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30. Ausgabe 2020 (23. Juli 2029)

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30. Ausgabe 2020 (23. Juli

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 30 Donnerstag, 23. Juli 2020 Schatzchäschtli 9 Treff• 10 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 11–14 Aus dem Linthgebiet 24 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Krankheit des Vergessens «Ich beginne nun die Reise, die mich zum Sonnenuntergang meines Lebens führt, in der Gewissheit, dass über Amerika immer wieder ein strahlender Morgen herauf - dämmern wird.» So gelassen informierte Präsident Ronald Reagan die Öffentlichkeit über seine Alzheimer-Erkrankung. Wer auf der neuen Demenzabteilung im Altersheim Letz seine Runde macht, findet an den Wänden grossformatige Schwarz-Weiss-Fotos. Aus Sicherheitsgründen sind sie auf Folie gezogen und direkt an die Wand geklebt. Es sind historische Aufnahmen, die Samuel Trümpy bearbeitet hat. Sie zeigen nicht Amerika, sie zeigen ein fremdes Glarnerland – das Glarnerland der Erinnerung. Sie zeigen Wildheuer bei der Arbeit, die Kartoffelsammelaktion während des Krieges. Sie zeigen, wie bei Knobel in Ennenda gestanzt wurde, wie die grossen Zahnräder in Netstal fabriziert wurden, wie man in Engi in der Stickerei arbeitete. Sie zeigen Erstkommunionsfotos, Autos auf dem Zaunplatz und die Landsgemeinde von einst. Sie zeigen aber vor allem Menschen, von denen fast alle wohl schon lange gestorben sind. Die Männer tragen ein «Übergwändli», die Frauen Schürzen und die Mädchen lange Zöpfe. Hier – an diesen Wänden – wecken die Fotografien einerseits alte, längst vergrabene Erinnerungen. Solche Erinnerungen bleiben noch lange, wenn anderes schon lange vergessen ist. «Ich frage mich, wann der erste Bewohner kommt und sagt: den kenne ich», sagt Geschäfts - führer Harald Klein. Gleichzeitig machen diese alten Fotografien die Räume wohnlicher. Sie stehen für alles, was sonst wohl vergessen würde, und für alle, die sonst vergessen werden. Wie Ronald Reagan sind jene, die hier leben, auf ihrem Ritt in den Sonnenuntergang. Jene, die hier arbeiten, sind die mutigen und geduldigen Pflegefachleute, welche sich um die demenziell Erkrankten kümmern, die mit ihnen – wenn nötig stundenlang – durch die Gänge oder den Demenzgarten streifen, die sie füttern, aktivieren, die ihnen liebevolle Worte und Berührungen schenken. Es gibt wohl niemanden, der nicht zutiefst verängstigt würde vor der Aussicht, an der «Krankheit des Vergessens», wie ihr Entdecker Alois Alzheimer sie nannte, zu erkranken. Doch je mehr die Kranken im Zentrum sein dürfen, umso menschlicher wird das Angesicht des Glarnerlandes. So trägt das neue Haus «Fronalp» in Näfels zur Gewissheit bei, dass über dem Kanton ein strahlender Morgen heraufdämmern wird. ● FJ Beim Zügeln im Altersheim packen alle mit an: (von links) Corinne Schäfer, Pflegeverantwortliche; Rita Schiesser, Teamleitung Betreutes Wohnen; Harald Klein, Geschäftsführer, und Michaela Corra, Pflegefachfrau. Für das Statement von Harald Klein Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto und Video: FJ) APGN: Einzug ins Haus «Fronalp» Glarnerland soll glücklich altern 38 Betten für Demenzkranke in 6 Wohngruppen sowie 23 Pflegebetten sind im Neubau Haus «Fronalp» im Alters- und Pflegeheim Letz in Näfels entstanden. Der neue Wohntrakt mit Demenzgarten ist ein Meilenstein im offenen Konzept für ein Gesundheits- und Alterszentrum Glarus Nord. Der FRIDOLIN war beim Zügeln dabei und sprach mit Geschäftsführer Harald Klein über Pflegeinfrastrukturen, Hemmschwellen und über neue Möglichkeiten. Es ist Montagmorgen, 20. Juni: am Stationszimmer hängt ein Plan – nicht übers Pflegen, sondern übers Zügeln der Wohngruppen. Von der Pflegeverantwortlichen über die Teamleitung bis zur Pflegefachfrau und zum Zivilschutzbetreuer packen alle mit an. Möbel werden geputzt. Auf Servicewagen und Rollatoren kommen Stühle, Kissen, Spiegel und Bilder aus der «alten» Demenzabteilung im Haus «Mürtschen» ins neue Haus «Fronalp». Schon kurz nach11.00Uhr sitzen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner im Gemeinschaftsraum und warten auf das Mittagessen. Aus zwei mach eins Harald Klein ist zufrieden: Die «alte» Demenzabteilung bot 18 Plätze, damit war – im Kellergeschoss – eine 7er- Wohngruppe über eine Rollatorenrampe verbunden. Neu können im Haus «Fronalp» für 39 Bewohnende bis zu 6 Wohngruppen geführt werden, alle mit eigener Küche. «Damit werden wir flexibel. Alle wohnen jetzt zusammen, wir brauchen niemanden mehr auf eine Pflegeabteilung zurückzuverlegen.» Begrünte Innenhöfe und ein Garten schaffen geschützten Aussenraum. Darüber liegt – im Ober - geschoss – die neue Pflegeabteilung mit 23 Betten. Alle in grosszügigen Einzelzimmern mit Aussicht auf die Kirche von Näfels, auf das Idaheim. Die Postkarte an der Wand in Kleins Büro sagt, wie es ist: «Sei lieb zu deinen Kindern, sie suchen deinen Altersheimplatz aus!» Zeitgemässe Räume sind also wichtig für die Be - legung. Doch im «neuen Letz» ist noch weit mehr möglich. Denn getreu dem Motto «Zwei eigenständige Institutionen unter einem Dach!» wird auch die Spitex Glarus Nord hier Einzug halten – ambulante und stationäre Langzeitpflege werden verknüpft. Aus Heim mach Zentrum Einst lag das Altersheim Letz auf der grünen Wiese, ausserhalb des Dorfkerns. Doch mit den Neubauten rundherum, mit der integrierten Spielgruppe im «Letz» und mit den 90 Alterswohnungen in der direkten Umgebung verwächst das «Letz» mit dem Dorf und rückt immer stärker ins Zentrum, auch im übertragenen Sinn. Schon gibt es Räume für den Coiffeurbesuch und die Podologie, für Aktivierung wie etwa gemeinsames Singen. Im freiwerdenden Stock im Haus «Mürtschen» entstehen die neue Arztpraxis von Dr. Roman Hauser sowie eine Physiotherapiepraxis. «Auch Ernährungsberatung wäre wünschenswert. Wir wollen das Heim aufmachen, der alte Mensch soll dazugehören», sagt Harald Klein. Ob Jung oder Alt, wer zum Arzt kommt, kann hier gleich weitere Termine wahrnehmen oder zusammen ein Bier trinken und jassen. Damit sinkt – von klein auf – die Hemmschwelle, ein Alterszentrum zu betreten. «Aus dem Altersheim soll ein Gesundheitsund Alterszentrum werden, im wahrsten Sinne des Wortes», sagt Klein. «Ambulant und stationär, sich gegenseitig ergänzend.» Was ebenfalls aufgebaut wird: Wohnen mit Service in der altersgerechten Wohnung mit Packages, z. B. für Pflegeleistungen, oder die Zimmerreinigung. Aus Lernenden und Studierenden mach Mitarbeitende Im Zentrum stehen auch die Lernenden und die Mitarbeitenden: Ob sie nun bei der Spitex arbeiten oder in der stationären Einrichtung, sie können in Zukunft gegenseitig profi - tieren. Drei nur für die Ausbildung verantwort liche dipl. Pflegefachfrauen HF betreuen die Lernenden und Studie renden. Sie und die Mit - arbeitenden können hier als effektive Teams in modernen Infrastrukturen zusammen arbeiten und haben die nötigen modernen Hilfsmittel und Infrastruktur. Etwa die ultramoderne Hebewanne in der Pflegeabteilung, die dank einer Spende angeschafft werden konnte. «Das ist also unser Wellnessbereich», sagt Harald Klein im Obergeschoss von Haus «Fronalp» und zeigt auf das alte Haus «Rauti». Wenn dort dann 2021der eingeschossige Neubau für Verwaltung und Spitex steht, wird man von hier frei auch Richtung Norden blicken können. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 25. Juli 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 26. Juli 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 25./26. Juli Lentics.Augenärzte Praxis Dr. med. H. Wettler AG Neue Jonastrasse 85 Rapperswil-Jona Telefon 055 210 2171 Wochenend-Notfalldienst: ab Freitag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt (Notfallring) Kleintiere: Samstag/Sonntag, 25./26. Juli Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 • Wochenende ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. • Freitagnacht und Montagnacht: Wochenend-Notfalldienst. • Dienstagnacht: Kleintierpraxis Buchholz, Buchholzstrasse 48, Glarus, Telefon 055 640 26 40. • Mittwochnacht: Kleintierpraxis Landerer, Bahnhofstrasse 31a, Näfels, Telefon 055 622 20 20. • Donnerstagnacht: Kleintierpraxis Tierklinik am Kreis AG, Zaunweg 11, Netstal, Telefon 055 646 86 86. Grosstiere: Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Notfalldienst für alle Tierarten Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Edgar Thoma GmbH Plattenbeläge Sonnenhügelstrasse 10 Postfach 850 8750 Glarus T 055 640 43 64 F 055 640 43 65 M 079 405 08 06 edgar.thoma@bluewin.ch