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38. Ausgabe 2020 (17. September 2020)

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38. Ausgabe 2020 (17. September

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr. 38 Donnerstag, 17. September 2020 Aus den Verhandlungen des Regierungsrates 6 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt und der Fridolin+ App Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 21–24 Aus dem Linthgebiet 36 Auflage 32 069 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste Forellenfischen im Glarnerland Im Sommer 1961 – da war ich gerade drei Monate alt – kaufte sich Richard Brautigan einen zehnjährigen Plymouth für 350 Dollar und fuhr mit seiner Frau Virginia Alder und seiner Tochter Ianthe, die war damals 15 Monate alt, zum Forellenfischen nach Idaho. Das wüssten wir heute nicht mehr, hätte Kult - autor Brautigan seine Erlebnisse nicht im Roman «Forellenfischen in Amerika» niedergeschrieben. Kluge Lesende merken sogleich: An gute Erlebnisse erinnert man sich ein Leben lang. Forellenfischen im Glarnerland dagegen ist schwierig – so Eingeweihte. Die meisten Seeufer sind so steil, dass man schon beim Werfen der Angel hängen bleibt, und die Forellen haben das Buch von Brautigan nicht gelesen, da sie nicht Englisch sprechen. Der Legende nach aber kann man am Milchspülersee bei der Leglerhütte auf 2196 m ü. M. noch Fliegen - fischen – also gleichzeitig etwa zwei bis drei Fischer, nachher gibt es Verletzte. Kluge Lesende merken sogleich: Tourismusangebote im Glarnerland sind eher kleinräumig, und Forellenfischen wird deshalb wahrscheinlich nicht die neue Touris - musattraktion. Eher eine Attraktion ist schon die Landsgemeinde – wenn sie denn 2021 wieder stattfindet – und manche ihrer Memorials - anträge, etwa jener, der verlangt: «Es werden gesetzliche Grundlagen mit wirksamen Massnahmen geschaffen, um das Klöntal an min - destens acht Sonntagen im Jahr (v. a. über die Sommermonate Juni bis September) vom motorisierten Individualverkehr von morgens bis abends talein- und talauswärts bis auf notwendige Ausnahmen frei zu halten und so die Erholungsqualität effektiv zu verbessern.» Nicht nur der Plymouth von Brautigan käme dann nicht mehr ins Klöntal, auch alle anderen Autos nicht mehr. Ausser das Postauto natürlich und die «Ausnahmen» – aber das wären ja Glarner. Am konfusesten übrigens wäre es, die autofreien Sonntage Jahr für Jahr nach einem komp - lizierten Schlüssel so anzupassen, dass während des gesamten Sommers keine Ausserkantonalen mehr wüssten, wann man noch ins Klöntal fahren darf und wann nicht. Kluge Lesende fragen sich jetzt vielleicht: was man mit diesem Verbot und einem solchen Verfahren er reichen möchte. Das weiss ich jetzt auch nicht so genau, obwohl ich inzwischen 712,5 Monate alt bin, aber schliesslich kann man ja auch am Milchspülersee zum Fliegen - fischen gehen. Ob man mit seinem Fang nachher die Leglerhütte verpflegen kann, steht auf einem anderen Blatt. ● FJ Ruedi Streiff, Janosch Unold und Sabrina Hussain: zufriedene Einheimische als Gäste in Mettmen. Für das Videostatement von Sara Frei-Elmer Fridolin+ App downloaden und Foto scannen. (Foto und Video: FJ) Glarnerland Authentisch erleben Im Bähnli nach Mettmen wissen am Samstagvormittag alle, was sie oben machen wollen – grillieren am See, klettern im Garten oder wandern nach Elm und Rüti. Doch wie wichtig ist ein garantiert authentisches Erlebnis? Der FRIDOLIN sprach mit Sara Frei-Elmer, Gastgeberin im Berghotel Mettmen, und mit Professor Norbert Hörburger von der Fachhochschule Graubünden. Der Schweizer Gast ist attraktiv: Er reist viel, gibt viel aus und reklamiert nur im Inland. Dass es an den Berg - seen eng werden kann, wenn alle Schweizer im Inland bleiben, ist bekannt. Entscheidend ist das gelungene Erlebnis. Es bleibt in Erinnerung und beeinflusst die Wahrnehmung einer Tourismusdestination nachhaltig. Doch welches sind die Faktoren, um Touristen im Inland ein sicheres und qualitativ hochstehendes Erlebnis zu bereiten? Tagestourismus braucht Angebote Professor Hörburger, Leiter der Weiterbildung Tourismus an der FHGR, sagt dazu: «Bei der Erlebnisgestaltung muss zunächst zwischen Auf enthalts- und Tagestourismus unterschieden werden. Während es grössere Hotelresorts gut verstehen, mit eigenen Angeboten Gäste anzulocken, brauchen wir dazu in tagestouristisch geprägten Destinationen besondere Attraktionen, die in der Lage sind, nicht nur Besucher anzuziehen, sondern ihnen auch genügend Platz bieten, damit in Zeiten der Coronavirus-Pandemie die Abstandsregeln eingehalten werden können.» Eine solche Attraktion sind die Glarner Bergseen im Obersee, im Klöntal und auf Mettmen. Deshalb hatte etwa das Berghotel Mettmen 2020 eine gute Saison, obwohl wegen Corona alle Seminare und Klassenzusammenkünfte abgesagt wurden. Zentraler Anziehungspunkt «Egal, ob natürliche oder von Menschen gemachte Attraktionen», so Hörburger, «beide benötigen für die Erlebnisintensität einen starken zentralen Anziehungspunkt mit bleibenden Sinneseindrücken und einer überzeugenden Geschichte.» Über diese verfügen alle drei Seen, doch wie ist das mit der Infrastruktur? Hörburger weiter: «Um diesen Nukleus der Attraktion muss ein Verteilraum für die Gäste und Servicebereiche, wie beispielsweise Parkplätze, WC-An - lagen und Verpflegungsangebote, geschaffen werden. Falls die Auf - nahmekapazität nicht erweitert werden kann, ist bei beständig grossem Andrang eine entsprechende Be - sucherlenkung in Form von klaren Zutrittsregeln, Buchungsmöglichkeiten und einer weiträumigen Signalisation einzurichten.» Das konnte man am Wochenende am Obersee erleben. Lenkung, aber wie? Auch in Mettmen waren am Samstag – so schätzt Sara Frei-Elmer vom Berghotel Mettmen – rund tausend Gäste gekommen, doch hatten sie ihre Autos unten im Kies geparkt oder waren gleich mit dem ÖV gekommen. Oben dann, so ist Frei-Elmer überzeugt, gibt das Paket den Ausschlag. Als Trumpf sticht die unberührte Natur des Frybergs, die im Naturfreundehaus, im Berghotel und in der Leglerhütte vernünftige Übernachtungs- und Restaurationsangebote bietet. «Garantien geben wir keine ab», sagt Frei-Elmer. «Aber wir sind hier und wir haben offen.» Die richtige Garantie «Garantien für den Erlebnisgehalt im eigentlichen Sinn auszusprechen, ist problematisch, da die Sinneseindrücke auf Menschen unterschiedlich wirken», sagt Prof. Hörburger. «Im Falle von Ausfallgarantien für nicht beanspruchbare Leistungen muss eine sorgfältige Abwägung erfolgen, ob die wirtschaftlichen Konsequenzen im Falle des Haftungseintritts getragen werden können und ob die Garantiezusage überhaupt zu den gewünschten Verkäufen führt. Sofern die Garantiebedingungen nicht zu strikt gehalten und klar kommuniziert werden, bieten solche Ausfallgarantien für den Kunden durchaus die Möglichkeit, sich in unsicheren Zeiten bei seiner Ferienplanung schon früh festzulegen.» Wie also wirken sich geplante Verbote – wie etwa im Klöntal – auf so etwas aus? Ganz einfach: Sie werden zuerst Schlagzeilen machen und nachher werden die Gäste wo - andershin gehen. Schade! Besser wäre es doch, Buchungsmöglichkeiten zu schaffen, schon früh zu lenken und jenen, die das Glarnerland er - leben wollen, die Möglichkeit zu geben, dies zu tun. Da hilft es schon mal, wenn geöffnet ist und der Gast sich willkommen fühlt. ● FJ Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: Telefon 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: Telefon 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: Telefon 0844 33 66 33 Zahnarzt Samstag, 19. September 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 20. September 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 19./20. Sept. Vista Klinik Bahnhofstrasse 15, Pfäffikon SZ Telefon 055 55216 66 Wochenend-Notfalldienst: ab Freitag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt (Notfallring) Kleintiere: Samstag/Sonntag, 19./20. Sept. Kleintierpraxis Buchholz Buchholzstrasse 48, Glarus Telefon 055 640 26 40 • Wochenende ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. • Freitagnacht und Montagnacht: Wochenend-Notfalldienst. • Dienstagnacht: Kleintierpraxis Buchholz, Buchholzstrasse 48, Glarus, Telefon 055 640 26 40. • Mittwochnacht: Kleintierpraxis Landerer, Bahnhofstrasse 31a, Näfels, Telefon 055 622 20 20. • Donnerstagnacht: Kleintierpraxis Tierklinik am Kreis AG, Zaunweg 11, Netstal, Telefon 055 646 86 86. Grosstiere: Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Notfalldienst für alle Tierarten Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66