerbetreibende, wer einen Standpunkt und die nötigen Argumente hat, ist eingeladen, sich beim FRIDOLIN zu melden, damit er oder sie interviewt werden können. Alle Informationen zur NUP II finden sich auf der Homepage www.glarusnord.ch/nup. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 27. Juni 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 28. Juni 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 27./28. Juni Vista Klinik Bahnhofstrasse 15, Pfäffikon SZ Telefon 055 55216 66 Wochenend-Notfalldienst: ab Freitag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt (Notfallring) Kleintiere: Samstag/Sonntag, 27./28. Juni Kleintierpraxis Buchholz Buchholzstrasse 48, Glarus Telefon 055 640 26 40 • Wochenende ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. • Freitagnacht und Montagnacht: Wochenend-Notfalldienst. • Dienstagnacht: Kleintierpraxis Buchholz, Buchholzstrasse 48, Glarus, Telefon 055 640 26 40. • Mittwochnacht: Kleintierpraxis Landerer, Bahnhofstrasse 31a, Näfels, Telefon 055 622 20 20. • Donnerstagnacht: Kleintierpraxis Tierklinik am Kreis AG, Zaunweg 11, Netstal, Telefon 055 646 86 86. Grosstiere: Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Notfalldienst für alle Tierarten Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66