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33. Ausgabe 2020 (13. August 2020)

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33. Ausgabe 2020 (13. August

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 33 Donnerstag, 13. August 2020 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 6 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 12 +13 Aus dem Linthgebiet 22 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Qualität statt Quantität Wenn man sich auf etwas verlassen kann, dann auf immer neue Ideen, mit denen das Berggebiet und letztlich die Welt gerettet werden soll. So präsentierte – im Rahmen ihrer Maturaarbeit – eine Glarner Matu - randin eine Untersuchung, mit der sie die CO2-Bilanz des Kantons errechnete. Wir könnten, so die an - gehende Wissenschaftlerin, welche eine Reihe von Familien zu ihrem Konsum befragt hatte, unsere Klima bilanz verbessern, wenn alle Glarner zu Vegetariern würden und man im Kanton Glarus mehr Gemüse züchtete. Wenn man Landwirte aus dem Glarnerland auf diese Idee anspricht, erntet man oft eher ein müdes Lächeln, denn selbst entlang der Linth hat man vielerorts kaum genügend Humus, um Gemüse anzubauen. O-Ton: «An manchen Stellen bekommt man nicht einmal einen Pfosten in den Boden geschlagen.» Der nächste Vorschlag stammt von einem Berner Oberländer: Er schlägt vor, das Glarnerland wie das Wallis zu terrassieren und dann auf diesen Terrassen Getreide und Gemüse anzubauen. Doch wer würde wohl die zahllosen Mäuerchen bauen? Wer darauf von Hand oder mit einfachs - ten Geräten pflanzen und ernten? Nein, nein – es macht schon Sinn, dass im Glarnerland Vieh gezüchtet wird und dass man hier Milch und Fleisch produziert. Daran ändern auch alle ernährungstechnischen Modeströmungen aus den Metro - polen nichts. Tatsächlich wird aber im Glarnerland wieder etwas Getreide angebaut – gleich beim Flughafen Mollis. Und tatsächlich haben sich in den vergangenen Jahren die Eckwerte für die Landwirtschaft verändert – auch zum Positiven. Die Glarner Alpen, sie machen den Grossteil der Landwirtschaftsfläche aus, sind für die Pacht heute wieder begehrt – als Weideland für die Fleisch- und Milchproduktion. Dank hoher Qualität und der neuen Agrarpolitik des Bundes können Landwirte heute nicht nur von ihrer Hände Arbeit leben, sondern auch ihre Produktionsweisen an die Natur anpassen und neue Nischen für die Vermarktung finden. Lokale Lebensmittelgeschäfte und Gross - verteiler sorgen dafür, dass Regionales in die Regale und auf den Mittagstisch kommt. Denn stärker als irgendwelche Richtlinien wirkt die Steigerung der Qualität: Für naturnahe und gesunde Produkte aus der Region – ob nun Fleisch, Käse, Milch oder Gemüse und Getreide – greifen naturbewusste Kundinnen und Kunden auch mal etwas tiefer ins Portemonnaie. Insofern ist es gut, wenn im Glarnerland Neues ausprobiert wird. ● FJ Mutterkuhhalter aus Überzeugung: Landwirt Kaspar Luchsinger aus Schwanden. Für das Videostatement zu den Chancen der Mutterkuhhaltung Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto und Video: FJ) Glarnerland produziert Natura-Beef Vor 40 Jahren startete in der Schweiz die Marke +Natura-Beef+ für Jungrindfleisch aus Mutterkuhhaltung. Aus Anlass des Jubiläums sprach der FRIDOLIN mit Kaspar Luchsinger, der seit 15 Jahren an der Geissgasse in Schwanden Rindfleisch in Bio-Qualität produziert. Eine Erfolgsgeschichte, auch für den Alpenraum. Im Jahr 1980 wurden in der Schweiz 300 +Natura-Beef+-Tiere vermarktet, im Jahr 2019 betrug das Volumen mehr als das 130-Fache, es war auf 40 406 Tiere gestiegen, wovon 7763 Bio- Rinder. Das ist hochwertiges Fleisch, produziert nach strengen Richtlinien. Im September 2019 beschloss Mutter - kuh Schweiz, vorläufig keine weiteren Betriebe in das +Natura-Beef+- Programm aufzunehmen, denn so können die Produktion und die Preise stabil gehalten werden. Das ist gerade für die Betriebe aus dem alpinen und voralpinen Raum ein Segen. Wichtiger Entscheid Für Kaspar Luchsinger war es vor 15 Jahren ein wegweisender Entscheid, vom Milch- zum Fleischproduzenten zu werden. «Doch ich habe das noch keine Minute bereut.» Es musste damals ein neuer Laufstall gebaut werden, doch es wurde dann ein Stall ohne neue Melkanlage. Denn das Land rund um Luchsingers Hof eignet sich mit seinen kleinräumigen Strukturen und seinen recht steilen und oft steinigen Böden für einen Mutterkuhbetrieb. «Wir sind hier an der Wasserscheide zum Kegel der Guppenrunse, teilweise ist der Boden pickelhart.» Heuen auf diesem Boden ist im Sommer ein Vollzeitjob – ebenso das Wildheuen oberhalb von Leuggelen. Denn Kaspar Luchsinger will «aus dem Boden etwas erwirtschaften, nur betriebseigenes Futter verwenden und auch im Winter ge - nügend Futter für die Tiere haben». Damit verwirklicht er die Philosophie von Mutterkuh Schweiz: «Aus Gras wird Fleisch.» Im grasreichen Glarnerland entsteht so ohne Soja und anderes Kraftfutter Fleisch bester Qualität. Die Tiere leben in Freilandhaltung in einer Herde, das Kalb trinkt Muttermilch, die Mutter und die restlichen Tiere der Herde fressen Gras und verwerten es. Auf Weiden und Alpen Acht von Luchsingers Kühen mit ihren Kälbern sowie der Muni weiden derzeit oberhalb des Hofes an der Guppenrunse. Gezeugt werden die Kälber im Natursprung. «Der Natursprung ist in der Mutterkuhhaltung weit verbreitet, allerdings hatte ich schon vorher einen Muni bei der Herde.» Die anderen Tiere sind über verschiedene Alpen verteilt: «Sechs sind im Mühlebachtal, drei auf der Kännelalp, sieben auf der Kammeralp und vier im Richisau.» Auf einigen Alpen wird sowohl Mutterkuhhaltung betrieben wie auch Milch kuhhaltung – so etwa auf der Braunwaldalp, der Brächalp oder im Mühlebachtal. Mutterkuhalpen sind inzwischen Vorder und Hinter Sand, Laueli Kräuel, die Berglialp und im Diestal das Alpeli. Wie wichtig ein gesundes und funktionierendes Alpwesen im Glarnerland ist, zeigt ein kurzer Blick auf die Karte: Vom gesamten Kantons - gebiet sind zwei Fünftel Gebirge, ein Fünftel ist Talgebiet und das grösste zu bewirtschaftende Gebiet, nämlich zwei Fünftel, sind die Alpen. Hier erwirtschaftet das Glarnerland seine Milch und sein Fleisch. Stabilität im Markt Werden sie auf Grasland gefüttert, haben Jungrinder mit zehn Monaten im Durchschnitt 220 Kilogramm Schlachtgewicht. Der Preis dafür liegt pro Kilogramm zwischen 11 und 13 Franken. Dabei waren die Preise in den vergangenen Jahren sehr stabil. Denn Mutterkuh Schweiz sorgt dafür, dass nicht zu viel +Natura-Beef+ produziert wird. «Wir haben den Gross - verteiler Coop auf unserer Seite», sagt Kaspar Luchsinger, «denn für uns Betriebe in den Alpen wäre es unmöglich, unser Fleisch kostendeckend selbst zu vermarkten». Seit 1991 engagieren sich vor allem Coop, Bell sowie Direktvermarkter für den Absatz von +Natura-Beef+; als Vermittler der Tiere tritt bei Luchsinger der Viehhandelsbetrieb Vianco auf. «Er organisiert die Transporte nach Basel sehr effizient.» Mutterkuhhaltung ist genauso arbeitsintensiv wie Milchkuhhaltung. Allerdings ist man, so Luchsinger, als Mutterkuhhalter unabhängig von Melkzeiten und kann schon um fünf Uhr morgens das Gras mähen. Und wie ist das mit den Kühen, die ihre Kälber verteidigen? Einerseits ist es der Mutterinstinkt. Doch muss sich der Mutterkuhhalter intensiv um die Tiere kümmern, damit sie nicht verwildern. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: Telefon 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: Telefon 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: Telefon 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 15. August 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 16. August 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 15./16. August Dr.med. Karl Georg Schmidt Kantonsstrasse 102, Freienbach SZ Telefon 055 410 38 32 Wochenend-Notfalldienst: ab Freitag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt (Notfallring) Kleintiere: Samstag/Sonntag, 15./16. August Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 • Wochenende ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. • Freitagnacht und Montagnacht: Wochenend-Notfalldienst. • Dienstagnacht: Kleintierpraxis Buchholz, Buchholzstrasse 48, Glarus, Telefon 055 640 26 40. • Mittwochnacht: Kleintierpraxis Landerer, Bahnhofstrasse 31a, Näfels, Telefon 055 622 20 20. • Donnerstagnacht: Kleintierpraxis Tierklinik am Kreis AG, Zaunweg 11, Netstal, Telefon 055 646 86 86. Grosstiere: Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Notfalldienst für alle Tierarten Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Niedriger Verbrauch 58 km elektrische Reichweite Vielseitig und umweltfreundlich KIA Niro Plug-in Hybrid Beat Weber mit KIA-Weber-Team