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31. Ausgabe 2020 (30. Juli 2029)

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31. Ausgabe 2020 (30. Juli

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 31 Donnerstag, 30. Juli 2020 Treffpunkt 10 1.-August-Feiern 16 +17 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 12–14 Aus dem Linthgebiet 24 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Solidarität ja, aber welche? Von der UNIA bis zur Post, von der Bundespräsidentin bis zur Glückskette: Im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie war und ist der Begriff «Solidarität» in aller Munde. Doch wie gross ist der Rayon für diese Solidarität? Reicht er bis vor die eigene Haustüre? Bis zum Quartier? Zur Gemeinde? Zum Kanton Glarus? Zur ganzen Schweiz? Gehören die Coronagebeutelten Mexikanerinnen und Brasilianer auch noch dazu? Und wem soll zuerst geholfen werden: Den Spitälern oder den Kinder - tagesstätten? Der darbenden Hotellerie, der notleidenden Gastwirtschaft oder den Verkaufsgeschäften mit hoher Miete und tiefem Umsatz? Sie alle benötigen Milliardenbeiträge, um wieder auf die Füsse zu kommen. Doch was sind sie bereit, dafür zu leisten? Sind sie – wie etwa Spitäler oder Transportbetriebe – systemrelevant; genügt es wohl, ihre Tätigkeiten für die Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Doch wie ist es mit allen anderen? Mit Freiberuflerinnen, Schaustellern, Schauspielern oder Musikerinnen? Mit Chören, Blasmusiken, Turnvereinen? Ohne sie läuft nichts, aber viele von ihnen können von der oben beschriebenen Verteilsolidarität nur beschränkt profitieren. Dabei leben sie vor, was Solidarität auch bedeuten kann. Während der Coronavirus-Krise gab es eine Reihe von spontanen Aktionen – etwa die Hauslieferdienste der Region, welche unbürokratisch und schnell die vulnerablen Bevölkerungsgruppen belieferten. Es gab Auftritte vor Altersheimen, wo Menschen zu vereinsamen drohten. Auch das Akte der Solidarität – aber nicht der Verteilsolidarität, welche meist aus fremden Portemonnaies Gelder verteilt, sondern Zeichen gelebter Solidarität. Sie hilft aktiv, setzt sich direkt ein und sie ist effektiv. Von links bis rechts sind Politikerinnen und Politiker bereit, jene Gesellschaftsgruppen zu bewirtschaften, von denen sie sich Dank – in Form der Wiederwahl – versprechen. Für diese, ihre Wählergruppen, fordern sie Solidarität – und meinen damit Förderbeiträge aus Staatsmitteln. Tatsächlich gelebte Solidarität beginnt aber dort, wo alle sich für ein Ziel einsetzen – die Betroffenen ebenso wie jene, die diesmal verschont blieben. Aus ihr ist die Schweiz gegossen worden, auch wenn diese Solidarität – wegen des Wegfalls der offiziellen Bundesfeiern – am 1. August 2020 wohl nicht so oft beschworen werden wird. Aber, ganz ehrlich gesagt, die aktive Solidarität wurde auch in den letzten Jahren nicht oft genug beschworen. ● FJ Ein wichtiger Teil der Verbauung: Die über 15 m hohe Mauer mit Wasser- und Kiesdurchlass. Für den Drohnenflug über die gesamte Verbauung Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto/Video: wie) Zum 1. August Zusammen, solidarisch, effektiv Da viele Feiern zum 1.August wegen der Coronavirus-Pandemie gleich ganz abgesagt wurden oder nur in kleinem Rahmen stattfinden, besinnt sich der FRIDOLIN auf das, was unsere Nation ausmacht: Am selben Strick ziehen. Im Gespräch gibt Kurt Luchsinger aus Schwanden, Präsident der Guppenrunskorporation, Auskunft darüber, was sich mit besonnener Zusammenarbeit erreichen lässt. In seinen Notizen schreibt der in Netstal geborene Schriftsteller Ludwig Hohl: «Das Unglück allein ist noch nicht das ganze Unglück. Erst, wenn man es schlecht besteht, ist es ein ganzes Unglück.» Wer an das grosse Unglück dieses Jahres – die Coronavirus-Pandemie – denkt, stellt fest, dass die Entscheidungen auf allen Ebenen über Leben und Tod, über wirtschaftlichen Untergang oder das Bestehen von Krisen entscheiden. Modell Korporation Das Glarnerland wurde und wird immer wieder von Unglücken heimgesucht – dazu gehören neben Feuern vor allem Murgänge und Überschwemmungen. So wurde in Schwanden nach dem verheerenden Murgang von 1889 die Guppenrunskorporation gegründet, die über 120 Jahre bis zur Gemeindefusion 2011 aktiv war. Zur selben Zeit – nämlich 2010 und 2011 – führten heftige Unwetter zu massiven Schäden an den über 100 Jahre alten Verbauungen. Also mussten diese erneuert werden. Schon bald stand ein Verbauungsprojekt, in einem neuen Ansatz sollte auch die Wasserversorgung des Dorfes Schwändi erneuert werden. Doch das Projekt war auf Eis gelegt. Denn woher sollten 10 Millionen Franken kommen, insbesondere in einer Gemeinde, welche weitere Investitionsvorhaben tätigen musste? So hiess es dann an jeder Gemeindeversammlung: «Wir haben noch mal Glück gehabt!», wenn es nicht zu einem Murgang gekommen war. Doch wie Kurt Luchsinger sagt: «Man kann nicht immer Glück haben!» Und so besetzte er zusammen mit Kollegen 2015 den Vorstand der Korporation, welcher vom Regierungsrat gewählt wurde. Die 120-jährigen Statuten wurden ersetzt und die neuen an der 1. Hauptversammlung 2016 von 120 Personen im Saal des Brauereigasthofs Adler in Schwanden genehmigt. Insgesamt 580 Mitglieder hat die Korporation heute, und sie sprach vertrauensvoll den gewaltigen Kredit über 10 Millionen Franken. Gemeinsam tragen Auch für die Gemeinde entwickelte sich die Reaktivierung der Korporation zum Segen. Weil im Quellgebiet grosse Geschieberückhalte-Räume gebaut werden sollten, musste die Wasserversorgung in Schwändi von der Gemeinde erneuert werden. Für die dazu nötige Pumpleitung von Schwanden nach Schwändi und die Rohrbrücke aus dem Sienetobel konnten Synergien mit dem Verbauungsprojekt der Korporation genutzt werden. Da die Korporation ein sehr gutes Subventionsprojekt vorlegen konnte, wurde dieses mit 75 Prozent subventioniert. Zu den restlichen Kosten steuerte die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden in einer grossen Solidaritätsaktion mehr als 500 000 Franken bei. Trotzdem blieben 2 Millionen Franken Schulden, welche jetzt getilgt werden. «Anfangs hörten wir oft: ‹Ihr spinnt ja!› Doch nachher hat jeder, der in der Nähe ist, profitiert.» Anwohner, Gewerbe, Landwirte, die Gemeinde und der Kan ton mit der Strasse nach Schwändi. Es braucht alle «Mit dieser Investition konnte für viele Schutz geschaffen werden, vor Schnee und Murgängen», sagt Präsident Luchsinger. «Doch es braucht alle. Ohne gute Projektleitung für das Projekt, ohne Mitglieder und ohne Vorstand wäre so etwas nicht möglich. Dazu muss man Freiwillige finden, was schwierig ist.» Für den Unterhalt zählt die Korporation auf die Solidarität der Clubs und Vereine. Sie werden für Arbeitstage aus der Vereinskasse entschädigt. Das Wichtigste neben der guten Zusammenarbeit ist für Luchsinger, dass möglichst alle den direkten Nutzen sehen. Denn dann sind sie bereit, sich einzusetzen. Die Anlagenbeiträge, die jährlich teilweise mehrere Hundert Franken betragen, werden von den Anwohnern, zu denen auch die Gemeinde mit öffentlichen Bauten gehört, meist gerne bezahlt. Denn damit können die riesigen Gewerke der Guppenrunse im Laufe der Jahre amortisiert werden und mehr noch: Dank der Solidarität aller gelingt es der Gesellschaft, sich vor Unglück zu schützen. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: Telefon 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: Telefon 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: Telefon 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 1. August 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 2. August 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 1./2. August Dr.med. Aleš Tilen Mittlere Bahnhofstrasse 8, Lachen Telefon 055 442 20 03 Wochenend-Notfalldienst: ab Freitag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt (Notfallring) Kleintiere: Samstag/Sonntag, 1./2. August Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 • Wochenende ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. • Freitagnacht und Montagnacht: Wochenend-Notfalldienst. • Dienstagnacht: Kleintierpraxis Buchholz, Buchholzstrasse 48, Glarus, Telefon 055 640 26 40. • Mittwochnacht: Kleintierpraxis Landerer, Bahnhofstrasse 31a, Näfels, Telefon 055 622 20 20. • Donnerstagnacht: Kleintierpraxis Tierklinik am Kreis AG, Zaunweg 11, Netstal, Telefon 055 646 86 86. Grosstiere: Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Notfalldienst für alle Tierarten Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Mir händ alls, zum d’ Feriä diheimä gnüssä … LAFUMA-Relaxliegen – GLATZ-Sonnenschirme – WEBER-Grill – WOLF-Rasenmäher – STEWI – und vieles mehr … Elektro-, Holzkohle- oder soll es ein Gasgrill sein? – GRATIS Montage und Lieferung VITOGAZ-Gasdepot auch für Kunststoffflaschen. Profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung – eigene Parkplätze beim Ladeneingang. Täglich ProBon. Geschäft Schwanden immer offen zu den gewohnten Öffnungszeiten. Filiale Näfels bis 9. August geschlossen. FERRARI Schwanden Telefon 055 6441146 www.messer-ferrari.ch